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Basquiat in der Schirn

Mit „Boom for real“ präsentiert die Schirn in Frankfurt den amerikanischen Künstler Jean-Michel Basquiat. In über 100 Exponaten greifen die Kuratoren Dieter Buchhart und Eleanor Nairne sein Werk auf und setzten es in Beziehung zu Musik, Texten, Film und Fernsehen seiner Zeit. Das Schaffen Basquiats, der interdisziplinär tätig war, soll so in seinen soziokulturellen Kontext eingebettet werden. Philipp Demandt, der Direktor der Schirn, fasst das Anliegen der Schau zusammen: „Die Mythisierung von Jean-Michel Basquiat überwiegt noch immer die wissenschaftliche Betrachtung seiner künstlerischen Arbeit. Und häufig wird auch der historisch-kulturelle Kontext unterschlagen, in dem seine außergewöhnlichen Werke entstanden. Die Ausstellung setzt an diesem Punkt an.“

1960 in New York geboren, begann Basquiat seine künstlerische Tätigkeit mit politisch aufgeladenen Graffitis im Künstlerviertel SoHo. Kennzeichen waren sein spielerisch-rhythmischer Umgang mit Sprache und die Markierung der Werke mit der Aufschrift „SAMO©“. Als reinen Graffiti-Künstler sah sich der Autodidakt allerdings nicht und distanzierte sich sogar ausdrücklich von diesem Etikett. Obwohl er mit 16 die Schule verließ, war Jean-Michel Basquait sehr belesen, beispielsweise durch eine Sammlung an Künstlermonografien. Diese lieferte ihm auch einen reichen Fundus an Bildthemen, die er 1982 unter anderem in „Leonardo da Vinci’s Greatest Hits“ verarbeitete.

1981 gelang ihm mit seinen Werkpräsentationen in der Gruppenausstellung „New York/New Wave“ im P.S.1 der Durchbruch. Wie viele seiner Künstlerkollegen der späten 1970er und frühen 1980er Jahre, arbeitete auch Basquiat in verschiedenen Genres. Mit seiner Band „Gray“ und in seinen Bildern beschäftigte er sich viel mit Jazz- und Bluesmusik, war mit seinem eigenen Label „Tartown“ und der Platte „Beat Bop“ von 1983 aber auch ein früher Akteur der Hip-Hop-Bewegung. In Glenn O’Briens Independentfilm „New York Beat“, später bekannt unter „Downtown 81“, erhielt Basquiat die Hauptrolle. Seine oft aggressiven, teils aber auch wieder lustigen Bilder kennzeichnen vor allem Textfragmente, das Spielen mit Wörtern, verschlüsselte Botschaften und skizzenhaftes Arbeiten. Er gilt als einer der ersten afroamerikanischen Künstler, die den Durchbruch in der weißen Kunstwelt schafften.

Sein Aufstieg führte zum Kontakt mit vielen Größen der damaligen Zeit, beispielsweise mit Andy Warhol. Die Kooperation der Beiden hielt bis zum Tod des Meisters der Pop Art im Jahr 1987 an. Dieses Ereignis stürzte Jean-Michel Basquiat in eine tiefe Krise, 1988 starb er an einer Überdosis Heroin. Demandt sieht das vielfältige Werk des Künstlers, das er auch als „vital“ bezeichnet, in seiner Zeit verhaftet: „Basquiats Kunst ist mit dem Leben verbunden: Gesellschaftliche, politische und kunsthistorische Themen fließen in seinen Arbeiten ineinander. Es ist ein Mix, der die Grenzen der Disziplinen wie auch die seiner eigenen Identität auflöst.“

Die Ausstellung „Basquiat. Boom for real“ läuft bis zum 27. Mai. Die Schirn Kunsthalle hat täglich außer montags von 10 bis 19 Uhr, am Mittwoch und Donnerstag bis 22 Uhr geöffnet. Sonderöffnungszeiten bietet das Haus am Oster- und Pfingstmontag von 10 bis 19 Uhr an. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Essays, der vor Ort 35 Euro kostet.

Schirn Kunsthalle Frankfurt
Römerberg
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 29 98 82 0
Telefax: +49 (0)69 – 29 98 82 240

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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