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Zwei Seiten einer Fotografin: Das Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zeigt das zunächst glamouröse, später dann schonungslos-realistische Werk der Modefotografin Madame d’Ora

Die Brüchigkeit des Schönen



Auf zwei ganz unterschiedliche Facetten der österreichischen Fotografin Madame d’Ora macht jetzt das Museum für Kunst und Gewerbe in der Ausstellung „Madame d’Ora. Machen Sie mich schön!“ aufmerksam. Ein Anlass für die Schau, die in Zusammenarbeit mit dem Wiener Photoinstitut Bonartes erarbeitet wurde, ist die Tatsache, dass ein großer Teil des Nachlasses von Madame d’Ora im Hamburger Museum aufbewahrt wird. Rund 170 Aufnahmen aus dem hauseigenen Bestand, aber auch von anderen Leihgebern, dazu Modeobjekte und Faksimiles von Zeitschriftenseiten, sind zu sehen.


Die 1881 als Dora Kallmus geborene, aus einer jüdischen Akademikerfamilie stammende Fotografin eröffnete 1907 in Wien ihr erstes Fotoatelier. Von da an firmierte sie auch unter dem Künstlernamen Madame d’Ora. Zunächst fertigte sie Porträts von jüdischen Intellektuellen und Vertretern der Wiener Moderne wie Arthur Schnitzler oder Karl Kraus, aber auch von Angehörigen der Hocharistokratie. In den 1910er Jahren machte sie sich einen Namen als Modefotografin für jetzt neu aufkommende, opulente Zeitschriften wie „Die Dame“ oder „Moderne Welt“, für die sie auch Texte verfasste. „Madame d’Ora war die erste Modefotografin Wiens“, erläutert Esther Ruelfs, die Fotokuratorin des MKG. Im Jahr 1925 verlegte Madame d’Ora ihr Fotoatelier nach Paris. Ihrem Idealbild der modernen, selbstbewussten „neuen Frau“ blieb sie auch hier verhaftet. Die Kleider der Haute Couture inszenierte sie auf den Körpern bekannter Tänzerinnen und Schauspielerinnen. Elegante Roben, Pelze, Schals, Schmuck und andere Accessoires arrangierte Madame d’Ora gekonnt. Viele ihrer Fotos verfügen über eine weichgezeichnete, geradezu malerische Qualität. Berühmt wurde ihre 1928 entstandene Aufnahme der amerikanisch-französischen Tänzerin Josephine Baker, die diese unbekleidet, in kniender Pose einfängt.

Szenenwechsel. Während sich der erste Teil der Ausstellung den Vorkriegsjahren mit den eleganten Porträts und glamourösen Modeaufnahmen widmet, konzentriert sich der zweite Teil auf das bislang weit weniger bekannte, eher schonungslose Werk der Nachkriegszeit. Madame d’Ora und ihre Schwester mussten Paris nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten verlassen, ihr Atelier verkaufen. Sie selbst überlebte in einem Versteck in Südfrankreich, ihre Schwester wurde 1941 deportiert und in einem Konzentrationslager ermordet. Unter dem Schock dieser Schreckensjahre entstand Madame d’Oras spätes, viel radikaleres Werk. Zwischen 1946 und 1948 fotografierte sie im Auftrag der UNO in Flüchtlingslagern in Salzburg und Wien. Sie hielt in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Porträts „Displaced Persons“ fest, Heimatlose also, die in den Lagern gestrandet waren. Gerade heute erhalten diese schonungslosen Aufnahmen wieder eine neue Aktualität. „Wir legen in der Ausstellung einen Schwerpunkt auf das Nachkriegswerk, das vorher noch nie in dieser Breite gezeigt worden ist“, so Esther Ruelfs.

Wieder in Paris fertigte Madame d’Ora erneut Porträts von Berühmtheiten, diesmal jedoch ohne Retusche und Weichzeichner. Ihre ehrlichen Porträts bevorzugen jetzt gealterte Schriftsteller, den betagten Sänger Maurice Chevalier und den legendären Ballett-Impresario Marquis de Cuevas im Rollstuhl.

Ihr letzter Werkzyklus entstand Mitte der 1950er Jahre. Madame d’Ora fotografierte auf den Schlachthöfen von Paris. Kalbs- und Pferdeköpfe, hängende Kadaver, Schlachtbänke und Blutlachen fing sie in Detailansichten ein – abstoßend und ästhetisch zugleich. Auch diese Bilder vermitteln ihr Interesse an Strukturen. Das Fettgewebe eines Kalbsmagens inszeniert sie wie feinen Brokatstoff. In einer großen Retrospektive 1958 in Paris würdigte der Eröffnungsredner Jean Cocteau die gesamte Bandbreite ihres faszinierenden Werkes.

1963 starb Madame d’Ora im österreichischen Frohnleiten, wo sie in ihrem restituierten Haus ihre letzten Lebensjahre verbrachte. Die Direktorin des Museums für Kunst und Gewerbe, Sabine Schulze, resümiert: „Die Ausstellung zeigt, wie sich Weltgeschichte in einem ganz persönlichen Œuvre spiegelt, wo sich ästhetisches Empfinden mit den schrecklichen Erfahrungen der Kriegszeit mischt.“

Die Ausstellung „Madame d’Ora. Machen Sie mich schön!“ läuft vom 21. Dezember bis zum 18. März 2018. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre ist er frei. Der Katalog aus dem Brandstätter Verlag kostet im Museum 39,90 Euro, im Buchhandel 49,90 Euro.

Kontakt:

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz

DE-20099 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428134 880

Telefax:+49 (040) 428134 999

E-Mail: service@mkg-hamburg



21.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Veranstaltung vom:


21.12.2017, Madame D’Ora - Machen Sie mich schön!

Bei:


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Dora Kallmus

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Madame d’Ora










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