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Orphismus in Ludwigshafen

Robert Delaunay, Hélice, 1923

Seit dem Wochenende steht die Kunstrichtung des Orphismus mit Mittelpunkt des Wilhelm-Hack-Museums in Ludwigshafen. Mit über 60 Werken wird diese Keimzelle der Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert in unterschiedlichen Facetten beleuchtet. Unter anderem werden die Ursprünge und Einflüsse des Orphismus behandelt, denn obwohl diese Strömung ein zentrales Moment in der frühen Geschichte der europäischen Avantgarde war, schenkte man ihr lange Zeit kaum Aufmerksamkeit. In der Ausstellung „Stimme des Lichts – Delaunay, Apollinaire und der Orphismus“ behandelt die Kuratorin Nina Schallenberg Themen wie Licht, Farbe, Form und Simultanität anhand der Werke von Marc Chagall, Robert und Sonia Delaunay, Umberto Boccioni, Marthe Donas, Albert Gleizes, Gino Severini, Alexandra Exter, Roger de la Fresnaye, Ljubow Popowa oder Michail Larionow. Leihgaben aus öffentlichen Sammlungen wie der Albertina in Wien, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid oder dem Museum Ludwig in Köln sowie privaten Sammlungen unterstützen die Ausstellung.

Der orphische Kubismus war nicht das Programm einer Künstlergruppierung oder ein einheitlicher Kunststil. Er war eher eine gesamteuropäische Strömung der abstrakten Kunst aus Kubismus, Futurismus und Expressionismus. Als einer der Hauptvertreter des Orphismus gilt Robert Delaunay, der seinen Stil „Cubisme écartelé“ nannte. In umfangreichen kunsthistorischen Schriften erläuterte er, dass die Farbe als Bildmaterial, ohne eine Gegenständlichkeit darzustellen, agieren sollte. Die Farbe unterstehe dabei dem Licht, dass Delaunay als schöpferische Energie ansah. Anhand des Lichteinflusses auf die Malerei wurden Farben und Formen in einzelne Elemente zerlegt.

Begründer der Orphismus-Definition war der französische Dichter und Kunstkritiker Guillaume Apollinaire. In einer Rede 1912 über die Analyse des Kubismus benannte er den orphischen Kubismus als eine von vier kubistischen Strömungen. Die farbenprächtigen Malereien Robert Delaunays inspirierten Apollinaire bei der Begriffsentwicklung. Als Namensgeber der Kunstströmung funktionierte die griechische Sagengestalt Orpheus. Laut dem Mythos führe sein unvollendeter Gesang die Disharmonien der Welt zu einem ausgeglichenen Ganzen zusammen. Mitte des 19. Jahrhundert bekam dieser Mythos eine neue Bedeutung und galt als Sinnbild des damaligen Künstlerideals, indem nur der Künstler die Wirklichkeit in seinen Werken aufnehmen und wiedergeben kann. Ausgehend von Paris ließen sich europaweit Tendenzen dieser Richtung erkennen. In Deutschland etablierten besonders Franz Marc, August Macke und Paul Klee diese Kunstform. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges scheiterte der Versuch, den Orphismus als radikale, eigenständige Avantgarde-Bewegung zu etablieren.

Die Ausstellung „Stimme des Lichts – Delaunay, Apollinaire und der Orphismus“ läuft bis zum 2. April 2018. Das Wilhelm-Hack-Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr und am Wochenende bereits ab 10 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Museum 39,90 Euro, im Buchhandel 49,90 Euro kostet.

Wilhelm-Hack-Museum
Berliner Straße 23
D-67059 Ludwigshafen am Rhein

Telefon: +49 (0)621 – 504 30 45
Telefax: +49 (0)621 – 504 37 80

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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02.12.2017, Stimme des Lichts - Delaunay, Apollinaire und der Orphismus

Bei:


Wilhelm-Hack-Museum

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Franz Marc, Kleine Komposition IV, 1914
Franz Marc, Kleine Komposition IV, 1914

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August Macke, Farbige Komposition (Hommage à
 Johann Sebastian Bach), 1912
August Macke, Farbige Komposition (Hommage à Johann Sebastian Bach), 1912

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František Kupka, Rouge et vert, 1913
František Kupka, Rouge et vert, 1913

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Marthe Donas, Enfant avec bateau, 1917/18
Marthe Donas, Enfant avec bateau, 1917/18

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Robert Delaunay, Verbrechen aus Leidenschaft, 1914
Robert Delaunay, Verbrechen aus Leidenschaft, 1914

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Robert Delaunay, L’Équipe de Cardiff, 1913
Robert Delaunay, L’Équipe de Cardiff, 1913

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Robert Delaunay, Hélice, 1923
Robert Delaunay, Hélice, 1923








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