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Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Lempertz überzeugte bei seiner Zeitgenossen-Auktion in Köln mit der Zusammenstellung von figurativer und abstrakter Kunst, sah sich bei einigen marktgängigen Positionen aber auch einer wählerischen Kundschaft gegenüber

Die bordeauxrote Trias



Schweres dunkles Bordeauxrot mit violettem Unterton macht in Gerhard Richters Skizze der „Teyde-Landschaft“ von 1971 die Erde geradezu olfaktorisch erfahrbar. Der Duft von nassem Herbstlaub scheint sich in die Farbe zu schleichen, der der Maler einen azurblauen Himmel mit bildumspannender strahlend weißer Wolke gegenüber setzt. Diese neoromantische Arbeit, die eine fotografische Wirklichkeit malerisch vermittelt, war Teil der Auktion Zeitgenössischer Kunst bei Lempertz. Schon im Dezember 2002 konnte das Kölner Auktionshaus das stimmungsvolle und geheimnisumwobene Motiv für 290.000 Euro veräußern. Jetzt brachte die „Teyde-Landschaft“, die auf Fotografien Richters rund um den Vulkanberg Pico de Teide auf Teneriffa von 1969 basiert, deutlich mehr ein: 800.000 Euro und damit die untere Erwartung bewilligte nun ein Sammler und machte sie zum kostspieligsten Objekt der Versteigerung.


Im Vergleich hierzu spielte Josef Albers’ „Study to Homage to the Square: Warm Welcome“ von 1953/55 mit dem abermals auftretenden Bordeauxrot, das von braungoldenen und hellroten Quadraten eingefasst wird, 230.000 Euro knapp unter dem Schätzwert von mindestens 250.000 Euro ein. Dunkles Weinrot charakterisiert zudem Emil Schumachers „Paripa“. In dicken Schichten zieht es sich träge über die weiße Leinwand und das beigefügte hellere Blutrot. Einem willigen Portemonnaie entlockte das Gemälde von 1961 die obere Schätzung von 180.000 Euro. Diese dunkelroten abstrakten Arbeiten waren die pekuniären Sieger der Kölner Versteigerung am 2. Dezember. Bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von 67,8 Prozent mussten vor allem einige höher bewertete Werke des ersten Abschnitts wie Georges Mathieus tachistische Kritzelei „Saint Guillaume“ von 1954 (Taxe 140.000 bis 150.000 EUR), Rupprecht Geigers flimmernde Monochromie „834/91 (Moduliertes Orange)“ von 1991 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), Niki de Saint Phalles bunte Nana-Skulptur „L’Ange Vase“ aus dem Jahr 1993 (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR) oder Yves Kleins blauer Torso der „Venus d’Alexandrie“ von 1962/82 bei 90.000 bis 100.000 Euro den kalten Wind der Abweisung über sich ergehen lassen.

Figurativ

Eine voyeuristische Note hat William Nelson Copley 1964 seinem Acrylgemälde „Star and Garter“ mitgegeben, dessen frecher Humor prompt zu einer Doppelung des Preises auf 85.000 Euro führte. Marktübliche 65.000 Euro erklomm Andy Warhols Portrait der „Marilyn Monroe“ von 1967, das bei Lempertz in Pink, Hellbraun und Ocker zum Verkauf stand. Einen hübschen Gewinn fuhr ebenfalls seine dunkle Serigrafie des dreimal wiederholten Kopfes von Joseph Beuys aus dem Jahr 1980 mit 70.000 Euro ein (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR). Einen weiteren Auftritt als Bildmotiv machte Beuys als Schreitender in einem eigenen Werk von 1972. Die Lichtpause auf Polyesterfolie „La rivoluzione siamo noi“ in Khakitönen ließ den Hammer bei 22.000 Euro fallen (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Am unteren Schätzwert orientierte sich Gerhard Richters „Comic Strip“ in Form eines Buches mit 145 Tuschfederzeichnungen, Stempelungen und Ornamentschriften von 1962 in den finalen 105.000 Euro (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).

