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Charles Atlas in Zürich

Seit dem Wochenende präsentiert das Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich die erste institutionelle Einzelausstellung zu Charles Atlas in der Schweiz. Dafür hat Kurator Raphael Gygax Werke des New Yorker Filmemachers aus den letzten 20 Jahren zu einem bunten und vielschichtigen Panoptikum seines Schaffens vereint. Mit seinen Videoinstallationen und filmischen Dokumentationen von Tanz- und Performancekunst zählt Charles Atlas, der auf der letzten Biennale in Venedig eine Auszeichnung erhielt, zu den wichtigen Figuren im Bereich Film und Video. Bekanntheit erlangte er durch seine Zusammenarbeit mit Choreografen wie Merce Cunningham und Michael Clark oder dem Modedesigner und Performancekünstler Leigh Bowery. So speist sich Atlas’ Œuvre auch aus seinem engeren sozialen Umfeld und dem von ihm Erlebten. Seine Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren sind vielfach Porträts von Weggefährten aus dem New Yorker Underground- und Zeitmilieu, die sich im Kontext der Sub- und Popkultur mit Fragen nach Bio-, Körper- und Identitätspolitik auseinandersetzen.

Zudem experimentiert er mit den Möglichkeiten zeitbasierter Medien, etwa in den späten 1970er Jahren mit der Bildverfremdung durch das Chroma-Key-Verfahren, während seine neueren, technisch oft hochentwickelten Mehrkanal-Videoinstallationen zur Abstraktion neigen und mit geometrischen Formen oder Zahlenfolgen spielen. So hat Charles Atlas 2008 in „Institute for Turbulence Research“ den Zufall als Kontrollverlust behandelt. Er bricht hier die für ihn charakteristische geordnete Strukturierung des Bildraums auf, projiziert in sich rotierende Bildelemente schief auf Wände und transparente Bildflächen und lässt einen verstörenden Strudel visueller Eindrücke entstehen, der von düsterer Musik untermalt wird. Atlas thematisiert hier die Tornadowarnungen und die damit verbundenen Ängste, die seine Kindheit im Mittleren Westen prägten.

Für die Züricher Ausstellung hat Raphael Gygax zudem die Arbeit „Instant Fame!“ von 2003/06 ausgewählt. Mit ihr knüpft Charles Atlas an seine filmischen Porträts der 1980er und 1990er Jahre an. Freunde, Bekannte und zufällige Besucher von Galerien in London und New York hatten Gelegenheit, sich vor der und für die Kamera zu inszenieren. Atlas bearbeitete die Mitschnitte durch Live-Video-Mixing unmittelbar und zeigte sie im Ausstellungsraum. Die ausgelassenen Szenen werfen die Frage nach einer Identität auf, die hier zwischen Selbstdarstellung und Fremdwahrnehmung oszilliert. In der 4-Kanal-Videoprojektion „Glacier“ aus dem Jahr 2013 reproduziert Charles Atlas die immersive Wirkung der alltäglichen Bilderflut innerhalb einer 360-Grad-Installation. Das Publikum ist eingeladen, sich zwischen Videosequenzen von Menschenmengen auf Fußgängerwegen, Naturbildern und industriellen Produktionsszenarien zu verlieren.

Die Ausstellung „Charles Atlas: Scary, Scary, Community Fun, Death“ ist bis zum 13. Mai zu sehen. Das Migros Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr und am Wochenende von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Franken, ermäßigt 8 Franken, donnerstags ab 17 Uhr ist er kostenlos.

Migros Museum für Gegenwartskunst
Limmatstrasse 270
CH-8005 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 277 20 50
Telefax: +41 (0)44 – 277 62 86

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


17.02.2018, Charles Atlas: «Scary, Scary, Community Fun, Death»

Bei:


Migros Museum für Gegenwartskunst

Künstler:

Charles Atlas








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