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Wir lieben und wir töten sie: Mit der groß angelegten Themenschau „Tiere“, die außergewöhnliche Exponate aus der gesamten Kunstgeschichte umfasst, untersucht das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe unser ambivalentes Verhältnis zum Tier

Untertan oder Mitgeschöpf?



Den Auftakt macht ein gigantisches Wimmelbild, das deutsche Forscher 1929 als Reproduktion einer rund 40.000 Jahre alten Höhlenmalerei in Simbabwe angefertigt haben. Den Hintergrund bilden zwei riesige weiße Elefanten, während sich im Vordergrund neben realistischen Darstellungen von Flusspferden, Zebras, Antilopen oder Gazellen auch jede Menge menschliche Wesen und Mischwesen aus Mensch und Tier tummeln. Friedliche Koexistenz statt Dominanz und Ausbeutung. „Wieviel Tier braucht der Mensch, um sich seines Menschseins bewusst zu werden?“ fragt Dennis Conrad, einer der drei Co-Kuratoren der Ausstellung „Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung“, die im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg zu sehen ist. Die materialreiche Schau versammelt auf rund 1.200 Quadratmetern mehr als 200 Exponate von prähistorischen Funden über altägyptische Artefakte, Porzellanarbeiten des Barock, Asiatika, Gemälde verschiedener Epochen bis hin zu zeitgenössischen Werken von Künstlern wie Ai Weiwei, Douglas Gordon oder Michael Schmidt.


„Das Verhältnis von Tier und Mensch muss neu verhandelt werden! Tiere sollen endlich zu ihrem Recht kommen, ihr subjektives Empfinden, ihre Individualität und Verletzlichkeit verlangen Respekt“, so Sabine Schulze, die heuer aus dem Amt scheidende Direktorin des Museums und Hauptkuratorin der Ausstellung. Mit Ausstellungen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen hat das Museum für Kunst und Gewerbe unter ihrer Leitung in den vergangenen zehn Jahren immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. Die aktuelle Schau nimmt den „Animal Turn“ – darunter versteht man die aktuell zu beobachtende Hinwendung der Geisteswissenschaften und der vergleichenden Verhaltensforschung zur Ähnlichkeit von Mensch und Tier – zum Anlass, grundlegende Fragen an unser immer noch von Dominanz- und Ausbeutungsmechanismen bestimmtes Verhältnis zum Tier zu stellen.

„Die Ausstellung ist nicht chronologisch zu verstehen, sondern sie will eher Gedanken in Bewegung setzen“, erläutert Dennis Conrad den Parcours, der anhand von rund einem Dutzend Themeninseln die Komplexität der Mensch-Tier-Beziehungen vorstellt. Der Mensch kam in eine Welt, die ursprünglich von Tieren dominiert wurde. Er machte sie sich untertan: als Beute, als gezähmtes Haustier, als Kultwesen, als Forschungsobjekt. Gerade das ambivalente Verhältnis des Menschen zum Affen wird in der Schau intensiv beleuchtet. Zu sehen ist etwa Gabriel von Max’ ironisches Gemälde „Affen als Kunstrichter“ von 1889, eine Kapelle aus Meißner Porzellan mit Affen als Musikern, aber auch historische Postkarten aus dem Hamburger Tierpark Hagenbeck, die domestizierte Affen in Windeln und Kleidung zeigen.

