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Josef Scharl in Bremen

Josef Scharl, Triumphzug, 1932

Das Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen widmet sich aktuell dem Maler und Grafiker Josef Scharl. Der Expressionist gehörte zu den aufstrebenden deutschen Künstler der 1920er Jahre, heute ist er aber nahezu in Vergessenheit geraten. Er sei ein Künstler, der die „Goldenen Zwanziger“ und die Veränderungen in den 1930ern in seinen Bildern einfange, so Museumsdirektor Frank Schmidt. Nachdem die letzte Retrospektive etwa 20 Jahre zurückliege, sei die Zeit nun reif für einen neuen Blick auf den Künstler. Die Schau präsentiert rund 45 Werke aus seiner gesamten Schaffenszeit, darunter auch selten gezeigte Werke aus den 1940er und 1950er Jahren, wie „Albert Einstein“ von 1952.

Josef Scharl, 1896 in München geboren, begann 1910 eine Ausbildung zum Dekorationsmaler an der Münchner Malerschule. Ab 1915 nahm er am Ersten Weltkrieg teil. Malerische Vorbilder fand er in Paul Cézanne und Vincent van Gogh, inhaltlich aber beschäftigte sich der Münchner mit sozialkritischen und antimilitaristischen Themen, wie bei seinem „Triumphzug“ von 1932. Über das expressive Gemälde marschieren unter einem Baldachin gesichtslose, teils lachende Gestalten, gekleidet wie einst Napoleon, Cäsar und ein Hauptmann. Rote, blaue, grüne und gelbe Flächen sind zu einem großen Farbteppich verwoben. Im Vergleich dazu ist die 1933 entstandene „Piéta“ fast farblos. Das Gemälde zeigt einen nackten, stark verwundeten Mann auf dem kalten Boden liegend, vermutlich einen im Krieg gefallenen Soldaten. Die Nationalsozialisten sprachen dem linksorientierten Scharl 1935 ein Ausstellungsverbot aus. So zog er 1938 ohne Familie und Freunde in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1954 blieb und aus den Augen der Kunstwelt nahezu gänzlich verschwand.

Die Ausstellung „Josef Scharl – Zwischen den Zeiten“ läuft bis zum 3. Juni. Das Paula Modersohn-Becker Museum hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist er frei. Der Katalog kostet im Museum 25 Euro, im Buchhandel 29,80 Euro.

Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6-10
D-28195 Bremen

Telefon: +49 (0)421 – 33 88 222
Telefax: +49 (0)421 – 33 88 233

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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Künstler:

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