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Klimt–Neuinterpretation im Wiener MAK

Gestern vor 100 Jahren verstarb Gustav Klimt. Den runden Jahrestag nimmt nun als eines der ersten großen österreichischen Institute das Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien zum Anlass für eine ungewöhnliche Schau. Frederick Baker hat sich Klimts Entwürfe für den Mosaikfries im Speisesaal des Brüsseler Palais’ Stoclet, die im MAK aufbewahrt werden, als Ausgangspunkt für ein Virtual-Reality-Experiment hergenommen. Der österreichisch-britische Filmemacher und Virtual-Reality-Künstler kreiert dabei aus hochaufgelöstem digitalem Bildmaterial eine fantastische Welt, die florale Elemente und Personen aus dem Stoclet-Fries mit einer von Klimts regelmäßigen Aufenthalten am Attersee inspirierten Natur verschmilzt. In dieser interaktiven 3D-Landschaft kann sich der Besucher mittels eines HTC Virtual-Reality-Headsets selbst bewegen oder sie durch Bakers Director’s Cut erleben.

Klimts Mosaikfries für das Palais Stoclet zählt zu seinen Hauptwerken. Vom Großindustriellen Adolphe Stoclet bei Josef Hoffmann 1905 in Auftrag gegeben, entstand das mondäne Wohngebäude unter Beteiligung einer Vielzahl von Mitgliedern der Wiener Werkstätte. Ganz im Sinne eines Gesamtkunstwerks beteiligte sich Gustav Klimt mit neun ein auf zwei Meter großen Entwurfszeichnungen für den Fries im Speisezimmer, die unter Verwendung von Blattgold und Blattplatin auf Transparentpapier und stärkerem Entwurfspapier ausgeführt wurden. Diese Entwurfszeichnungen sind heute eine der wichtigsten Bestände der MAK-Sammlung und innerhalb der Schausammlung „Wien 1900“ dauerhaft ausgestellt.

„Klimt’s Magic Garden“ ist eine Auseinandersetzung der digitalen Moderne mit der vergangenen Kunst. Die Arbeit des Filmemachers kann als zeitgenössische Interpretation der Idee Klimts verstanden werden, indem Baker Klimts Flächengestaltung mit modernster Technologie kombiniert. Die vielschichtigen Strukturen erwecken die Assoziation eines Fantasielabyrinths. Baker beschäftigt sich neben seinen zahlreichen Filmproduktionen für Kino, BBC und Arte besonders mit der künstlerischen Neuinterpretation von kulturellem Erbe.

Die Ausstellung „Klimt’s Magic Garden. A Virtual Reality Experience by Frederick Baker“ läuft vom 7. Februar bis zum 22. April. Das MAK hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 22 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro und jeden Dienstag von 18 bis 22 Uhr 5 Euro.

MAK – Österreichisches Museum für angewandte Kunst / Gegenwartskunst
Stubenring 5
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 711 360
Telefax: +43 (0)1 – 713 10 26

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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