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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Mit einer faszinierenden Schau gewährt die Albertina in Wien Einblick in das Schaffen Raffaels und vermittelt ein frisches Bild des Renaissance-Genies

Berührende Menschlichkeit



Raffael, Maria mit dem Kind (Madonna Colonna), 1508

Raffael, Maria mit dem Kind (Madonna Colonna), 1508

Zärtlich hält sie das kleine, nackte Kind mit festem Griff. Liebevoll umschlingt sie mit ihrem rechten Arm den jungen Körper, umgreift ihre Hand den Rücken und berührt mit der Wange den wuscheligen Harrschopf des kleinen Geschöpfs, dessen gestreckte Hand in den Ausschnitt ihres Kleides greift. In seiner „Madonna lactans“ bringt Raffael jene emotionale Verbindung zum Ausdruck, die uns mehr als 500 Jahre später fasziniert und beglückt vor seinen Werken stehen lässt. Eine erstklassige Ausstellung in Wien lädt zur Wiederbegegnung mit dem Klassiker der Hochrenaissance ein. Die Albertina widmet dem Universalgenie Raffael eine groß angelegte Schau, die – nach einer ersten Station im Ashmolean Museum in Oxford in veränderter Form und bereichert um einige herausragende Gemälde – das Denken und die Konzeption Raffaels ins Zentrum stellt. Die monografische Präsentation zeigt mit rund 130 Zeichnungen und 18 Gemälden sämtliche bedeutende Projekte des Künstlers: von der frühen umbrischen Periode bis 1504 über die Jahres des Florenz-Aufenthalts zwischen 1504 und 1508 bis hin zur nachfolgenden römischen Zeit, als er sich stark mit der Antike auseinandersetzte.


Wie kaum ein anderer Künstler hat der 1483 in Urbino geborene Raffaello Santi, der nur 37 Jahre alt wurde, die Kunst des Abendlandes geprägt. Gemeinsam mit Leonardo da Vinci, Michelangelo Buonarroti und Albrecht Dürer gehört er zu den großen, prägenden Künstlern der Neuzeit. Neben seiner Tätigkeit als Maler in Florenz und am päpstlichen Hof in Rom war Raffael auch Architekt des Petersdoms und Aufseher über die römischen Antiken. Zugleich war er einer der außergewöhnlichsten und faszinierendsten Zeichner. Die Verehrung, die ihm entgegengebracht wurde, erreichte schon zu seinen Lebzeiten, aber auch in späteren Epochen einen fast religiösen Charakter.

Ausgehend von den bedeutenden Beständen der Albertina und ergänzt um Spitzenleihgaben anderer internationaler Sammlungen, wird das Heranreifen von Raffaels meisterhafter Erzählkunst in der Ausstellung zeitlich chronologisch vorgestellt. Die Zeichnungen, ausgeführt in Rötel, Bleistift, Kohle und Silberstift, bieten den einmaligen Reiz, dem Künstler „beim Denken zuzuschauen“. Sie dienten Raffael als Mittel der Ideenfindung, der Entwicklung von Kompositionen und der Vermittlung seiner Vorstellungen an seine Werkstattmitarbeiter. Raffael systematisierte die Methoden der Vorbereitung seiner Werke immer weiter. In der Ausstellung können der Prozess der verschiedenen Stufen der Bildentwicklung und die Zusammenhänge mit den ausgeführten Werken anhand von Originalen und Reproduktionen von Gemälden nachvollzogen werden.

Faszinierend ist, wie überaus präzise Raffael seine Malerei vorbereitete, wie er die Gesten seiner Figuren variierte, Haltungen veränderte, Gesichtausdrücke nuancierte. Dabei ist bemerkenswert, dass der Künstler selbst in der späten Schaffenszeit, als er durch eine große Zahl an Aufträgen in hohem Maße überlastet war, Zeichnungen von derartiger Feinheit und Detailliertheit ausführte. Es war ihm ein wichtiges Anliegen, sich jede Einzelheit mit großer Sorgfalt zu bewusst zu machen und sie auf ihre Wirksamkeit in der Komposition zu überprüfen, so dass in der Malerei nichts mehr dem Zufall überlassen blieb. Dadurch wird auch das Bild müheloser Bravour ad absurdum geführt, das schon zu Raffaels Lebzeiten den Mythos von Perfektion und idealer Schönheit genährt hat. Stattdessen veranschaulichen sowohl die Ausstellung, als auch der beeindruckende Katalog, mit welcher Hingabe sich Raffael mit der Kunst seiner Zeitgenossen und Vorgänger auseinandersetzte, sie aufsog, verarbeitete und schließlich zu gänzlich eigenen Lösungen fand.

Grundlegend für Raffaels künstlerische Sicht war die Naturbeobachtung, das Studium am menschlichen Modell, an dem er jede Bewegung und jede Haltung seiner Figuren überprüfte. Bei aller Monumentalität, Würde und Erhabenheit fehlt es seinen Figuren nie an natürlicher Grazie, an kindlichem Übermut oder an ernster Betroffenheit. Auf universelle Weise gelang es dem Künstler, zutiefst menschliche Aspekte seiner Geschöpfe, ihren Charakter, ihr Wesen und ihre Gefühle zu bezeichnen. Wenngleich Raffael die Figuren idealisierte, beobachtete er sie genau und gab ihnen dadurch einen Ausdruck, der unmittelbar berührt. Denn wie Achim Gnann, Kurator der Ausstellung, betont, beginne jede Expressivität der Figuren von Raffael in der Muskulatur, der Spannung des Körpers. Und nirgendwo lässt sich dies besser erkennen, als in den Studien, Ideenskizzen und Kartons, die einem Bild oder Fresko vorausgehen. Ausgestellt sind auch Kartons in der Originalgröße der späteren Werke mit Punktierungen, um die Komposition auf die Wand zu übertragen. Andere Skizzen bereiten mit Weißhöhungen die Lichtsetzungen vor.

Der Albertina ist es gelungen, eine grandiose Auslese von Zeichnungen zusammenzuführen, die sonst weit verstreut sind. Die Ausstellung wirft einen frischen Blick auf Raffaels überragendes zeichnerisches Werk und macht plausibel nachvollziehbar, mit welcher Stringenz der Künstler an immer ausdrucksvolleren und überzeugenderen Kompositionen arbeitete. Raffael ging es jedoch, das macht die Schau deutlich, stets um den schöpferischen Akt des Zeichnens. Und so wäre es falsch, seine Entwürfe bloß als dokumentarische Belege für die Entstehung, Zuschreibung und Datierung von ausgeführten Projekten zu betrachten. Die „Idee“ des Zeichnens entsprang bei Raffael dem „Schwung einer Form, die sich selbst sucht und die sich nur auf der Suche nach sich selbst findet“, wie Jean-Luc Nancy es ausdrückte.

Die Ausstellung „Raffael“ ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. An den Feiertagen gelten teils gesonderte Öffnungszeiten. Der Eintritt beträgt regulär 12,90 Euro, ermäßigt für Senioren 9,90 Euro und für Studenten 8,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 32,90 Euro.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 534 83 199

Telefon:+43 (01) 53 48 30



24.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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