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Georg Eisler in Salzburg

Das Museum der Moderne in Salzburg widmet dem Maler Georg Eisler eine Ausstellung. Grund hierfür ist die Schenkung seiner Werke durch den Georg und Alice Eisler-Stiftungsfond für bildende Künstler und Komponisten. Dazu treten im Rupertinum auch Arbeiten aus dem eigenen Bestand. Insgesamt sind nun mehr als dreihundert Werke des 1928 in Wien geborenen Künstlers Teil der Museumssammlung. In seinen Gemälden und Arbeiten auf Papier hielt Georg Eisler nicht nur Portraits von Alfred Hrdlicka oder Henri Cartier-Bresson fest, sondern auch das Nachtleben in Städten, Cafébesucher oder das Thema der Heimkehr und Erinnerung an das Exil. Der Schwerpunkt der Schau aber liegt auf politischen Bildern mit Demonstrationen und ihren gewalttätigen Konfrontationen mit der Polizei.

Georg Eisler wurde als Sohn des Komponisten Hanns Eisler und der Sängerin Charlotte Eisler geboren. Er wuchs in Moskau, Prag und Großbritannien auf und kehrte 1946 in seinen Geburtsort Wien zurück, wo er 1998 verstarb. Zentrales Thema seines Œuvres ist der Mensch als Individuum und als Teil einer Masse im sozialen Gefüge der anonymen Großstadt. Eisler hatte in den 1940er Jahren an Kunsthochschulen in Stockport, Manchester und Salford im Nordwesten Englands studiert, bevor er 1944 in London Schüler Oskar Kokoschkas wurde. Trotz der führenden Rolle der Abstraktion in jener Zeit hielt Eisler an der Figuration fest und knüpfte damit an die österreichische Moderne und an die School of London an. So hielt er etwa Marktbesucher oder Voyeure in Bars fest. In „Fußgeherzone“ von 1989 vereint Georg Eisler vor bewegtem hellblauem Grund diffus Menschen, deren Formen aus nervösen Farbstrichen bestehen. Sie laufen scheinbar zufällig durch das Bild und erzeugen damit einem Schnappschusscharakter.

Drückender ist die Atmosphäre in Bildern öffentlicher Demonstrationen. Laut Kuratorinnen Barbara Herzog, Christina Penetsdorfer und Tina Teufel kritisiere Georg Eisler in seinen realistisch-expressiven Bildern unverblümt die Übermacht und Willkür der Exekutive. So steht in der Bleistiftzeichnung „Demonstration“ von 1978 eine dichte Protestgruppe hinter sieben Polizisten mit Schlagstöcken, schwarzen Mänteln und Helmen in Rückenansicht. Eine unsichtbare Grenze in Form eines schmalen Freiraums zieht sich durch das Blatt und baut die Spannung auf, wer als erster diese neutrale Zone überschreitet. Laut Museumsleiterin Sabine Breitwieser hätten „Georg Eislers politische Bilder bis heute nichts an Aktualität eingebüßt, weshalb wir dieser Werkgruppe auch ein besonderes Augenmerk widmen“.

Die Ausstellung „Georg Eisler. Welt-Anschauung“ läuft bis zum 8. April. Das Rupertinum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 29,90 Euro.

Museum der Moderne Salzburg – Rupertinum
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9
A-5010 Salzburg

Telefon: +43 (0)662 – 84 22 200
Telefax: +43 (0)662 – 84 22 20 700

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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