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Das Kunsthistorische Museum in Wien zeigt, woher Peter Paul Rubens seine Ideen bezog, und macht auf seine geniale Adaptionsfähigkeit aufmerksam

Die Kraft der Verwandlung



in der Ausstellung „Rubens – Kraft der Verwandlung“

in der Ausstellung „Rubens – Kraft der Verwandlung“

Peter Paul Rubens war einer der produktivsten und vielseitigsten Maler des Barock. Sein außerordentliches Lebenswerk umfasst Altarbilder, die in ihrer Farbenpracht und Dynamik vieles übertrafen, was seine Zeitgenossen kannten. Aber auch Historiengemälde, Landschaften, Porträts und Aktdarstellungen verbinden sich mit seinem Namen. Als eine besondere künstlerische Herausforderung verstand der 1577 in Siegen geborene Künstler die Auseinandersetzung mit Werken berühmter Kollegen und Skulpturen der Antike und Renaissance. Das Kunsthistorische Museum in Wien belegt derzeit mit einer konzentrierten Schau, wie Rubens im künstlerischem Dialog mit Vorbildern seinen unverkennbaren Stil entwickelte und wie diese fruchtbare Auseinandersetzung sein etwa fünfzigjähriges Schaffen prägte. In Verbindung mit Hinweisen auf Prozesse seiner Arbeits- und Werkstattorganisation sowie mit zahlreichen Belegen motivischer Variationen innerhalb des Œuvres regt die Ausstellung zu einem frischen Blick auf das Werk des barocken Starkünstlers an.


Rubens war ein Künstler, der für neue Eindrücke offen war. Der Flame sprach mehrere Sprachen, war weltgewandt, traditionsbewusst und stets auf der Suche nach neuen Ideen. Diese fand er vor allem auf seinen ausgedehnten Reisen, die ihn nach Italien, Spanien und Paris führten. Als der vierundzwanzigjährige Maler erstmals nach Italien kam, stand er im Austausch mit dem Kreis um den Paduaner Gelehrten Gian Vincenzo Pinelli und den Mathematiker Paolo Sarpi, dem auch Galileo Galilei angehörte. In Rom verkehrte er mit Mitgliedern der römischen Accademia dei Lincei, deren Studium Universale Empirik und humanistische Tradition verband.

In diesen Zirkeln, die neben Rubens auch von anderen Künstlern frequentiert wurden, kam es zu einem regen Austausch zwischen Forscher- und Künstlergeist mit beiderseitigem Nutzen. Erkenntnis wurde bildhaft nachvollzogen, Bilder erhielten eine neue und gesteigerte Faktizität. In seiner Heimat Flandern traf Rubens wiederum auf ein Gelehrtenumfeld, in dem Mathematik und Geometrie dominierten. Auch Reflexionen über Optik, Licht und Farbe prägten seine Kunst ebenso wie das Interesse an Naturphänomenen, an Botanik und Zoologie. Seine Bilder wurden zu Seismografen und Experimentierfeldern, auf denen sich das zutrug, was die Wissenschaft mit ihren neuen Instrumenten und Projektionsmöglichkeiten hervorbrachte.

Ganz wesentlich für Peter Paul Rubens war jedoch vor allem sein Dialog mit Kunstwerken berühmter Vorgänger und Zeitgenossen. In der Wiener Ausstellung kann der Besucher die zuweilen überraschenden Korrelationen durch den direkten Vergleich mit bedeutenden Werken unter anderem von Tizian, Tintoretto, Hendrick Goltzius, Hans Rottenhammer und Adam Elsheimer nachvollziehen. Die Gattungsgrenzen überschreitende Ausstellung vereint Malerei, Zeichnung, Druckgrafik, Skulptur und Objekte der angewandten Kunst. Die Kuratoren Gerlinde Gruber, Stefan Weppelmann und Jochen Sander zeigen an exemplarischen Werkgruppen Rubens’ Methoden der Inszenierung bekannter, aber auch neuer Bildthemen auf. Die Gegenüberstellung beispielsweise von mehreren Fassungen des „Parisurteils“ dokumentiert einerseits Rubens’ Freude am Variieren und eröffnet einen faszinierenden Einblick in Bildgenese und Motivverwandlungen des bekannten Sujets. Andererseits wird der Vergleich mit Variationen des Sujets von anderen Malern wie Hans Rottenhammer und Marcantonio Raimondi ermöglicht.

Eindrucksvoll dokumentiert die Ausstellung, wie genau Peter Paul Rubens antike Skulpturen studierte, wie präzise er die Vorlagen in Zeichnungen übersetzte und später – überaus erfindungsreich – die Sujets seinen Kompositionen einverleibte. Beispielsweise zog Rubens den muskulösen Oberkörper der römischen Skulptur „Der von Cupido gezähmte Kentaur“ als Vorbild für den Körper Christi beim heute in der Eremitage befindlichen Gemälde „Ecce Homo“ heran. In einer vollständigen ikonografischen Neubestimmung verwandelte er so das antike Vorbild des ungezügelten, animalischen Kentauren in eine Darstellung des leidenden, den Betrachter jedoch herausfordernd anblickenden Christus. Tizians „Venus und Adonis“ hingegen war eine Vorlage für ein Gemälde gleichen Titels, bei dem Rubens die Figuren spiegelte. Selbstbewusst ließ Rubens jeder Anverwandlung seine geniale Fähigkeit angedeihen, den gemalten Texturen „Leben“ einzuhauchen: Stoffe samtig, Bärte stachelig, Pelz weich und Helme glänzend scheinen zu lassen, Locken glänzen seidig, und die Haut verlebendigt er durch ein nuancenreiches Kolorit.

Rubens’ Gemälde „Das Pelzchen“ von 1636/38 neben Tizians „Mädchen im Pelz“ um 1535 bildet den furiosen Abschluss des Dialogs. Statt Tizians dichter Farbigkeit schimmern Rubens’ freie Adaptionen transparent und licht. Vibrierende Beweglichkeit zerrt an der festen Kontur. Beide haben einen pelzgefütterten Mantel um ihren Körper geschlungen, und in jedem der beiden Gemälde wird der Gegensatz zwischen der hellen, weichen Haut und dem dunklen, samtigen Pelz mit großer Sensibilität dargestellt. Peter Paul Rubens jedoch, der der schamhaften Venus die Züge seiner zweiten Frau Hélène Fourment verlieh, gelang im Bildnis der „Venus prudica“ noch etwas ganz Besonderes: zu spüren ist die Begeisterung des Malers für diese mädchenhafte Schönheit und zu erahnen, mit welcher Liebe sie gemalt wurde.

Die Ausstellung „Rubens – Kraft der Verwandlung“ ist bis zum 21. Januar zu sehen. Das Kunsthistorische Museum Wien hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 11 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist er frei. Der Katalog kostet im Museum 39,90 Euro. Die gemeinsam mit dem Städel Museum konzipierte Schau wird ab Februar in Frankfurt zu sehen sein.

Kontakt:

Kunsthistorisches Museum Wien

Maria-Theresien-Platz

AT-1010  Wien

Telefon:+43 (01) 525 24 0

Telefax:+43 (01) 525 24 503

E-Mail: info@khm.at



04.01.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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Peter Paul Rubens, Venus Frigida, 1614

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