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Journal

Das barocke Gesamtkunstwerk Schloss Wackerbarth bei Dresden bezaubert durch graziösen Charme und vorzüglichen Sekt

Wenn die Sachsenkeule zuschlägt



Blick vom Altan auf das Belvedere und die Weinberge

Blick vom Altan auf das Belvedere und die Weinberge

Wenige Kilometer elbabwärts von Dresden, eingebettet in eine Einbuchtung in die Radebeuler Weinberge, stößt man auf ein stimulierendes Ensemble aus gepflegten Gärten und Bauten. Großräumig führt der Weg rasch zum Terrassengarten, dem Zentrum der barocken Landresidenz Wackerbarth. Ähnlich geformt wie in Sanssouci oder im niederrheinischen Kloster Kamp, stufen horizontale Wege das Gefälle ins Elbtal ab, getrennt von abschüssigen Rasenstreifen. Mittig wird die Querachse durch einen breiten, von Buchsbaumkegeln gesäumten Weg betont, der das krönende Belvedere mit dem talseitig gelegenen Schloss verbindet. Seitlichen rahmen zwei heute als Vinothek und Restaurant genutzte ehemalige Wirtschaftsbauten das Sächsische Staatsweingut. Enge Bezüge zur heimischen Kunst- und Kulturgeschichte zeichnen das Kleinod des deutschen Barock aus.


Der Namensgeber und Bauherr des Schlossensembles, August Christoph Graf von Wackerbarth, erblickte als Spross eines alten Lauenburger Adelsgeschlechtes am 22. März 1662 in Kogel bei Ratzeburg das Licht der Welt. Nach Lehrjahren am kurpfälzischen Hof trat er 1685 in die Dienste des sächsischen Kurfürsten Johann Georg III. Von kunsthistorischer Relevanz ist die von August dem Starken veranlasste Ernennung Wackerbarths zum Leiter des kurfürstlich-sächsischen Bauwesens im Jahr 1697. Als „Bauminister“ unterstanden ihm Jahrzehnte bedeutende Architekten wie Matthäus Daniel Pöppelmann oder Johann Christoph Knöffel und deren Projekte, weshalb Wackerbarth auch als „Regisseur des Dresdener Barock“ tituliert wird. Hinzu kam eine steile militärische Laufbahn. 1710 erfolgte die Ernennung zum Geheimen Rat, Kabinettminister und General; 20 Jahre später die Ernennung zum Generalfeldmarschall des Kurfürstentums Sachsen durch Kaiser Karl VI.

Ab 1727 ließ sich August Christoph von Wackerbarth auf erworbenen Weinbergparzellen in der Niederlößnitz das Schloss „Wackerbarths Ruh’“ als Alterswohnsitz durch den von ihm geförderten Architekten Johann Christoph Knöffel errichten. Erst kurz vor seinem Tod am 14. August 1734 wurde die Gesamtanlage vollendet. Nach dem Ableben seines Erben, des Stiefsohns Joseph Anton Gabaleon von Wackerbarth-Salmour, wechseln sich viele Eigentümer ab. Neben der Funktion als repräsentativer Wohnsitz für Adelige, Honoratioren oder Fabrikbesitzer diente es auch als Erziehungs- oder Heilanstalt. Nach vorübergehender Nutzung durch die sowjetische Armee dient Wackerbarth seit 1948 wieder als Weingut. Als „denkmalpflegerische Sacheinheit“ stehen nun die gesamten baulichen und gärtnerischen Anlagen als einzigartiges Zeugnis sächsischer Baukunst unter Denkmalschutz.

Heute nimmt den Besucher die im August 2002 eröffnete „Gläserne Produktion“ in Empfang. Um den historischen Baubestand von der Erzeugung zu trennen und das Ensemble als „Erlebnisweingut“ neu auszurichten, entschloss sich die Sächsische Aufbaubank als heutige Eigentümerin des Staatsweingutes zu einem Neubau. Das Dresdener Architekturbüro „h.e.i.z.Haus Architektur + Stadtplanung“ setzte sich in einem Wettbewerb durch. Bewusst platzierte es den südlichen längsrechteckigen Neubauriegel ohne Bezug zu den Symmetrieachsen der barocken Gesamtanlage. Das offene, als Durchlass zum historischen Bereich konzipierte Entree trennt zugleich den einsehbaren Produktionsteil vom bergseitigen Abschnitt mit Vinothek und Verkostungszone. Neben einem Schaurebenfeld kann der Besucher im Rahmen eines Rundgangs die Abläufe der hochmodernen Sektproduktion auch direkt begehen. Der weitere Verlauf führt durch die ausgedehnten Kelleranlagen mit Fässern, modernen Tanks und Rüttelpulten.

