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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts mit überraschenden Steigerungen bei Andreas Sturies in Düsseldorf

Höchstpreise in drei Techniken



Bob Thompson ist in Europa kein geläufiger Name. Doch für die Kunstentwicklung in den USA hat der 1937 in Louisville geborene Maler eine gewisse Bedeutung. Gehört er doch zu den frühen afroamerikanischen Künstlern, die in der von Weißen geprägten New Yorker Kunstszene Beachtung fanden. So erhielt er 1961 ein Stipendium der Whitney Foundation, pflegte Freundschaften zu den Jazz-Musikern Charlie Haden oder Ornette Coleman und zu dem Schriftsteller Allen Ginsberg oder wurde von der legendären Martha Jackson Gallery vertreten. Mit Allan Kaprow nahm er an einem der ersten Happenings in New York teil. 1966 mit nur 28 Jahren war alles vorbei: Bob Thompson starb in Rom an einer Überdosis Heroin. Trotzdem hat er in seiner achtjährigen künstlerischen Tätigkeit ein Œuvre von über 1.000 Werken hinterlassen. Sie speisen sich aus seiner Begeisterung für die Kunst Alter Meister, genauso wie aus seiner Vorliebe für den Jazz und den Abstrakten Expressionismus. Trotz des hohen Abstraktionsgrades blieb Thompson in seinen überbunten Gemälden der Figuration treu. Meist sind es stark formalisierte Menschengruppen, die in einer Landschaft agieren, so auch in „Harvest Rest“. Die gemütlich zur Sommerszeit um einen Baum gruppierten Gestalten lockten im Auktionshaus Sturies vor allem Kunden aus den USA an. Mit ihrem Kaufwillen verhalfen sie dem Ölgemälde von 1964 zu einem unverhofften Geldsegen von 52.000 Euro; denn vorgesehen waren nur 12.000 Euro.


Gleich hoch angesetzt war am 18. November in Düsseldorf die Bronze „Engelskopf II“, ein Hauptwerk Karl Hartungs aus dem Jahr 1955. Die abstrakte Kopfform mit ihrer vertikalen Rillenstruktur verbesserte sich allerdings nicht so stark wie Thompsons Gemälde, der Zuschlag erfolgte bei 21.000 Euro. Den fünfstelligen Bereich erreichte bei der Auktion noch eine konstruktivistische monochrome Grafik László Moholy-Nagys. Seine Radierung „Ohne Titel (Q1 Suprematistisch)“ von 1923 fand als Rarität trotz des nicht optimalen Zustandes einen Käufer für 13.000 Euro (Taxe 10.000 EUR). Alles andere spielte sich in der Versteigerung „Moderne und Zeitgenössische Kunst“ mit drei- und vierstelligen Werten ab. Mit der hohen losbezogenen Zuschlagsquote von 75 Prozent war Andreas Sturies sehr zufrieden. Seine fachkundige Bewertung stellte er unter Beweis, indem weite Teile der Offerte im Rahmen der Schätzpreise ihre Abnehmer fanden. Einige Ergebnisse konnten aber auch überraschen, darunter Max Oppenheimers „Bildnis Heinrich Mann“, eine Radierung, die den Kopf des Schriftstellers klein im oberen Bilddrittel auf einem sonst weiß belassenen Blatt zeigt. Taxiert auf 500 Euro, endete der Wettstreit unter den Sammlern erst bei 2.300 Euro. Bei gleicher Bemessung platzierte sich Eduardo Chillidas titelloser Siebdruck um 1980 mit raumumfassenden Halbkreisen und Rechtecken immerhin bei 1.400 Euro, und Winfred Gauls Siebdruck „Diamond Blues“ um 1970 mit rautenförmigen Farbflächen steigerte sich um das Dreifache auf 1.200 Euro.

