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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Herbstrunde Grisebachs hatte ein zahlungsfreudiges Publikum, das für Rekordpreise sorgte, aber wählerisch nach Qualität und Seltenheitswert suchte

Marc an Heckel: Die Spitzenexpressionisten unter sich



Franz Marc, Zwei gelbe Tiere (Zwei gelbe Rehe), 1913

Franz Marc, Zwei gelbe Tiere (Zwei gelbe Rehe), 1913

Eine Rarität bot Grisebach zur Herbstauktion in der Kategorie „Small is Beautiful“ an: Drei handbemalte Postkarten von Franz Marc an Erich Heckel aus dem Jahr 1913. Der bis heute ungebrochen beliebte Maler, ein Besuchermagnet in Museen, beschrieb diese mit Grüßen und Notizen zum zeitgenössischen Kunstbetrieb. Heute ermöglichen die Karten einen kleinen Blick auf seine gute Freundschaft mit Heckel. In den intimen Stücken kann der Betrachter etwas erkennen, dass die großen Ausstellungen mit hochkarätigen Gemälden Franz Marcs kaum vermitteln können: Den Künstler als privaten Menschen. Dies zeigt sich nicht nur in den liebevollen kleinformatigen Malereien als Geschenk für einen Freund, sondern auch in der Beschriftung der Karten, beispielsweise wenn Marc aufrichtig an Heckel schreibt, er und seine Frau „denken noch oft und mit so viel Vergnügen an den Abend mit Ihnen zurück, wir wären so glücklich, Sie beide auch einmal in unserem kleinen Dorf zu sehen“.


Grisebach taxierte diese Dokumente einer herzlichen Verbindung zweier großer Künstler jeweils auf 100.000 bis 200.000 Euro. Eine bayerische Privatsammlung sicherte sich alle drei für insgesamt 740.000 Euro. Die „Zwei gelben Tiere“ erhielten den Zuschlag bei 420.000 Euro, das „Rote und gelbe Reh“ bei 260.000 Euro und die in Marcs Œuvre nicht so geläufigen „Zwei liegenden schwarze Katzen“ bei 60.000 Euro. Erich Heckel, der Empfänger der Postkarten Franz Marcs, war bei Grisebach ebenfalls vertreten. Von ihm hatte das Berliner Auktionshaus Anfang Dezember jedoch keine Highlights im Programm, seine Grafiken waren im niedrigen Preissegment angesiedelt. Die Kaltnadelradierung „Elberfelder Schwebebahn“ von 1912 fand taxkonform für 5.000 Euro und der kantige Holzschnitt „Mann in der Ebene“ von 1917 ebenso für 4.000 Euro einen Liebhaber. Am teuersten ging Heckels Aquarell „Südliches Gebirgstal“ im Tessin von 1925 für 11.000 Euro weg (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Die Herbstauktionen bei Grisebach sorgten an ihren vier Tagen für einen Bruttoumsatz von gut 24,2 Millionen Euro, wobei 8,8 Millionen Euro am 30. November auf die „Ausgewählten Werke“ bei einer guten, aber nicht außergewöhnlichen losbezogenen Zuschlagsquote von 75 Prozent entfielen. Mit rund 6,7 Millionen Euro bei 78,4 Prozent abgesetzter Kunstwerke konnte die Sparte „Zeitgenössische Kunst“ die hausintern höchste Summe dieses Bereiches erzielen. Für die „Chromatischen Scheiben“ von Ernst Wilhelm Nay aus dem Jahr 1960 stellte das Auktionshaus einen Künstlerrekord mit einem Zuschlag beim unteren Schätzwert von 800.000 Euro auf, der aber schon eine Woche später von Ketterer in München mit 1,85 Millionen Euro für ein fünf Jahre älteres, deutliches kleineres Bild Nays in den Schatten gestellt wurde. Genauso am unteren Taxrand von 180.000 Euro gab Grisebach Nays ähnliches, aber kleinformatigeres und warmtonigeres Scheibenbild „Bernstein“ von 1960 ab. Den Höchstpreis der Versteigerung errang Max Beckmanns Exilbild „Braunes Meer mit Möwen“ aus dem Jahr 1941. Der Hammer für die Bootsdarstellung am Strand fiel bei 1,2 Millionen Euro (Taxe 1,2 Millionen bis 1,5 Millionen EUR). Diese Highlights bestätigen die Einschätzung von Geschäftsführer Florian Illies, Grisebach stehe auf zwei wesentlichen Säulen: Der Klassischen Moderne und der Kunst der deutschen Nachkriegszeit sowie der Zeitgenossen.

