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AfD will Vorsitz des Kulturausschusses: Kulturrat warnt

Die AfD strebt den Vorsitz im Kulturausschuss des Deutschen Bundestags an, der diese Woche gebildet werden soll. Informationen der FAZ zufolge hat die Partei den baden-württembergischen Abgeordneten Marc Jongen und den nordrhein-westfälische Abgeordneten Martin Renner nominiert. Damit bestätigt sich eine kurz nach der Bundestagswahl geäußerte Befürchtung des Deutschen Kulturrats. Gestern hat dessen Geschäftsführer Olaf Zimmermann nochmal eindrücklich an die CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP appelliert, den Vorsitz des Ausschusses nicht der AfD zu überlassen.

Olaf Zimmermann begründet: „Der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags hat sich seit seiner Einsetzung im Jahr 1998 besondere, auch internationale, Anerkennung in der Auseinandersetzung mit der deutschen Erinnerungskultur erworben. Es wäre ein fatales Signal, wenn der Vorsitz dieses sensiblen Ausschusses nun einem Abgeordneten einer Fraktion überantwortet würde, die die bestehende Erinnerungskultur, speziell die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus, in Frage stellt.“ Bereits im September 2017 wandte sich der Kulturrat an alle anderen Parteien mit der Aufforderung: „Der Ausschussvorsitz darf nicht an die AfD gehen, die dieser besonderen Verantwortung nicht gerecht werden kann.“

Olaf Zimmermann meldete sich schon nach den Landtagswahlen im März 2016 zu Wort und warnte in einem Interview mit der „Deutschen Welle“, die AfD schwinge sich letztendlich zum Kulturzensor auf. Die Partei ging dabei in Sachsen-Anhalt als zweitstärkste Kraft hervor und hatte in ihrem Programm von „Pflege der deutschen Leitkultur“ und auch von „identitätsstiftender Kulturpflege, statt nichtssagender Unterhaltung“ gesprochen.

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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