Ein besonders anrührendes Exponat stellt das Gemälde „Orang Utan, Erdbeeren fressend“ von Tethart Philipp Christian Haag aus dem Jahr 1776 dar. Es zeigt ein junges, aufgeweckt wirkendes Orang-Utan-Weibchen, das 1776 aus Borneo nach Den Haag gebracht worden war. Dem Leiter der dortigen Naturaliensammlung gelang es, dem jungen Tier menschliche Essmanieren beizubringen. Es wurde in einer Menagerie öffentlich zur Schau gestellt. Von der Vielzahl neugieriger Besucher unter ständigen Stress gesetzt, starb es jedoch nach nur sieben Monaten. „Es gibt keine Mischwesen zwischen Affe und Mensch. Es gibt unterschiedliche Stellen auf der Skala“, stellt Sabine Schulze fest. Eindrucksvoll sind zudem die zahlreichen historischen Exponate aus Ägypten. Mehrere Statuetten der Göttin Bastet sowie eine Katzenmumie zeugen von der besonderen Verehrung der Katze. Die Tiere galten als heilig. Es war verboten, sie zu töten. Sie hatten ihre eigenen Grabstätten.

Weltberühmte Gemälde wie Franz Marcs „Liegender Hund im Schnee“ von 1911, Paul Klees „Der Goldfisch“ von 1925, Johann Heinrich Füsslis „Der Nachtmahr“ von 1790/91 oder Henri Rousseaus „La Belle et la Bête“ von 1908 machen die Schau auch für Kenner der Malerei zu einem Hochgenuss. Daneben sind aber vom Filmklassiker „King Kong und die weiße Frau“ aus dem Jahr 1933 bis hin zu Comics und Graphic Novels auch zahlreiche popkulturelle Exponate zu sehen.

Am Ende der Ausstellung gibt es dann noch einmal eine eindringliche Begegnung mit einem Elefanten. Für seine Videoinstallation „Play Dead; Real Time“ ließ der britische Künstler Douglas Gordon 2003 den Zirkuselefanten Minnie und seinen Dompteur in den neutralen White Cube der New Yorker Gagosian Gallery bringen. In dem tonlosen Video hören wir zwar dessen Befehle nicht, doch schnell wird dem Zuschauer klar, dass hier ein Tier immer wieder zu einem nicht artgerechten Verhalten aufgefordert wird. Nahezu in Lebensgröße begegnet der Betrachter einer gequälten Kreatur, der man offenbar beigebracht hat, sich auf Zuruf totzustellen. „Es sagt viel über eine Gesellschaft aus, wie sie sich zum Tier stellt“, sagt Sabine Schulze. Mit dieser Arbeit am Ende der Schau zeigt sie uns, dass der Weg zu einem respektvollen Umgang zwischen Mensch und Tier noch weit ebenso wie alternativlos ist.

Die Ausstellung „Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung“ ist bis zum 4. März zu sehen. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der Katalog aus dem Hirmer Verlag kostet im Museum 29 Euro, im Buchhandel 39,90 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



21.02.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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03.11.2017, Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung

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Museum für Kunst und Gewerbe

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Sirene, Athen, 3. Jahrhundert vor Christus
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ehemals Albrecht Dürer zugeschrieben, Fledermaus, 1522
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Gabriel von Max, Affen als Kunstrichter, um 1889
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Franz Marc, Liegender Hund im Schnee, 1910/11
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Paul Klee, Der Goldfisch, 1925
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Tethart Philipp Christian Haag, Orang Utan, Erdbeeren fressend, 1776
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Johann Heinrich Füssli, Der Nachtmahr, 1790/91
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Sirene, Athen, 3. Jahrhundert vor Christus

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ehemals Albrecht Dürer zugeschrieben, Fledermaus, 1522

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Gabriel von Max, Affen als Kunstrichter, um 1889

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Franz Marc, Liegender Hund im Schnee, 1910/11

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Paul Klee, Der Goldfisch, 1925

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Tethart Philipp Christian Haag, Orang Utan, Erdbeeren fressend, 1776

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Johann Heinrich Füssli, Der Nachtmahr, 1790/91

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Otto Seifert, Junger Gorilla, um 1890

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Joachim Lutz, Große Elefanten, weitere Tiere sowie Menschen in vielen Schichten gemalt nach einem Wandbild der Mutoko-Höhle in Simbabwe, Afrika, 1929

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in der Ausstellung „Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung“

in der Ausstellung „Tiere. Respekt/Harmonie/Unterwerfung“




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