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Kunst zum Spielen in Würzburg

Hermann Bartels, No. 373, 1968

Das Museum im Kulturspeicher in Würzburg ist am Wochenende mit der Ausstellung „Spielraum“ ins neue Jahr gestartet und ermöglicht darin dem Besucher die Interaktion mit variablen Kunstwerken. Vorwiegend in den 1960er Jahren suchten Künstler ihre Bilder und Plastiken mit beweglichen Elementen zu bereichern, die verdreht, umgesteckt, herausgezogen werden können oder sich verschieben lassen. Mit circa 80 Werken von 58 Künstlern, darunter von Mary Bauermeister, Max Bill, Edy Brunner, Marie-Luise Heller, Oskar Holweck, Ernst Insam, Bruno Munari, Timm Ulrichs, Grazia Varisco, Victor Vasarely, Jef Verheyen, Mary Vieira und der Gruppe x mit Wolfgang Lukowski, Peter Thoms und Jürgen Wegener, wird die Vielfalt der Form und die Bevorzugung einer geometrischen Gestaltung deutlich. Der Schwerpunkt liegt in der Hochphase dieser Strömung in den 1960er und 1970er Jahren. Da viele dieser Kunstwerke mittlerweile zu fragil sind, um bewegt zu werden, erlauben kurze Filme, Texte und benutzbare Repliken einen Einblick in die gewollte Interaktion.

Damit das Spiel mit der Veränderung möglich ist, mussten Künstler mit verstellbaren Achsen, Scharnieren, Magneten oder Steckmechanismen arbeiten. Die zeitgleich entwickelte Idee, Kunstwerke aus sichtbaren Modulen zu schaffen, unterstützte diese Bestrebungen. Das Interesse an der bewegbaren Kunst und kinetischen Objekten machte die aktive manuelle Beteiligung des Betrachters am Kunstwerk zu einem wichtigen Ziel. Charakteristisch für diese Arbeiten ist neben der geometrischen Formensprache ihre Nähe zu konstruktiv-konkreten Kunst. Hieran erinnert etwa Hermann Bartels’ „No 373“ von 1968, ein ovales Drehflügelobjekt mit Streifenüberspannung, in seiner einfachen und klaren Erscheinung. Paul Talmans „Kugelbild“ aus Kunststoff von 1970 bietet mit einfachen Mitteln eine hohe Zahl an Veränderungsmöglichkeiten. In einem weißen Quadrat sind mittig je zwölf auf zwölf kleine Kugeln angeordnet, die zur Hälfte weiß und schwarz bemalt sind und sich drehen lassen.

Die Ausstellung „Spielraum. Kunst, die sich verändern lässt!“ läuft bis zum 22. April. Das Museum im Kulturspeicher hat dienstags von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 11 bis 19 Uhr sowie mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Am Faschingsdienstag bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt regulär 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Begleitend erscheint ein Katalog.

Museum im Kulturspeicher Würzburg
Oskar-Laredo-Platz 1
D-97080 Würzburg

Telefon: +49 (0)931 – 322 250
Telefax: +49 (0)931 – 322 25 18

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Hermann Bartels, No. 373, 1968
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