Einige Highlights unter den Erwartungen

Die Highlights der Auktion waren zumeist realistisch taxiert. Dennoch reichten die Gebote teils nicht ganz an die Schätzwerte heran, etwa bei Friedrich Schröder-Sonnensterns surreal-naivem Traumwesen „Der Mondeselbändiger Kackispiritus“ von 1952 mit 8.000 Euro (Taxe 10.000 EUR) oder bei Günther Förgs schwarzer, von Rot gerahmter Gitterstruktur in Tempera- und Aquarellfarben von 1998 mit 2.900 Euro (Taxe 3.000 EUR). Eduard Bargheers dunkeltoniges „Stillleben“ von 1947 erreichte nur 1.600 Euro, Jürgen Brodwolfs Objektkasten der häuslichen Idylle „Das Bad“ von 1963/71 nur 1.500 Euro (Taxe je 2.000 EUR).

Auch großen Namen wie Marc Chagall schenkten die Kunden nicht die erhoffte Beachtung: Seine Farblithografie „Fiancés dans le Ciel de Nice“ nach einer Gouache wechselte für 6.000 Euro den Besitzer (Taxe 8.000 EUR). 2.600 Euro waren es dann bei Yves Laloys abstraktem „Rythme“ aus Dreieck- und Kreisformen auf schwarzem Grund (Taxe 3.000 EUR). Bei den Fotografien menschenleerer öffentlicher Kulturbauten von Candida Höfer war der Zuspruch unterschiedlich. Das Foyer im „Teatro Colón Buenos Aires“ von 2006/08 brachte nur 3.000 Euro ein (Taxe 4.000 EUR), die „Deutsche Oper am Rhein“ dagegen 2.400 Euro (Taxe 2.000 EUR).

Einen Ausreißer nach oben machte Theo Champions Bild einer kargen Winterlandschaft von 1925, die auch den Auktionskatalog zierte. Sturies gab sie erst bei 5.400 Euro ab (Taxe 2.000 EUR). André Heurtaux’ über die Diagonale organisierte Farbflächenkomposition von 1948 verabschiedete sich für denselben Preis (Taxe 3.000 EUR). Auch Rolf Hans’ „Kleine Tafel mit Schwarz und Rötlichem“ von 1974 brachte mit 2.800 Euro mehr Geld als gedacht ein (Taxe 2.500 EUR). Für ein regelrechtes Bietgefecht, das erst bei 8.500 Euro sein Ende fand, sorgte Arthur Kaufmanns „Selbstbildnis mit Aktmodell Elisabeth“ von 1940. Veranschlagt war das kleinformatige Interieur mit Fensterausblick auf die New Yorker Hochhaussilhouette mit 2.000 Euro. Andy Warhols späten Siebdruck „St. Apollonia“ von 1984 schlug Sturies für 4.800 Euro zu (Taxe 4.000 EUR), Roy Lichtensteins abstraktes Rasterpunkteblatt „Mirror #3“ von 1972 schon bei 6.000 Euro (Taxe 7.000 EUR).

Kollwitz – aktuell und beliebt

Großes Interesse bewiesen die Kunden an Werken von Käthe Kollwitz. In ihrem 150. Geburtsjahr haben ihre sozialkritischen Themen nichts an Aktualität verloren. Viele Probleme, auf die die Künstlerin aufmerksam machte, gibt es weltweit noch heute. Jeweils 5.800 Euro spielten die Lithografien „Wehrt dem Hunger! Kauft Ernährungsgeld!“ und „Brot“ mit anrührenden Kindern und alten Frauen ein (Taxe je 2.000 EUR). Bei gleichen Schätzwerten gingen ihr Blatt „Deutschlands Kinder hungern!“ von 1923 für 4.700 Euro und die querformatige Radierung „Die Pflüger“ aus dem Zyklus „Bauernkrieg“ von 1907 für 4.400 Euro weg.

