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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Zeitgenossen im Dorotheum schlugen sich wacker: Bekannte Bestseller wie Paolo Scheggi, Georg Baselitz oder Heinz Mack erzielten Bestpreise. Doch es war eine Arbeit der CoBrA-Gruppe, die den höchsten Zuschlag des Abends erhielt

CoBra, übernehmen Sie!



Besonders die fantastisch-abstrakten Arbeiten der avantgardistischen CoBrA-Gruppe waren bei der Zeitgenössischen Kunst im Dorotheum gefragt. Darunter befand sich Asger Jorns expressives Ölbild „Brokigt brak – Patchy quarrel“, das mit 380.000 Euro zum teuersten Objekt des Abends avancierte. Das 1964 entstandene Werk aus ungestümen Gestalten ist ein lebendiges Beispiel für eine Reihe von Arbeiten aus diesem Kreis, der 1948 als Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg gegründet und vier Jahre später bereits wieder aufgelöst wurde. Für die charakteristische, schön-hässliche, farbenfrohe Leinwand, die sich an der Bildsprache kleiner Kinder orientiert, waren eigentlich nur 150.000 bis 200.000 Euro vorgesehen. Aus dem Gründungsjahr stammen die in kraftvollen Pinselstrichen gemalten „Bicyclistes“ des holländischen Kollegen Corneille. Er porträtiert stark abstrahierte Fahrräder mit ihren Fahrern und seltsamen Tieren vor giftgrünem Hintergrund, was zu einem Anstieg von 55.000 Euro auf überraschende 100.000 Euro führte. Und auch die unheimlichen Vogelgestalten aus bunten, zum Relief gespachtelten Farbmassen von Landsmann Karel Appel fanden für 54.000 Euro respektive 40.000 Euro im Rahmen ihrer Schätzungen neue Besitzer.


Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von 67 Prozent, die sich mit dem Nachverkauf noch auf gut 71 Prozent erhöhte, schloss die Auktion „Contemporary Art, Part I“ am 22. November im Dorotheum ab – ein sehr gutes, wenn auch nicht herausragendes Ergebnis für die Wiener Kunstexperten. Von der schöpferischen Wucht des Malers ging es nach CoBrA zu vorsichtig deformierten Leinwänden. Unter den italienischen Avantgardekünstlern der 1960er Jahre krönten die Bieter wie erwartet die dunkelblaue „Zone riflesse“ von Paolo Scheggi zu einem der Highlights der Auktion. Die mit elliptisch verzerrten Öffnungen versehenen Leinwände, die einander überlappen und mit Acrylfarbe bemalt sind, spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters und verführten den ausdauerndsten Kunden zu einem Gebot von 330.000 Euro (Taxe 280.000 bis 360.000 EUR). Enrico Castellani brachte mit seiner Technik der durch Nägel reliefierten Leinwand die „Superficie bianca“ von 1981 beinahe zum Bersten, während Lucio Fontana dem unvorsichtigen Betrachter zuvorkam und sowohl in sein mit Tusche auf weißem Papier bekritzeltes „Concetto spaziale“ von 1963 als auch in sein mädchenhaft rosafarben glitzerndes Oval aus dieser Zeit Löcher hindurchstieß. Während Castellani seine untere Schätzung von 150.000 Euro einhielt, übertrafen die Fontana-Arbeiten ihre Erwartungen mit Erlösen von 52.000 Euro und 65.000 Euro (Taxen 30.000 bis 40.000 EUR und 35.000 bis 50.000 EUR).

Die Grenzen zwischen Malerei und Plastik versuchte zeitlebens auch Agostino Bonalumi mit seinen Leinwänden zu sprengen. Erstaunlich akkurat gelang ihm das 1966 bei dem dunkelroten Reliefobjekt „Rosso“, aus dem kreisförmige Rippen und Stäbchen senkrecht zur Oberfläche herausragen. Ein Bewunderer ergatterte es sich für die untere Taxierung von 140.000 Euro. Eine subtilere Variante bot das Dorotheum mit Bonalumis anderthalb Meter langem, weißem Wellenrelief „Bianco“ von 1976 an, das einen Liebhaber mit angesetzten 80.000 Euro überzeugte. Sinnestäuschung par excellence bediente dann Dadamaino mit ihrer Arbeit aus der Serie „Oggetti Ottico Dinamici“. Zusammengesetzt aus gewalzten Aluminiumplatten, die wie Kacheln ein Metallschachbrett formen, spielen die hellen und dunklen Flächen durch ihre abwechselnde Anordnung mit den Dimensionen des Raums und den Augen des Betrachters. Dafür kamen 160.000 Euro zusammen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Beeindrucktes Staunen rief die glänzend goldfarben patinierte „Disco in forma di rosa del deserto“ von Arnaldo Pomodoro aus dem Jahr 2006 hervor. Die 70 Zentimeter im Durchmesser fassende, aufgerissene Skulptur reihte sich denn auch wie im Vorfeld erhofft unter die erfolgreich versteigerten Lose des Bildhauers ein, auch wenn mit 240.000 Euro noch 10.000 Euro bis zum unteren Schätzrahmen fehlten. Pomodoros „Continuità“-Kollege Tancredi stach mit einer unbetitelten Leinwand von 1959 hervor, die mit wilden Pinselstrichen einem bunten Farbfeuerwerk glich. Mit 110.000 Euro blieb das Ölbild jedoch ebenfalls leicht hinter den Erwartungen zurück (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR). Nach figurativen Anfängen setzte sich auch Emilio Scanavino für die Auflösung der Form ein – demonstriert bei der vergangenen Auktion mit einem fünfteiligen Polyptychon von 1959, das seine filigranen grüblerischen Abstraktionen in unterschiedlichen Formaten zu einem Riesenmosaik verwandelt und damit die untere Taxe von 70.000 Euro erreichte.

