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Die Albertina in Wien hat Werke aus dem Nachlass Max Weilers erhalten und präsentiert die Schenkung in einem kleinen Überblick. Die Bandbreite von Weilers Schaffen auf Papier macht jetzt das digitale Werkverzeichnis deutlich

Chiffren der Erinnerung



Er gilt als einer der prominentesten Altmeister der österreichischen Gegenwartsmalerei. In mehr als siebzig Jahren künstlerischer Tätigkeit schuf Max Weiler neben seinen Gemälden ein auf knapp 3.500 Arbeiten geschätztes zeichnerisches Werk, das sich in verschiedenen Techniken ausdrückt und in dem der 1910 in Absam bei Hall in Tirol geborene Künstler seine individuelle Gedankenwelt – die Verschränkung von innerer und äußerer Natur – in vielfältigen Ausdrucksformen realisierte. Das Spektrum des grafischen Œuvres reicht von frühen Aquarellen auf Papier der späten 1920er Jahre, über die expressiven Bilder der Nachkriegszeit und die chiffrierten Naturdarstellungen der 1950er Jahre bis zu den großformatigen Arbeiten des Spätwerks.


Anlässlich einer Schenkung, die Robert Najar, der Erbe und Nachlassverwalter sowie Sohn der 2015 verstorbenen Witwe Yvonne Weiler, unlängst der Albertina übergab, ist derzeit ein kleine Ausstellung mit ebendiesen Werken zu sehen, die den hauseigenen Bestand um 17 Arbeiten aus wesentlichen Schaffensperioden erweitern. Unter den Exponaten finden sich frühe, ab Mitte der 1950er Jahre erstellte Arbeiten wie „Winternacht“ von 1955 und Tuschpinselzeichnungen aus der Gruppe „Verwandlungen“ von 1957/58. In diesen Werken reduzierte Max Weiler die figürlichen Elemente zunehmend zur flächigen Form und baute eine Spannung auf, die scheinbar von außerhalb ins Blattinnere eindringt. Weiler selbst sprach davon, dass seine Motive viel größer gedacht waren und nur die Ränder der Gegenstände der imaginierten Bilder in das wirkliche Bild hereinragten.

Die Beteiligung an der Biennale in Venedig 1960 stellte für Max Weiler eine künstlerische Zäsur dar, die zu einer Neuorientierung führte. In der Auseinandersetzung mit ostasiatischer Tuschpinselmalerei entstanden Arbeiten in schwarzer Tusche, in denen er vieldeutige Raumsituationen anlegte, die zwischen Fläche und Tiefe oszillieren. Gleichzeitig verdichtete Weiler seine Zeichengespinste. Die Strichlagen überlagern sich, und offene Stellen geben ihre bildbestimmende Kraft an kompakte Formballungen ab, in denen Netzwerke von zarten dunklen Linien zu organischen Formen verbunden werden. Arbeiten wie „Außen-Innen“ von 1961 sind symptomatisch für diese Werkperiode, in der Weiler fast ausschließlich auf weißen Gründen zeichnete. Anregungen erhielt er beispielsweise aus Mikrostrukturen, die er in seiner unmittelbaren Umgebung fand. Wichtig waren in diesen Jahren aber auch Experimente mit sogenannten Probierpapieren sowie Anreize aus malerischen Prozessen, etwa Farbrinnsale und Trocknungsrisse.

