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Käthe Kollwitz kommt in die Walhalla

Käthe Kollwitz zieht in die Walhalla ein

Käthe Kollwitz wird ein Denkmal in der Walhalla gesetzt. Das hat der bayerische Ministerrat beschlossen. Im neuen Jahr wird eine Büste aufgestellt, die künftig an die sozial engagierte Künstlerin erinnern soll. Der Freistaat Bayern reiht Kollwitz damit in die Ehren- und Ruhmeshalle bedeutender deutscher Persönlichkeiten ein, die bisher 130 Büsten und 64 Gedenktafeln füllen. Kunstminister Ludwig Spaenle würdigt das Schaffen der Künstlerin als bis heute bewegend und betont: „Sie stellt mit ihrem Leben und ihrer Haltung ein Vorbild dar, auf das alle Deutschen stolz sein können. Ihr Werk spiegelt menschliches Leid, Tod und Trauer. Es eröffnet auf einzigartige Weise die Perspektive von Frauen auf Kriegserfahrungen.“

Käthe Kollwitz, 1867 in Königsberg geboren, thematisiert in ihren Werken vor allem das Leiden der Familien, Frauen und Kinder nach dem Ersten Weltkrieg. Dafür wurde sie schon 1919 von der Preußischen Akademie der Künste gewürdigt, die sie zu ihrem ersten weiblichen Mitglied machte. Ebenfalls als erste Frau erhielt Kollwitz zehn Jahre später den Orden „Pour le Mérite“ für Wissenschaft und Künste. Die Nationalsozialisten, gegen die sie sich wandte, zwangen 1933 die Künstlerin, die Preußische Akademie der Künste zu verlassen. Kollwitz’ Kunst galt als „entartet“. Das Ende des Zweiten Weltkriegs durfte sie nicht mehr erleben, sie starb kurz zuvor im April 1945 in Moritzburg bei Dresden.

Leo von Klenze erbaute die Walhalla auf Veranlassung König Ludwigs I. in Donaustauf bei Regensburg. 1842 wurde die Ruhmeshalle eingeweiht. Auch Max Planck (1858-1947), der als Schlüsselfigur für die moderne Physik gilt, soll dort mit einer Büste geehrt werden. Auf Vorschlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften entscheidet der Ministerrat über die Aufnahme in die Walhalla. Sie wird jährlich von rund 130.000 Gästen besucht.

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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