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Folkwang Museum würdigt Klaus Staeck zum 80. Geburtstag

Klaus Staeck, Vorsicht Kunst, 1982

Inzwischen etwas in die Ferne gerückt, gehört das Schaffen von Klaus Staeck untrennbar zur Geschichte der Bundesrepublik in den 1970er und 1980er Jahren. Seine satirischen Plakate provozierten, weil sie stets den Kern der Probleme trafen. Jetzt widmet das Museum Folkwang in Essen dem Grafiker, Satiriker, Polit-Aktivisten und ehemaligen Präsidenten der Akademie der Künste in Berlin zu seinem 80. Geburtstag am 28. Februar eine Retrospektive. Es ist die größte seiner mehr als 3.000 bisherigen Einzelausstellungen.

Der Titel „Sand fürs Getriebe“ beschreibt präzise, worum es Klaus Staeck in seiner politisch motivierten Kunst geht – die er zunächst nicht einmal als „Kunst“ verstanden hat. Seit 1971 hat der Jurist, der seit 1968 als Rechtsanwalt zugelassen ist, über 300 Plakate geschaffen. Sie bestehen größtenteils aus Fotomontagen, die Staeck mit eigenen ironischen oder satirischen Sprüchen versieht: Zum Ärger seiner konservativen politischen Gegner greifen sie Missstände auf und entlarven zynische Sprachregelungen. Auch auf seinen Postkarten-Editionen verfährt Staeck in gleicher Weise. Er will damit durch Provokation zum Nachdenken anregen und Lügen, Halbwahrheiten und das heuchlerische Beschönigen skandalöser Tatbestände aufdecken. Dass Staeck dabei bewusst einseitig verfährt und das linke politische Lager verschont, gehört zu seinem Profil.

Ein besonderer Akzent der Ausstellung liegt auf den frühen abstrakten Holzschnitten und gesellschaftskritischen Siebdrucken des 1938 in Pulsnitz geborenen Grafikers, die den Weg zum ersten kritischen Plakat ebneten: „Sozialfall“ zeigt eine Zeichnung der Mutter von Albrecht Dürer mit dem Slogan: „Würden Sie dieser Frau ein Zimmer vermieten?“ Im Kontext des groß gefeierten Dürer-Jubiläums und der damaligen – heute wieder aktuellen – Wohnungsnot traf das Plakat den Nerv der Zeit.

Die Essener Ausstellung zeigt in sieben chronologisch gegliederten Kapiteln die frühen Arbeiten Staecks, den Übergang von der Druckgrafik zum Plakat und rund 200 Plakate aus den Jahren 1971 bis 2017. Neun Stunden dokumentarisches Filmmaterial, zwei Großinstallationen und eine in den 1980er Jahren entstandene Fotoserie über Bitterfeld geben Einblick in die politischen Aktivitäten Staecks, ergänzt durch Multiples, Postkarten, Dokumente und Archivmaterial.

Zur Ausstellung „Klaus Staeck. Sand fürs Getriebe“ ist bis zum 8. April zu sehen. Das Museum Folkwang hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Der 256seitige Ausstellungskatalog der Edition Folkwang im Steidl-Verlag enthält Beiträge von René Grohnert, Tobias Burg und von Staecks langjährigem Verleger und Weggefährten Gerhard Steidl, dazu ein Interview von Monte Packham mit Klaus Staeck. Der Katalog kostet 20 Euro.

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
D-45128 Essen

Telefon: +49 (0)201 – 88 45 301
Telefax: +49 (0)201 – 88 45 330


14.02.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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Veranstaltung vom:


09.02.2018, Klaus Staeck - Sand fürs Getriebe

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Museum Folkwang

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Klaus Staeck, Vorsicht Kunst, 1982
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Klaus Staeck, Coca Cola I, 1970
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Klaus Staeck, Thema Freihandel, 2015
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Klaus Staeck, Lügenbaron, 2017
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Klaus Staeck, Würden sie dieser Frau ein
 Zimmer vermieten?, 1971
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Künstler:


Klaus Staeck









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