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Berliner Kunstgewerbemuseum feiert 150jähriges Jubiläum

Das Kunstgewerbemuseum als Schlossmuseum im Berliner Schloss

Anlässlich seines 150jährigen Bestehens widmet sich das Kunstgewerbemuseum in Berlin seiner eigenen Geschichte. Die Schau „Berliner Schatzhäuser“ demonstriert mit Hilfe von sieben Schautafeln und museumsgeschichtlich bedeutenden Kunstwerken die wandelnden Aufgaben des Museums und bezieht sich dabei unter anderem auf den mehrfachen Wechsel der Standorte, der auch einen besonderen Beitrag für die Berliner Stadtgeschichte mit sich bringt.

Das Kunstgewerbemuseum wurde am 5. August 1867 als erstes seiner Art in Deutschland und als drittes weltweit gegründet. Ursprüngliches Ziel in zwei Sälen im früheren „Gropius’schen Diorama“ war es, „den Gewerbetreibenden die Hülfsmittel der Kunst und Wissenschaft zugänglich zu machen“. Mit zunehmender Massenproduktion und den seit 1851 stattfindenden Weltausstellung bekam das Handwerk im Zeitalter der Industrialisierung zunehmend Konkurrenz. Mit der technisch-wissenschaftlichen Sammlung von Proben, Produkten und Modellen wollte das „Deutsche Gewerbe-Museum zu Berlin“ den Handwerkern ein Vorbilder und Mustersammlungen an die Hand, um ihre Arbeit wettbewerbsfähiger zu machen. Zusätzlich wurden dazu eine Unterrichtsanstalt und eine Spezialbibliothek errichtet.

In den 1870er Jahren bezog das Museum provisorisch die von der Königlichen Porzellan-Manufaktur genutzten Fabrikräumlichkeiten. Unter der Leitung des ersten Direktors Julius Lessing vergrößerten sich die Bestände der Sammlung enorm. Unter anderem nahm das Museum 6.500 Werke aus dem Bestand der Königlichen Kunstkammer auf. Zusätzlich folgten regelmäßige Neuerwerbungen von den Weltausstellungen. Lessing schrieb über die Aufgabe der Einrichtung: „Die Sammlung des Museums hat in erster Reihe die Bestimmung, dem heimischen Kunstgewerbe Vorbilder zu geben. Zu diesem Behufe gilt es, das Vorzüglichste herbeizuschaffen, was zu irgendwelchen Zeiten, in irgendwelchen Ländern auf diesem Gebiete hervorgebracht worden ist.“

Nach zwei provisorischen Unterbringungen entstand ab 1877 ein speziell für die Sammlung von Martin Gropius entworfener Bau, der bis heute als Ausstellungshaus genutzt wird. Von 1921 bis 1950 residierte die Dauerausstellung unter dem Namen „Schloßmuseum“ im Berliner Schloss. Mit dem Umzug wurde die Bibliothek des Kunstgewerbemuseums abgetrennt und als Kunstbibliothek zu einer selbstständigen Abteilung der Berliner Museen. Die Unterrichtsanstalt vereinigte sich mit der Hochschule für Bildende Künste.

Während des Zweiten Weltkriegs begann man die Sammlung in verschiedenen Schlössern außerhalb von Berlin zu bergen. Nach dem Krieg wurden die Bestände geteilt. In West-Berlin kamen sie 1963 im Knobelsdorff-Flügel des Charlottenburger Schlosses unter, ab 1985 in dem von Rolf Gutbrod entworfenen Museumsneubau am Kulturforum. Den in Ost-Berlin aufbewahrten Sammlungsteil stellte man im Schloss Köpenick aus, das in den 1960er Jahren als Kunstgewerbemuseum betitelt wurde. Mit der Wiedervereinigung der Sammlung ab 1992 werden beide Standorte genutzt. Schloss Köpenick präsentiert Werke der Raumkunst aus Renaissance, Barock und Rokoko. Nach einem Umbau zeigt der Gutbrod-Bau seit 2014 einen breiten Überblick zur Entwicklung des Kunsthandwerks. Zu sehen sind sakrale Geräte des Mittelalters bis zum Design der Gegenwart und ein neuer Sammlungsschwerpunkt: Mode des 18. bis 21. Jahrhunderts.

Die Ausstellung „Berliner Schatzhäuser. 150 Jahre Kunstgewerbemuseum Berlin“ läuft vom 12. Januar bis zum 29. April. Das Kunstgewerbemuseum hat dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zu der Ausstellung erscheint eine Chronik zur Museumsgeschichte, die für 60 Euro erhältlich ist.

Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
D-10785 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 266 42 42 42
Telefax: +49 (0)30 – 266 29 47

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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