Die zwei Säulen Grisebachs: Klassische Moderne und Zeitgenossen

In der Klassischen Moderne überzeugte Rudolf Schlichters „Porträt Helene Weigel“ von 1928. Der Maler zeichnet die Schauspielerin als ausdrucksstarke emanzipierte Frau mit Blick in Ferne und tut damit eine Auffassung kund, die zu jener Zeit noch nicht allzu üblich war. Den Zuschlag zum Rekordwert erhielt der Berliner Kunsthändler Wolfgang Wittrock bei 480.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Ein ähnlich neues Frauenbild vertritt Lotte Laserstein. Ihr wehmütiges, monochrom braunes Bildnis „In Andacht“ aus dem Jahr 1925 brachte mit 140.000 Euro das Doppelte der oberen Taxierung ein. Solide schlug sich Lovis Corinth. Sein pastos gemaltes Stillleben „Rosen und Flieder“ von 1918 lief bei 280.000 Euro etwas untertourig (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Auf die niedrige Schätzgrenze von 400.000 Euro kletterte dann wenigstens Karl Schmidt-Rottluffs farbintensive Stadtvedute „Ascona“ von 1927.

Max Liebermann, sonst einer der Stars bei Grisebach, schwächelte am 30. November. Seine „Enkelin und Kinderfrau im Nutzgarten“, ein flottes Ölgemälde aus dem Garten seiner Villa am Wannsee von 1923, platzierte sich gut innerhalb des Schätzrahmens bei 380.000 Euro. Doch schon sein typischer „Reiter am Strand nach links“ von 1900 musste mit 200.000 Euro einige Federn lassen (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Alle weiteren sechs Werke Liebermanns, von frühen Ölskizzen bis hin zu ausgeführten Gemälden, fielen durch. Das war dann doch etwas zuviel Ware aus den Händen des Impressionisten. Dasselbe Schicksal traf sowohl Alexej von Jawlenskys etwas unvorteilhaften „Sitzenden Halbakt mit langen Haaren“ in Rosa und Grün von 1910, geschätzt auf 250.000 bis 350.000 Euro, als auch Gabriele Münters „Abendlichen Staffelsee mit Kühen“ in kräftigen Farben aus dem Spätwerk von 1951 (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Grisebach hatte ein kaufkräftiges, aber auch wählerisches Publikum.

