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Aktuelle deutsche Baukünste im Frankfurter DAM

Seit fast 40 Jahren stellt das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main die gelungensten Neubauten des Landes in einem Jahrbuch vor. Später von einer Ausstellung begleitet sowie ab dem Jahr 2007 um dem DAM Preis für Architektur ergänzt, ziehen diese Maßnahmen Bilanz über Ansprüche und Schwerpunkte im Baugeschehen der letzten zwölf Monate. Schaut man sich die einzelnen Bände an, wird einem bewusst, wie sehr sich die aktuelle Bedeutung bestimmter Bauaufgaben, Schwerpunkte und Architekturdiskurse in den jeweiligen Zusammenstellungen spiegelt. So nimmt es nicht Wunder, dass der Wohnungsbau mit all seinen gestalterischen, monetären und sozialen Facetten im gerade vorgestellten neuen Band die Hauptrolle spielt. Die meisten Projekte betreffen das innerstädtische Wohnen. Auch die Verleihung des DAM Preises geht diesmal an die Arbeitsgemeinschaft von Bogevischs Buero Architekten & Stadtplaner zusammen mit Schindler Hable Architekten für die Wohnanlage „wagnisART“ in München.

Neuerdings wurde das Auswahlprinzip erweitert. Aus zahlreichen Vorschlägen nominierte das Museum die 100 bemerkenswertesten Gebäude oder Ensembles. Sie mussten zwischen Ende 2015 und Frühjahr 2017 vollendet sein. Aus dieser Longlist nominierte eine Expertenjury unter dem Vorsitz des Architekten und Hochschullehrers Fritz Auer 22 Projekte für eine Shortlist. Sechs davon sind Beispiele für den Wohnungsbau, vom Hochhaus bis zu Flüchtlingsunterkunft. Aus der Shortlist wiederum wurden vier Bauten als Finalisten für den DAM Preis benannt. Neben dem Preisträger befinden sich darunter der Hauptsitz der Bremer Landesbank, ein aus Alt- und Neubau verzahnter Komplex mit expressionistisch anmutender Klinkerfassade im Stadtzentrum, ein Werkstoff- und Straßenreinigungsdepot in Augsburg und der Umbau einer Kaserne aus den 1930 Jahren zum Hauptcampus der Zeppelinuniversität in Friedrichshafen.

Anders als die vielerorts realisierten orthogonal-kubischen Wohnblöcke besticht das prämierte Ensemble „wagnisART“ aus fünf Einzelgebäuden durch den Eindruck eines Dorfes inmitten der Großstadt. Brücken betonen den räumlichen Charakter und fassen die voller Winkel, Nischen und ruhiger Ecken durchsetzte mehrteilige Gruppe zusammen.

Daneben trägt die Bilanz auch dem derzeitigen Boom von Musik- und Theaterbauten Rechnung. Als Ausnahmebau wird außerhalb der Konkurrenz die Hamburger Elbphilharmonie vorgestellt. Hinzu kommt das Anneliese Brost Musikforum Ruhr in Bochum, in das eine aufgegebene katholische Kirche integriert wurde. Besonders bestechen Frank O. Gehrys Entwürfe zur Barenboim-Said Akademie. Hinter den denkmalgeschützten Fassaden Richard Paulicks im ehemaligen Magazingebäude der Berliner Staatsoper implantierte er einem atemberaubenden Saal mit einem Rang in der Form einer sanften Wellenbewegung.

Die Ausstellung „DAM Preis 2018. Die 25 besten Bauten in/aus Deutschland“ ist bis zum 6. Mai zu sehen. Das Deutsche Architekturmuseum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Das Deutsche Architektur Jahrbuch 2018 kostet im Museum 38 Euro.

Deutsches Architekturmuseum
Schaumainkai 43
D-60596 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 212 388 44
Telefax: +49 (0)69 – 212 363 86

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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