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Trachten zwischen Tradition und Moderne auf Föhr

Das Museum der Kunst Westküste auf Föhr beschäftigt sich mit dem wieder in Mode gekommenem Thema der Tracht. Dirndl und Lederhosen erfreuen sich heute großer Beliebtheit bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest in München. Traditionelle Trachten verschwanden aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts mit der aufkommenden Industrialisierung immer mehr aus dem Alltag. Dies gab den Ausstellungsmachern Anlass, eben diese Bandbreite und Entwicklung der Kleidungsstücke abzubilden. Mit historischen Trachtenfigurinen, Gemälden, Zeichnungen oder Druckgrafiken des 18. bis 20. Jahrhunderts sowie in Gegenüberstellungen mit der zeitgenössischer Malerei, Papierschnitten, Grafiken, Collagen und Fotoarbeiten bis hin zu Objekten aus Plastikstoff zeigen sie die Wandelbarkeit der Kleidungsstücke im Laufe der Zeit.

Das Haus greift dafür zunächst auf die eigene Sammlung zurück. Künstler wie Otto Heinrich Engel, August Wilckens oder Johan Julius Exner kamen um 1900 nach Fanø und Föhr. Dort hielten sie die Inselbewohnerinnen in der traditionell dunkelfarbigen Tracht mit opulentem Blumenschmuck fest. Oft handelt es sich dabei allerdings um idealisierte Vorstellungen des Landlebens, die die aus Städten stammenden Künstler anfertigten. Druckgrafiken beweisen hingegen, wie buntfarbig die aus verschiedenen Materialen zusammengesetzte Trachten im Alltag waren. Aus dem öffentlichen Bild des 19. Jahrhunderts verschwanden die Kleidungsstücke zunehmend zugunsten einer städtisch-bürgerlichen Mode.

Den historischen Bildwelten stellt das Museum zeitgenössische Darstellungen gegenüber. In einer beschleunigten globalisierten Welt gibt die Tracht heute oft ein Gefühl von Halt und Heimat. Sie gilt wieder als salonfähig und schick. Themen der Identität, Heimatverbundenheit und Traditionspflege inspirieren auch Künstler und Künstlerinnen wie Catharina Bond und Hendrik Kerstens. Beide gestalten Trachten mit ungewohnten Materialien, unter anderem mit Plastik oder Geschirrhandtüchern, und hinterfragen so deren Wesen kritisch und ironisch. Absolventen des Studiengangs Modedesign der Hochschule Hannover setzten sich mit der Schaumburger Tracht auseinander und schufen eigene neu interpretierte und spielerisch verfremdete Kreationen. Auch Modeikone Vivienne Westwood brachte schon trachtenbasierte Modelle auf die Laufstege.

Die Ausstellung „reload! Kunst Tracht Mode“ läuft bis zum 7. Januar 2018. Das Museum Kunst der Westküste auf Föhr hat Dienstag bis Sonntag von 12 bis 17 Uhr geöffnet, an Heiligabend sowie den Weihnachtsfeiertagen geschlossen. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog zum Preis von 29 Euro.

Museum Kunst der Westküste
Hauptstraße 1
D-25938 Alkersum

Telefon: +49 (0)4681 – 74 740 11
Telefax: +49 (0)4681 – 74 740 19

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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17.09.2017, Reload! Tracht – Kunst – Mode

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Museum Kunst der Westküste








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