Das pickte sich am 1. Dezember in der Auktion „Moderne Kunst“ etwa Adolf Uzarskis dekoratives, gemäßigt kubistisches Gemälde „Spanischer Tanz“ von 1922 zum Rekordwert von 50.000 Euro oder Carlo Menses um 1919/20 gemalte Schönheit mit großen blauen Augen für 36.000 Euro heraus (Taxe je 20.000 bis 30.000 EUR) und ließ auch nicht Rudolf Schlichters veristische Kreidezeichnung dreier Halbweltdamen „Auf dem Anstand“ im Romanischen Café in Berlin von 1926 bei 17.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) oder Fritz Behns Bronzeskulptur einer energisch „Schreitenden Impala-Gazelle“ um 1932 bei 48.000 Euro links liegen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Die Sammler entdeckten gleichfalls Lucien Wercolliers spätkubistische Bronze „Stehender Akt“ von 1951 bei 18.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), Laurent Friedrich Kellers fragmentierte „Maske der Tänzerin Mary Wigman“ von 1925 mit dunkelbrauner Patina bei 12.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und das neusachliche Bildnis einer Frau mit Glasauge in der Hand von 1929 bei 22.000 Euro, das nur mit dem Monogramm HB versehen war (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Stark machte sich oft die jüngere Kunst. Serge Poliakoffs puzzleartig verzahnte bunte „Composition abstraite“ von 1952 verbesserte sich auf 240.000 Euro (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), Emil Schumachers blau-schwarze, materialreiche und informelle Komposition „Ganigam“ von 1975 auf 350.000 Euro (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Arnulf Rainers fast vollständige schwarze Übermalung „III. Roma“ von 1958/60 verdoppelte ihre Erwartung auf 165.000 Euro, John Chamberlains kleines gestauchtes Metallobjekt „Sockets“ von 1977 in Rot, Violett und Blau auf 30.000 Euro. Xanti Schawinskys fotorealistische Malerei eines zerknautschten Papiers von 1967 unter dem Titel „E 220“ vervierfachte ihren Wert auf 17.000 Euro. Stand sie etwa Pate für Gerhard Richters Kunst? Dessen 25 Mal aufgelegten, digitalen Tintenstrahldruck „Vorhang“ von 2012 nach dem Ölgemälde „Vorhang III (hell)“ von 1965 hatte Grisebach jedenfalls zielsicher bei 128.000 Euro eingeordnet (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Sammlung Hecht auf der Gewinnerseite

Im Rahmen blieb zudem George Rickeys 1983 entstandene kinetische Plastik „Acute L’s One Up One Down Exentric“ mit 100.000 Euro. Ebenfalls am unteren Taxrand gab Minimalist Carl Andre seine Bodenarbeit „Evale“ von 1994 aus zwölf L-förmigen Stahlelementen bei 80.000 Euro ab. Ein interessantes Stück war Sigmar Polkes Skizzenbuch vom 30.12.1969 mit zahlreichen humorvollen Zeichnungen, verkauft für 180.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Rosemarie Trockel" target="Rosemarie Trockel" name="Rosemarie Trockel">Rosemarie Trockels titelloses Strickbild samt Rapport eines Jungenkopfes aus dem Jahr 1989 erwirtschaftete 160.000 Euro (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Gotthard Graubners mittelformatiges Kissenbild von 1984 in Rosarot aus der Sammlung des 2013 verstorbenen Hamburger Kunstjournalisten Axel Hecht begeisterte das Publikum bei 255.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), ebenso Markus Lüpertz’ objektbezogenes Gemälde eines Campingzelts aus der Reiher der „Dithyrambischen Malerei“ von 1967 bei 155.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) oder Dorothy Iannones hippiehaftes, ornamentales und explizit erotisches Werk „Je veux te posséder malgré mes principes“ von 1972 bei 31.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Deutsche Zeitgenossen lockten auch Bieter aus dem Ausland. Wie ein roter Faden zogen sich immer wieder die Werke Günther Ueckers durch die verschiedenen Sparten der Auktion. Seinen „Fluß“ von 1984, ein bewegtes Nagelbild mit Beschriftung von Städtenamen, sicherte sich ein Kunde aus Hongkong für 840.000 Euro (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Der nähere Pariser Kunsthandel konnte sich für Joseph Beuys erwärmen und übernahm sein Unikat „Erdtelephon“, ein Objekt von 1968, das ein klassisches schwarzes Wählscheibentelefon mit einem Erdklumpen verbindet und damit symbolisch für Beuys’ enge Beziehung zur Umwelt und Natur steht, für 360.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Zufriedenheit herrschte ebenfalls bei Georg Baselitz über 140.000 Euro für seine frühe neoexpressive Bleistiftzeichnung „Mann mit Hund“ von 1966 (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) oder über 45.000 Euro für seinen schwarzen Linolschnitt „Sitzender Mann, Arme über dem Kopf“ von 1977, der schon auf dem Kopf steht (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Mit den 149 Zeichnungen und Schriftbildern für den Entwurf seines Künstlerbuches „Mensch und Automat“ aus den 1960er Jahren gesellte sich A.R. Penck bei 84.000 Euro hinzu (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), Peter Dreher mit den sechs auf den ersten Blick langweiligen Darstellungen eines leeren Wasserglases, die als drei Tag- und drei Nachtbilder dann verschiedene Lichteinfälle eines Fensters und einer Hängelampe spiegeln, bei 38.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR) und Bernd Koberling mit seinem dunklen neofigurativen Gemälde eines schwarzen „Kormoran“ von 1981 bei 38.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.0000 EUR). Für Rainer Fettings New Yorker Straßenszene mit einem „Big City Cab“ von 1993 spendierte das Publikum 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Die jüngere Künstlergeneration kam mit Chris Succos pastosem winterlichem Linienspiel in Weiß „I guess I want this forever #2“ über blauem Grund von 2014 bei 13.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), Annette Kelms sechsteiliger Fotoserie einer absurd umstürzenden Tischlampe von 2010 bei 15.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder mit Norbert Biskys verträumt blickendem Heranwachsenden auf dem Ölgemälde „Editor“ von 2016 bei 50.000 Euro zum Zug (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Der Tscheche Krištof Kintera machte mit seinem etwas schäbig gekleideten, gesichtslosen, aber beweglichen „Talkman“ von 1999 bei 28.000 Euro auf sich aufmerksam (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Kleine Werke – kleine Preise?

