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Emil Cimiotti in Berlin

Das Georg-Kolbe-Museum widmet sich aktuell Emil Cimiotti und gibt aus Anlass seines 90. Geburtstages einen Überblick über sein Schaffen der letzten 60 Jahre. Mit der Unterstützung von mehreren deutschen Museen und Privatsammlungen präsentiert das Berliner Haus rund 30 Plastiken, zahlreiche Zeichnungen und eine Auswahl von kürzlich entstandenen Papierreliefs. Kuratorin Christa Lichtenstern möchte mit der Retrospektive den Bildhauer vor allem einem jüngeren Publikum vorstellen. Cimiotti gehört zu den Künstlern der Nachkriegsgeneration, die sich hauptsächlich der Abstraktion verschrieben haben. Seine Bronzewerke wurden weltweit an bedeutenden Ausstellungen präsentiert und stehen bis heute an prominenten Plätzen im öffentlichen Raum. Sie changieren während seiner 60jährigen Schaffensphase zwischen fluiden und bizarr figurativen Formen. Cimiottis Skulpturen haben einerseits eine kraftvolle Präsenz, andererseits erscheinen sie, trotz der Wahl des schweren Materials, schwebend und leicht. Gekonnt setzt er sich während seines Spiels von Materie und Ausdruck mit den Fronten von abstrakter und gegenständlicher Kunst auseinander.

Emil Cimiotti, 1927 geboren, erlernte als Vorbereitung auf sein Kunststudium in seiner Heimatstadt Göttingen den Beruf des Steinmetzes. Zusätzlich besuchte er Abendkurse im Zeichnen bei dem Bauhausschüler Hans Pistorius und stand in engem Kontakt mit Willi Baumeister. Anschließend studierte er ab 1949 bei Karl Hils und Otto Baum an der Kunstakademie in Stuttgart. 1951 wechselte Cimiotti an die Hochschule für Bildende Künste nach Berlin. Ein Jahr später zog es ihn nach Paris. Während seines Aufenthalts in Frankreich prägten mehrfache Besuche im Louvre, Musée d’Art Moderne und Musée de l’Homme sowie wichtige Galerien seine Seherfahrung. Jean Dubuffet wurde neben Constantin Brancusi zu Cimiottis Vorbild. Laut eigener Aussage begann seine künstlerische Selbständigkeit ab 1955. Zwei Jahre später gewann er den Kunstpreis „Junger Westen“ für Bildhauerei. 1959 war er auf der Documenta II, 1963 erneut in Kassel vertreten. 1958 war er zur Biennale in Venedig eingeladen und stellte dort 1960 im Deutschen Pavillon neben Willi Baumeister, Julius Bissier und Karl Schmidt-Rottluff aus. In den 1960er Jahren folgten öffentliche Aufträge und Anfragen von deutschen Museen. Nach seiner Mitwirkung bei der Gründung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig 1963 unterrichtete er dort. 2015 beendete Emil Cimiotti aus Altersgründen seine Bildhauertätigkeit mit der letzten Skulptur „Atmen“. Seit 2013 arbeitet er mit Papier und lässt mit ihm starkfarbige Reliefs entstehen.

Die Ausstellung „Emil Cimiotti. Denn was innen, das ist außen – Retrospektive“ läuft bis zum 28. Januar. Das Georg-Kolbe-Museum hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Begleitend zu der Ausstellung erscheint ein Katalog für 24 Euro im Museumsshop.

Georg-Kolbe-Museum
Sensburger Allee 25
D-14055 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 30 42 144
Telefax: +49 (0)30 – 30 47 041

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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