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Gestohlenes Nolde-Gemälde wieder da

Das 2014 aus der Kirche im dänischen Ølstrup gestohlene Gemälde „Christus zu Emmaus“ von Emil Nolde ist wieder aufgetaucht. Kurz vor Weihnachten konnten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalinspektion Flensburg das Altarbild aus dem Jahr 1904 sicherstellen. Den Behörden gelang es, über einen inhaftierten Mann, der die „Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde“ erpresst hat, wieder an das Bild zu kommen. Gerrit Grohmann, Leiter des Flensburger Kommissariats, und Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt zeigten sich über den Ermittlungserfolg sehr zufrieden: „Wir sind hoch erfreut, dass wir dieses wertvolle und kulturell bedeutsame Gemälde ausfindig machen konnten, um es nach Abschluss der Untersuchungen seinem rechtmäßigen Eigentümer zurückzugeben.“

Nach zweieinhalb Jahren Ungewissheit über den Verbleib des Bildes meldete sich im November 2016 der Erpresser bei der Nolde-Stiftung in Nordfriesland. Unter dem Pseudonym „Kulturfreund“ verlangte er für die Rückgabe des Bildes eine Summe von 130.000 Euro, was rund zehn Prozent des angenommenen Marktwerts entspricht. Die Nolde-Stiftung Seebüll schaltete daraufhin die Polizei ein. Unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Flensburg übernahm das Kommissariat 4 der Bezirkskriminalinspektion Flensburg ab Februar 2017 die Ermittlungen.

Trotz erschwerter Bedingungen – der Erpresser kommunizierte mit verschlüsselten Nachrichten über das Internet mit der Nolde-Stiftung – führte die Spur zu einer schleswig-holsteinischen Anwaltskanzlei. Nach einer polizeilichen Durchsuchung der Kanzlei im November 2017 fand man Hinweise auf eine Person, die im Zusammenhang mit dem Kunstdiebstahl und der Erpressung zu stehen schien. Zwar war der Mann zum Zeitpunkt des Diebstahls und der darauf folgenden Erpressung in einer Justizvollzugsanstalt, doch erhärtete sich der Verdacht, dass dieser in Kontakt mit dem unbekannten Dieb des Gemäldes stand und ihn bei der Lösegeldforderung unterstützt hatte.

Intensive Verhandlungen zwischen dem inhaftierten Mann, dessen Verteidiger und der Staatsanwaltschaft Flensburg ermöglichten die Vermittlung der Rückgabe des Gemäldes an die Behörden. Am 22. Dezember 2017 erfolgte die Übergabe des Nolde-Gemäldes über einen Rechtsanwalt in Gegenwart der Polizei und einer Mitarbeiterin der Seebüller Stiftung. Sie konnte das Bild als das gestohlene Werk „Christus zu Emmaus“ identifizieren. Für die endgültige Bestätigung der Echtheit und die Bewertung von möglichen Schäden stehen derzeit weitere Untersuchungen an. Dann kehrt das Altarblatt in die kleine Ølstruper Kirche in der Nähe von Ringkøbing im Westen Dänemarks zurück, für die es Emil Nolde im Auftrag eines Adelshauses schuf.

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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