„Small is Beautiful“, die Versteigerung von Arbeiten, die nicht größer als die Katalogseite waren, bescherte Grisebach am 30. November einen Umsatz von knapp 2 Millionen Euro und ein gute losbezogene Verkaufsrate von 75,5 Prozent. Als Highlight neben den Marc-Postkarten platzierte sich unter den kleinen Werken Marc Chagalls Blumenbouquet vor blauem Grund mit angedeutetem Liebespaar von 1948/50 bei 135.000 Euro ein (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR), gefolgt von Kurt Schwitters’ Papiercollage der Merzzeichnung „C 31“ von 1946 bei einträglichen 115.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Den sechsstelligen Bereich erreichte dann nur noch Günther Uecker mit seinem kleinen quadratischen, dick mit weißer Farbe bemalten Nagelobjekt von 1959 für 100.000 Euro (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Seine gleichfalls genagelte und verweißte „Lichtkugel“ von 1965 gab schon bei 72.000 Euro auf (Taxe 80.000 bis 100.000 Euro).

Die Kunden konzentrierten sich lieber auf Adolph von Menzels Bleistiftzeichnung der Rückenfigur „Charlotte, die Schwester Friedrichs des Großen“ vor 1849 bei 12.000 Euro (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), auf Otto Muellers kleine aquarellierte Tuschfederzeichnung eines exotischen „Sitzenden Liebespaars“ um 1912 bei 18.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder auf das aus Licht und Schatten sowie Diagonalen und Rundungen komponierte Fotostillleben des Bauhaus-Künstlers Hannes Meyer von 1926 bei 5.500 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Auch international renommierte Künstler stießen auf reges Interesse, etwa Andy Warhols ironische Serigrafie namens „$ 1.57 Giant Size“ auf einer Schallplattenhülle von 1963 mit 21.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Als Vertreter der Appropriation Art nahm sich Richard Pettibone 1978 Warhols bekannte „Marilyn“ her und verkleinerte sie lustvoll im Stil der Pop Art auf Briefmarkengröße. Den Preis drückten die minimalen Maße nicht, 26.000 Euro wurden im Bieterwettstreit eingenommen (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR).