Auch die deutschen Exponate erzielten Bestpreise. So erfüllte ein im weitesten Sinne als Selbstbildnis zu deutendes, unbetiteltes Gemälde von Martin Kippenberger mit einem schlafenden Dinosaurierembryo in einer Eierschale seine hochgesteckten Erwartungen von 250.000 bis 350.000 Euro mit einem Endgebot von 320.000 Euro. Ungegenständlichkeit beherrscht den feinmaschigen „Lichtfächer im Raum“ aus Streckmetallgewebe des ZERO-Künstlers Heinz Mack. Dennoch erreichte das schillernde Objekt aus dem Jahr 1965 mit 200.000 Euro eines der höchsten Ergebnisse des Abends (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Auch Herbert Zangs griff schon zehn Jahr zuvor auf das ungewöhnliche Material Metall zurück, um 1954 seine „Drahtfaltung verweißt“ zu kreieren. Gute 55.000 Euro waren sein Lohn (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Über den Erwartungen schnitt gleichfalls Imi Knoebels geometrisches Farbrelief „Secura“ von 2012 bei 40.000 Euro ab, in dem er mit dem deutschen Kolorit Rot, Schwarz und Gold spielt (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Ins Schwarze traf das Dorotheum mit seiner Schätzung zweier Werke von Georg Baselitz, die mit 200.000 Euro respektive 180.000 Euro zu den Höhepunkten der Auktion zählten. Der sächsische Maler provoziert seit Langem mit seinem Markenzeichen, vermeintlich verkehrt herum gehangenen Arbeiten. So scheint durch diesen Kniff ein „Kleines Feuer“ seit 2003 auf einen triumphierenden Boxer herabzufallen (Taxe 170.000 bis 220.000 EUR) und eine schwarze Nebelwand zwei hilflose Kinder mit Blumensträußen auf „Sibirski Greeting the Champions“ von 2001 zu verschlucken (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Provokant ging es auch auf André Butzers über zwei Meter hoher Leinwand zu. Er nutzt seine comichaften Mutanten dazu, Inhalte zu transportieren. 1999 war es die Erkenntnis „Der Realismus bereut nichts“. Das schien auch ein Sammler so zu sehen und katapultierte das Werk auf 68.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Solch eine Welt aus farbigen Visionen, bevölkert von abstrakten Wesen, die für Primitivität genauso stehen wie für Kultiviertheit, schaffte bis vor kurzem auch A.R. Penck. Da nach seinem Tod nun nichts mehr nachkommt, deckten sich die Bieter in Wien ein: Sein „Soldato Moderno“ von 1990 salutierte bei 80.000 Euro (Taxe 55.000 bis 75.000 EUR), während sein Strichmann auf „TX“ mit 75.000 Euro nur knapp das Nachsehen hatte (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Einen Spitzenplatz unter den Preissteigerungen holte sich Gerhard Richter mit seiner „Betty“; der Offsetdruck der abgewandten Bademantelschönheit von 1991 verdoppelte sein Startgebot von 50.000 Euro großzügig auf 110.000 Euro.

Bei den Österreichern überzeugte vor allem Maria Lassnig. Ganz selbstironisch sagte sie noch zu Lebzeiten über ihren Erfolg, dass man sie „so lange unterbewertet habe, dass sie die jetzige Bewertung gar nicht mehr bewerten kann“. Die Grande Dame der österreichischen Zeitgenössischen war mit zwei selbstreflexiven Körperbewusstseinsbildern aus der Serie „Innerhalb und außerhalb der Leinwand“ von 1984/85 angetreten; nur eine fand während der Auktion einen Käufer, dafür aber mit stolzen 240.000 Euro (Taxe je 180.000 bis 320.000 EUR). Kräftig-farbige Präsenz haben auch die großformatigen Bildwelten von Xenia Hausner, fragmentarische Momentaufnahmen zwischenmenschlicher Beziehungen, so wie hier in „Pure Cool“, wo sich von Kim Jong-Il und Minnie Mouse betrachtet zwei junge Frauen in den Armen liegen. So viel Leidenschaft überzeugt: 55.000 Euro gab man dafür aus (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Körperlich gedacht sind auch die sogenannten „Passstücke“ von Franz West, aus deren Erweiterung eine unbetitelte helmartige Pappmaschee-Skulptur von 1994/96 für 90.000 Euro weit unter ihrem Wert von mindestens 120.000 Euro verkauft wurde.

Last but not least: Den Abschluss machen die englischsprachigen Künstler. Eine Ode auf die Absurdität der Bürokratie schuf Tony Cragg 1993 mit seinem monumentalen Stempelkarussell „Subcommittee“ aus Bronze, von dem nur zwei weitere Ausführungen existieren, was Schätzung und Kaufpreis gleichermaßen auf 100.000 Euro anschwellen ließen. Fotorealistisch und zweidimensional betätigt sich John Salt. Lieblingsmotiv sind dabei Autos und Autowracks, so wie bei „Demolished, Arrested Auto“ von 1970, das mit gerade einmal 55.000 bis 75.000 Euro angesetzt war und fast doppelt so hohe 100.000 Euro abschleppte. Eher flächig abstrahiert bildete Tom Wesselmann ein oft genutztes Modell ab; „Drawing for Great American Nude #87“ gewährt tiefe Einblick in das Wesen des weiblichen Körpers und dürfte damit seinen Käufer um den kleinen Finger gewickelt haben, der zu einem Kaufpreis von 62.000 Euro bereit war (Taxe 38.000 bis 50.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



21.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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