Weniger gefragt war Dieter Roth, von dem Sturies immerhin 22 Positionen im Katalog gelistet hatte. Das war wohl etwas zu viel. Gut behaupteten sich sein farbunikater Siebdruck „Ein gerissener Hase“ von 1990 bei 2.800 Euro (Taxe 2.000 EUR) und die Langspielplatte „Die Radiosonate“ von 1978 bei 420 Euro (Taxe 300 EUR). Höhere Werte bewilligten die Sammler für den mit roter Farbe übergossenen „Motorradfahrer“ von 1969 mit 7.500 Euro (Taxe 8.000 EUR) oder für das „Im Meer“ aus Zuckerguss gestrandete Bleichflugzeug von 1970 mit 4.000 Euro (Taxe 5.000 EUR). Dorothy Iannones explizit erotische Tuschezeichnung „The Berlin Beauties“ aus den 1980er Jahren hoben die Kunden auf 4.000 Euro und damit auf das Doppelte der Schätzung.

Deutsche Klassiker und Zeitgenossen locken

Neben Kollwitz und Champion war aus der Klassischen Moderne auch Max Beckmann angetreten, dessen eher seltene Kaltnadelradierung „Kinder am Fenster“ 3.500 Euro erzielte (Taxe 3.000 EUR). Auf 900 Euro konnte Fritz Huhnen den Wert für seine kleinteilige Aquarell- und Tuschezeichnung mit dicht gedrängten Gespenstern aus dem 1950er Jahren verdreifachen. Bei Josef Albers’ Farbsiebdruck „Allegro“ von 1961 mit der typisch bunten Quadratstaffelung von Gelb zu Orange einigte sich das Publikum auf 2.000 Euro (Taxe 1.000 EUR). Die 20 Siebdrucke der Serie „Zurückgehn Weitergehn Fortgehn“ des Münchner Künstlers Rupprecht Geiger mit schwebenden Farbuntersuchungen von 1966 verkaufte Sturies für 3.200 Euro (Taxe 2.500 EUR).

Bei Günther Ueckers nagelaffinen Werken langten die Käufer gleichfalls beherzt zu, etwa bei seinen Prägedrucken „Hommage à Fontana“ von 1974 für 4.600 Euro (Taxe 2.000 EUR) und „Wind“ für 1.600 Euro (Taxe 1.000 EUR). Auch das titellose „Tastbild“ von Raimund Girke aus dem Jahr 1960 mit einer seriellen Strichreihung lockte einen Liebhaber, der bereit war, 7.000 Euro zu bezahlen (Taxe 4.000 EUR). Arnulf Rainers Radierung „Schwung“ von 1971 mit dem Gestus einer Übermalung brachte 2.300 Euro ein (Taxe 1.200 EUR), Christian Megerts mit Farbe übergangene Spiegelobjekte „ID-22-07“ 2.500 Euro (Taxe 1.500 EUR) und „ID-19-08“ 2.300 Euro (Taxe 2.000 EUR). Und für Michael Croissant abstrakt um 1984 in Bronze gegossene Form eines Kopfes blieben gute 3.800 Euro übrig (Taxe 3.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



18.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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18.11.2017, Moderne und Zeitgenössische Kunst

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László Moholy-Nagy, Ohne Titel (Q1 Suprematistisch), 1923
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Käthe
 Kollwitz, Brot!, 1924
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Käthe Kollwitz, Wehrt dem Hunger! Kauft Ernährungsgeld!, 1924
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Käthe Kollwitz, Die Pflüger, 1907
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Käthe Kollwitz, Brot!, 1924

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Taxe: 2.000,- EURO

Zuschlag: 5.800,- EURO

Losnummer: 96

László Moholy-Nagy, Ohne Titel (Q1 Suprematistisch), 1923

László Moholy-Nagy, Ohne Titel (Q1 Suprematistisch), 1923

Taxe: 10.000,- EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 109

Käthe Kollwitz, Wehrt dem Hunger! Kauft Ernährungsgeld!, 1924

Käthe Kollwitz, Wehrt dem Hunger! Kauft Ernährungsgeld!, 1924

Taxe: 2.000,- EURO

Zuschlag: 5.800,- EURO

Losnummer: 95

Käthe Kollwitz, Die Pflüger, 1907

Käthe Kollwitz, Die Pflüger, 1907

Taxe: 2.000,- EURO

Zuschlag: 4.400,- EURO

Losnummer: 92




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