In den „Großen Zeichnungen“ aus den Jahren 1978 bis 1980 übersetzte Max Weiler Ideen von Natur, von Himmel, Luft, Regen, von Wachstum und Entschwinden, von Leichtigkeit und Schwere in seine meist breitformatigen monumentalen Kohle- und Wachskreideblätter. Sie stehen als Auftakt zu jenen großformatigen Werken aus der Mitte der 1980er Jahre. Dank der generösen Dedikation erhielt die Albertina gleich zwei zeichnerische Hauptwerke dieser Zeit. In der zehn Meter langen Kohlearbeit „Kunst ist Natur. Naturgebild“ von 1985 reflektierte Max Weiler die Prozesshaftigkeit des Lebens, aber auch den Zeichenvorgang selbst. Interessant sind die Parallelen, die sich zu den Arbeiten von Bernard Schultze, einem der bedeutenden Vertreter des deutschen Informel ziehen lassen. Dieser hatte ein Jahr vor dem Entstehen von Weilers monumentalem Querformat ebenfalls in der Albertina eine umfangreiche Ausstellung, die einen breiten Überblick über dessen zeichnerisches Œuvre bot. Beide Künstler eint in diesen Jahren das Bestreben nach einer erzählerischen Formulierung knapp am Rand des Bestimmbarkeit, dem sie sich doch im letzten Moment entziehen.

Naturhafte Metamorphosen, entsprungen aus zarten Grafismen, wolkigen und scharfkantigen Farbspuren, begründen die Anziehungskraft dieser Arbeiten. Jeder Blick darauf macht eine neuerliche Verhandlung mit ihnen nötig, und gerade darin liegt ihr besonderer Reiz. Die Zeichnung – bei Max Weiler wie bei Bernard Schultze – verweigert sich der Fixierung und beginnt gleichzeitig, einen unwiderstehlichen Sog auszuüben. Das Auge irrt ab, versucht sich an Details festzuhalten, verliert auch diese und gerät immer tiefer in einen Dschungel aus Strichen und Formen, in die es wie in ein Labyrinth eindringen muss. Es beginnt eine optische Entdeckungsfahrt, Assoziationsketten werden in Gang gesetzt, an deren Ende nicht das Bild enträtselt wird, sondern ein Bild – ein imaginäres Bild – im Kopf des Betrachters entsteht.

Nach 1985 und bis zu seinem Tod im Jahr 2001 forcierte Max Weiler seine malerische Tätigkeit. Er beschäftigte sich vor allem mit kleineren Werken auf handgeschöpften Papieren, die Naturformen und Ereignisse – Baum, Berg, Wolke oder Pflanze, Tages- und Jahreszeiten – assoziieren lassen. Aber selbst eine Arbeit mittlerer Größe wie die „Julirose“ von 1987, die einen Rosenzweig mit zwei geöffneten Blüten freigibt, ist, bezogen auf das Motiv, als monumental zu bezeichnen. Die wie nebensächlich abgestreifte Farbe vom Pinsel, die Weiler so kunstvoll komponierte, macht die Spannung dieser Werke aus. Man weiß nie genau, ob die Chiffren Zeichen einer Vorbereitung oder Spuren einer Erinnerung sind – oder beides.

„Ich bin“, notierte Max Weiler im Jahr zuvor, „ein durchaus sinnlicher Maler, alles, was ich ausdrücken will, ist in erster Linie ausgedrückt durch die Art und Weise, wie ich die Malfläche bemale, wie die Striche darauf laufen und wie die Farben darauf liegen. Damit kann man alles sagen, und damit sage ich auch alles. Und wer Augen hat, zu sehen, der sieht.“ Parallel zur Ausstellungseröffnung in der Albertina ging das von Regina Doppelbauer erstellte digitale Werkverzeichnis der Papierarbeiten online. Das Werkverzeichnis der Gemälde soll in einem Jahr freigeschaltet werden.

Die Ausstellung „Max Weiler – Die Schenkung“ ist bis zum 18. Februar zu sehen. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 12,90 Euro, ermäßigt für Senioren 9,90 Euro und für Studenten 8,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist er frei.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 53 37 69 7

Telefon:+43 (01) 53 48 30

maxweiler.albertina.at



06.02.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Veranstaltung vom:


16.01.2018, Max Weiler. Die Schenkung

Bei:


Albertina

Künstler:


Max Weiler










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