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Inés de Castro geht doch nicht nach Berlin

Inés de Castro wird nicht Direktorin für die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin. Anfang Januar stellte sie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz für diesen Posten im neuen Humboldt-Forum vor. De Castro galt als Idealbesetzung, auch aufgrund ihrer Erfahrung in der Provenienzforschung. Dem Humboldt-Forum wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, die Herkunft mancher Stücke zu unterschlagen.

Die baldige Präsentation einer neuen Sammlungsleitung verspricht der Stiftungschef Hermann Parzinger: „Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz bedauert die Absage von Inés de Castro. Wir haben uns über ihre Bewerbung gefreut und waren in intensiven Gesprächen mit ihr. Nun hat sie anders entschieden. Wir werden bald eine neue Leitung für die Sammlungen im Humboldt-Forum und für das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst präsentieren.“

Im Januar erklärte Petra Olschowski, die baden-württembergische Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, gegenüber dem SWR 2, dass sie mit Inés de Castro noch über einen Verbleib in Stuttgart verhandelt. Dort ist de Castro seit 2010 verbeamtete Direktorin des Linden-Museums und konnte mit Ausstellungen wie „Inka – Könige der Anden“ große Erfolge erzielen.

In Stuttgart soll das Museum unter Führung von Inés de Castro zu einem Museum der Weltkulturen weiterentwickelt werden. Darauf haben sich die baden- württembergische Landesregierung und die Stadt Stuttgart geeinigt. Die Wissenschaftlerin sei eine sehr erfahrene und überaus kompetente Direktorin und hierfür die ideale konzeptionelle Kraft, sagte Olschowski. Dabei seien der Umgang mit dem Erbe des Kolonialismus sowie die Konzeption eines Neubaus die zentralen Kernthemen.

In Anlehnung an postkoloniale Theorien will Inés de Castro die bislang gültige Idee des Museums als objektive Institution der Wissensvermittlung hinterfragen. „Für ein neues Linden-Museum werden wir gemeinsam ein zeitgemäßes Museumskonzept erarbeiten, das stark auf partizipativen Elementen basiert, unter Einbezug von Vertretern der Stadt und den Herkunftsgesellschaften“, so de Castro.

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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