Einen Preisanstieg absolvierte das atmosphärische Bild einer schwarzen Silhouette, die auf einer rot beschienenen nächtlichen Straße zu einem Auto läuft. 2005 schuf der Rumäne Adrian Ghenie diese kleine, nun 120.000 Euro teure Leinwand (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Auch sein zerschlissener Monolith auf dunklem schwarzem Grund von 2010 ließ sich erst bei 60.000 Euro aus dem Auktionshaus bitten (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Eine lyrisch-träumerische Welt gestaltete Wolf Kahn in der Ansicht laubloser schlanker Birken vor einer fliederfarben dominierten Landschaft, die er 2000 als „In Massachusetts“ betitelte. Die verschwommen gemalte Arbeit forderte 13.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). A.R. Penck erwies sich auch bei Lempertz als gefragt: Seine beiden Leinwände mit Strichmännchen von 1995 erwirtschafteten 18.000 Euro und 24.000 Euro (Taxe je 12.000 bis 15.000 EUR), seine Bronzefigur einer männlichen Gestalt mit überlangen Gliedmaßen unter dem Titel „Elbblick“ von 1994 gar auf 30.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Das Portrait der skeptischen „Tabea“ von Franz Gertsch aus dem Jahr 1981 überzeugte auf seiner fotorealistischen Farblithografie mit 8.500 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Ein weiteres Objekt, das Viele begehrten, war Andreas Gurskys sommerliches Treiben im „Schwimmbad Ratingen“. Der Schätzwert der Fotografie von 1987 war rasch verlassen und tendierte zu 40.000 Euro (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Mit der Stille der Nacht in Kim In Sooks Fotografie der Hausfassade „One Ten Third Street“ von 2009 orientierten sich die Anwesenden bei 28.000 Euro an den Preisvorstellungen von 25.000 bis 30.000 Euro. Nicht ganz so gut schnitt ihre Lightbox „Saturday Night“ ab, in der es der Koreanerin wiederum um die Vereinzelung des Menschen in den Megastädten der Gegenwart geht. Ihr Blick in die Zimmer eines Hotels kam nur auf 26.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Die verschwommenen schwarz-weißen Abbildungen nackter Menschen in Thomas Ruffs Interpretation von Pornobildern des Internets aus dem Jahr 2000 fanden ihre Anhänger: der Mann „Nudes 1K 01“ in einem Türrahmen für 18.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und die Frau „Nudes JI 01“ vor einem Fenster für 22.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Noch einträglicher schlug sich bei den deutschen Fotokünstlern Candida Höfer, die ihren strengen Blick in die menschenleere „Bibliothèque Sainte-Geneviève Paris II“ von 1997 erste bei 42.000 Euro entließ (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Intensiviertes Schattenspiel nutzte Darren Almond 2006 in der zweiteiligen Fotoarbeit „Fukushima. Sesshu II“ aus der Serie „Fullmoon“. Eingebettet in eine wattige Nebeldecke ragen die schwarzen Silhouetten von Bäumen, ihre krummen Äste und auch die unregelmäßigen Felsformationen in das Bild. Die fernöstliche Atmosphäre verdoppelte ihren Wert auf 17.000 Euro. Ein lemurenartiges Wesen auf einer titellosen Tuschezeichnung Eugen Schönebecks von 1963 ergatterte 19.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Tierportraits in Nahansicht und lockerer Pinselführung malte Karin Kneffel 1991 mit zwei Schafsköpfen. Einmal blickt das Tier mit schwarzem Kopf und eindringlichen gelben Augen frontal aus dem Bild und sicherte sich 14.000 Euro, während sein weißfelliger und im Profil gemalter Kollege auf 15.000 Euro kam (Taxe je 8.000 bis 12.000 EUR).

Abstrakt

In die Tiefen der Farbe Blau verlor sich Frederic Matys Thursz 1987/90 in seinem Gemälde „In Praise of Hands“ und traf damit die Herzen der Sammler. Deren Gebote wechselten in rascher Folge und fanden erst bei 85.000 Euro ein Ende (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Agostino Bonalumi puristisch weißer Zwitter aus Malerei und Relief mit dem Titel „Bianco“ von 1968 respektierte mit 100.000 Euro die untere Preisgrenze. Dasselbe gilt für das poetische Werk mit beweglichen Papageienfedern, das Rebecca Horn 1995 wie ein Pfauenrad schuf (Taxe je 100.000 bis 120.000 EUR). Mathematisch streng geht es dagegen bei Richard Paul Lohse zu. Schon der Titel seines kunterbunten Ölgemäldes „2 Bewegungen um eine Achse“ verweist auf die Struktur der Arbeit, die in der Farbabfolge der Rechtecke den Effekt ein Drehmoment hervorruft. Bei diesem Werk der Konkreten Kunst von 1952/71 begann ein ungeahntes Werben, das schließlich 56.000 Euro zustande brachte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Systematisch ist auch Jan Kubiceks Spiel mit Fragmenten in der „Aktion mit Kreisen und Halbkreisen“ von 1987. Die Kreissegmentkoordination verlangte von ihrem neuen Eigentümer 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Sein tschechischer Kollege Miloš Urbásek reüssierte mit der quadratischen Leinwand „Blau-Blau“, zwei gegenübergestellten Viertelkreisen mit durchgängiger orangefarbener Diagonale von 1978, bei 9.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Ruhe in horizontaler Reihung ist das Kennzeichen von Gerhard Richters „Strip“ aus dem Jahr 2010/11. Der digitale Farbtintenstrahldruck hielt resolut an den der unteren Erwartung von 70.000 Euro fest.