Weiter geht es über eine breite Promenade zum Landschloss. Sorgfältig wurde der zweigeschossige, streng axial gegliederte Putzbau mit hohem Walmdach in der jüngst vorgenommenen Restaurierung auf den ursprünglichen Barockzustand zurückgeführt und alle im Jahr 1875 hinzugefügten Elemente der Neorenaissance wieder entfernt. Bergseitig akzentuiert ein breiter, von Säulen gestützter Altan vor dem Mittelrisalit den Haupteingang, hinter dem die historische zweiläufige Steintreppe ins Obergeschoss führt. Die alte Raumaufteilung der Salons zeigt sich weitgehend im anfänglichen Zustand, teils noch geschmückt von Stuckaturen und Paneelen, als ein Ambiente für kultivierte Zusammenkünfte. Direkt durch den Gartensaal und das Entree führt die von der Straße bis in den Weinberg laufende Symmetrieachse.

Talseits hinter dem Schloss wurde die Parkanlage wieder auf den originalen, streng französisch-barocken Befund mit zentralem Wasserbassin samt Fontaine, rahmenden geschnittenen Hecken und Baumgruppen zurückgeführt. Bergseitig führt die von Treppenabsätzen gegliederte Achse durch den Terrassengarten direkt auf das Belvedere als Krönung der Anlage zu. Zwei um 1730 gefertigte Sandsteinfiguren, Bacchus mit Hund und Venus mit Amor, markieren das Ende der Achse. Vor einem Muschelbrunnen im hohen Terrassenunterbau schwenkt man auf eine der viertelkreisförmigen Rampen ein, die hinauf zum Belvedere führen. Dabei handelt es sich um den Wiederaufbau des 1884/85 abgebrannten Kapellenbaus unter Wiederverwendung der alten Grundmauern. Im Innern des achteckigen Zeltdachbaus mit runder Kuppel und Laterne konnte die dekorative Ausmalung aus der Semper-Zeit rekonstruiert werden. Beidseitig und oberhalb des Belvederes setzt sich in den Weinbergen die vom Weinbau geformte Landschaftsgestaltung fort.

Fränkische Siedler brachten im elften Jahrhundert den Weinanbau mit nach Sachsen, und Bischof Benno von Meißen gilt als Begründer der dortigen Weinbautradition. Bis zu 400 Jahre alte, unterschiedlich getönte Terrassenmauern entfalten zwischen dem satten Grün der Rebstockreihen ein bezauberndes Licht- und Farbenspiel. 120 fest angestellte Mitarbeiter bewirtschaften heute das Staatsweingut mit 104 Hektar Rebflächen. Auch bei der Produktgestaltung spielt bis heute eine künstlerisch originelle Formgebung eine wichtige Rolle. Schon legendären Ruf genießt die „Sachsenkeule“, in der speziell der Wackerbarthsche Sekt angeboten wird. Die Erfindung der keulenförmigen Flasche geht auf das Jahr 1931 zurück, als sie unter der Leitung des Önologen Carl Pfeiffer zum Markenzeichen für den Wein der Hoflößnitz entwickelt wurde. Doch wegen der winzigen Auflagefläche, geringer Standfestigkeit und höherer Zerbrechlichkeit drohte zeitweilig das Aus, bevor die Flasche in den 1990er Jahren in allerdings braunen und nicht wie ursprünglich vorgesehem grünem Glas wieder eingeführt wurde.

Anlässlich des 25jährigen Bestehens der Sächsischen Weinstraße schuf der Hallenser Künstler Moritz Götze für die Sonderedition Bacchus ein besonderes Flaschenetikett, das rasch bei Sammlern für Furore sorgte: In seiner unverwechselbaren Bildsprache zwischen Comic und Pop Art illustrierte er die terrassierten Weinberge samt Schloss und Rebstock, wobei auf der Elbe im Vordergrund eine illustre, im Kahn vorbeiziehende Gesellschaft mit Wackerbarther Sekt anstößt. Mögen es viele weitere gleichtun und nun auf ein friedliches Neues Jahr 2018 anstoßen.

Schloss Wackerbarth – Sächsisches Staatsweingut GmbH
Wackerbarthstraße 1
D-01445 Radebeul

www.schloss-wackerbarth.de



31.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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