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Die Schönheit Berlins in der Malerei

Moriz Melzer, Brücke-Stadt, 1921

Das Stadtmuseum Berlin widmet sich ab heute der eigenen Metropole und präsentiert dazu 120 Gemälde vom frühen 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, die der Schönheit der Stadt huldigen. Dabei sollen die Besucher durch die Augen von Künstlerinnen und Künstlern das oftmals hinter Schmutz und grauen Fassaden verborgene wahre Wesen Berlins entdecken. Neben der äußeren Erscheinung der Kapitale geht es der Ausstellung auch um die Eigenart der hier lebenden Menschen im Wechsel der Zeiten. Dafür treten im Museum Ephraim-Palais unter anderem Johann Heinrich Hintze, Johann Erdmann Hummel, Max Beckmann, Lesser Ury, Otto Nagel, Ludwig Meidner, Ernst Ludwig Kirchner, Jeanne Mammen, Oskar Kokoschka, Harald Metzkes, Barbara Quandt, Rita Preuss, Karl Horst Hödicke und Stefanie Bürkle an. Ihre Werke sind in 17 thematischen Bereichen gegliedert, die die Traditionslinien der Berliner Malerei am Beispiel „Stadtbild“ typologisch etwa unter den Schlagworten „Über den Dächern“, „Architektur und Textur“, „Die Großstadtnacht“ oder „Baustelle Berlin“ aufgreifen.

Der Ausstellungstitel „Die Schönheit der großen Stadt“ ist einer Schrift des 1871 in Berlin geborenen Philosophen, Architekten und Jugendstil-Entwerfers August Endell entlehnt, der unter anderem die Fassaden im ersten Innengeviert der Hackeschen Höfe geschaffen hat. In seinem 1908 erschienenen Band spricht er von einer durch Künstlerhand erschlossenen Sphäre, die über die bloße Erfassung der Äußerlichkeit hinausgeht, und singt ein Loblied auf die menschliche Vielfalt, der man in Berlin begegnet – einer Stadt, die Endell trotz aller Hässlichkeit als ein „Wunder an Schönheit und Poesie“ empfand.

Mit den zahlreichen Neubauten und dem sich verändernden Stadtbild nach den Befreiungskriegen gegen Napoleon entwickelte sich in Berlin eine eigenständige Vedutenmalerei. Vertreter dieser Generation sind Wilhelm Brücke, Carl Georg Hasenpflug, Friedrich Wilhelm Klose und Maximilian Roch. So lässt Eduard Gaertner 1835 seinen Blick im milden Sommerlicht vom Dach der Friedrich-Werderschen Kirche auf das Friedrichs-Forum schweifen. Radikaler geht Moriz Melzer ans Werk, wenn er 1921 in seinem Gemälde „Brücke-Stadt“ dem Moloch einer aus den Fugen geratenen Welt in kantigen kubistischen Formen und kräftigen Farben existenziell nachspürt. Rainer Fetting thematisiert dann die rege Bautätigkeit in der Nachwendezeit in seinem „Potsdamer Platz“ von 1993/95 und löst die Silhouette der Stadt fast in einem gestischem Farbmeer auf.

Die Ausstellung „Die Schönheit der großen Stadt. Berliner Bilder von Gaertner bis Fetting“ läuft vom 23. Februar bis zum 26. August. Das Museum Ephraim-Palais hat dienstags und donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, am Mittwoch von 12 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der Katalog zur Ausstellung aus dem Verlag M kostet im Museum 29,90 Euro.

Stiftung Stadtmuseum Berlin – Ephraim-Palais
Poststraße 16
D-10178 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 24 002 162

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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23.02.2018, Die Schönheit der großen Stadt - Berliner Bilder von Gaertner bis Fetting

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Stiftung Stadtmuseum Berlin

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Moriz Melzer, Brücke-Stadt, 1921
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