Das Rot um den schwarzen Rußkreis in Otto Pienes Feuerbild von 1967 betrat derart selbstsicher die Bühne, dass es als Belohnung 30.000 Euro einzog (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Denselben Betrag erzielte sein gelbes Feuerbild „R.P.M.“ von 1984 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). ZERO-Kollege Günther Uecker trat mit der dynamischen Nagelprägung „Fließend“ von 1997 bei 15.000 Euro an (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Herbert Zangs gesellte sich mit der ebenfalls weißen Collage aus gezwirbelten Seidenpapieren auf Karton um 1954 bei guten 25.000 Euro hinzu (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Verführerisch war zudem Klaus Staudts 1995 datierte vertikale Farbabfolge „Komponent“, die prompt 10.000 Euro herbeizauberte (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Die Magie der schlichten Eleganz in Schwarz und Weiß mag wohl ein Grund für die finalen 16.500 Euro für Victor Vasarelys Holzrelief „Hommage à Malewitch“ von 1952/60 gewesen sein (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Dieselbe Farbskala ist auch in Arnulf Rainers Übermalung mit schwarzer Ölkreide anzutreffen. Die 1959 entstandene Arbeit überzog der Österreicher fast gänzlich bis auf einen schmalen Keil in der oberen linken Ecke mit einer undurchdringlichen Schwärze. Das kleine Kartonstück übertrat den Schätzwert von 6.000 bis 8.000 Euro mit 14.000 Euro. Sol LeWitt kombinierte 1997 Linien in den Primärfarben samt Schwarz und Grau auf Karton zu einem unregelmäßig geformten Kreis oder zu leichten Schwüngen. Die beiden mit „Curvy Brushstrokes“ betitelten Werke blieben bei jeweils 7.500 Euro hängen (Taxe je 8.000 bis 12.000 EUR). Verunsichert mieden die abstrakten bunten Portraits der neunteiligen Aquarellarbeit „Antlitze“ von Jürgen Klauke aus dem Jahr 1990 mit 5.000 Euro den unteren Wunschwert von 7.000 Euro.

Skulptur

Gebrochen und mehrfach gespiegelt ist die 1963 in Bronze gegossene „Mittlere Figur II“ von Joannis Avramidis, die 45.000 Euro erreichte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Jean Tinguelys verspielte türkisfarbene Federskulptur „Constante“ von 1964 erfreute die Anwesenden so sehr, dass ihr Wert auf 8.000 Euro kletterte (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). 500 Euro mehr legte ein Interessent für Hartmut Böhms „Wandarbeit aus den Maßen einer Progression gegen Unendlichkeit mit 30° - Vertikale Parameter“ hin. Die drei schwarzen, aus Stahl gearbeiteten Fragmente einer Geraden reiht Böhm leicht verschoben nebeneinander, so dass sie das mathematische Konzept der eigentlich unendlichen Gerade symbolisch greifbar machen (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Donald Sultans 2015 hintereinander gestaffelte Pop Art-Blüten „Blue Poppies“ erfreuten das Auge so sehr, dass der Hammer erst bei 12.500 Euro auf das Pult schlug (Taxe 10.000 EUR). Einen lustigen schwimmenden Fisch mit blauem, grünem, schwarzem und weißem Schuppenwerk und gestreiftem Kopfbereich erdachte sich Niki de Saint Phalle 1992. „Le Poisson Vase“ musste sich jedoch mit 14.000 Euro zufrieden geben (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Imi Knoebel hatte da mehr Glück. Sein geometrischer „Pinguin“ von 1992, der aus einem hochstehenden weißen Rechteck mit aufgesetztem schwarzem Quadrat besteht, verabschiedete sich erst bei 11.000 Euro, sein Relief „Little Piet“ in den Grundfarben Rot, Blau und Gelb samt Weiß als Hommage an Mondrian von 1993 erst bei 20.000 Euro (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR).

Alle Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



17.01.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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