Kunst zum kleinen Preis offerierte Grisebach am 2. Dezember in der Rubrik „Third Floor“, die mit 83,7 Prozent eine der höchsten Zuschlagsquoten der Herbstrunde aufstellte. Die Schätzwerte durften 3.000 Euro nicht übersteigen, einige Werke konnten allerdings überraschen, unter anderem Alexej von Jawlenskys angedeuteter „Weiblicher Kopf II“ mit seinen schweren Augen; die Lithografie aus dem Jahr 1920 ließ ihre anvisierten 300 bis 400 Euro mit einem Zuschlag bei 5.400 Euro weit hinter sich. Diese Summe gab es zudem für Karl Hagemeisters Aquarell „Weiherufer mit Pflanzen“ von 1884 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Ein Liebhaber war bereit, sogar 9.500 Euro für Kurt Kranz’ Vintagefoto mit einem Ausschnitt der gläsernen Fassade des Dessauer Bauhauses aus den Jahren um 1930 zu zahlen (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Ähnlich hoch stieg nur Pierre Soulages „Eau-forte IX“, eine abstrakte Aquatinta schwarzbrauner Balkenformation von 1957, für die der Hammer erst bei 9.300 Euro fiel (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Wohltätigkeit zur Weihnachtszeit

Vor Weihnachten konnte sich die Kayany Foundation, für die Grisebach eine Benefizauktion in Zusammenarbeit mit der Berliner Galerie Max Hetzler ausrichtete, über einen guten Absatz freuen. 25 der 31 eingereichten Werke und damit gut 80 Prozent fanden am 1. Dezember neue Besitzer und spülten brutto gut 1 Million Euro in die Kassen. Mit 380.000 Euro entfiel ein großer Teil dabei auf Ai Weiweis hölzernen Polyeder „F Size“ von 2011 aus seiner Serie „Divina Proportione“ (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Daneben war Michel Majerus’ zweiteilige titellose Acryl- und Bleistiftmalerei mit einem comicartigem Kopf auf der oberen Leinwand für 55.000 Euro am teuersten (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Das Meiste spielte sich im Rahmen der Preisvorstellungen ab, so Edmund de Waals „another sky“, eine mit wenigen Porzellangefäßen bestückte Vitrine von 2016, bei 50.000 Euro oder Rosemarie Trockels vasenartiges Keramikobjekt „opening“ von 2008 bei 40.000 Euro – jeweils am unteren Schätzrand.

Ida Ekblads titelloses Gemälde von 2015, auf dem die Norwegerin ihren anarchischen Geist über Kunstgeschichte und Stile fegen lässt, reüssierte bei 19.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Jeff Elrods vom Computer errechnete, grau-weiße Malerei in Zeichnungsgestalt von 2017 bei 24.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Am oberen Ende der Taxgrenze von 20.000 Euro positionierte sich André Butzers lediglich weißer vertikaler Strich auf schwarzer Leinwand von 2016. Akram Zaatari beschäftigt sich kritisch mit territorialen Konflikten und Mechanismen der Archivierung und greift damit Themen auf, die die Kayany Foundation selbst tangieren. Den Schätzwert von 7.000 bis 9.000 Euro konnte er mit seinem Inkjetprint „The Times of Struggle“ von 2017 bei 9.500 Euro hinter sich lassen. Mit der Rezeption von Kultur setzt sich die Russin Olga Chernysheva in „Museum Piece. Cairo“ auseinander. Mit 4.000 Euro konnte eine kleinere Geldbörse Kunst zum guten Zweck erwerben (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Den Abschluss machte Christoph Niemann mit zwei aktuellen Grafiken samt Eifelturm-Motiven aus Paris in den französischen Nationalfarben: „Champ de Mars I“ verdoppelte seinen Wert von 600 Euro auf 1.200 Euro, „Champ de Mars II“ schnellte von gleicher Basis gar auf 3.800 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



03.01.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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