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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunstgewerbe, alte Malerei und Skulptur sowie eine Privatsammlung mit Gemälden des 19. Jahrhunderts bei Neumeister in München

Der Silberschatz vom Kuchen-Schiff



Hans Priester II, Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern, Augsburg 1614/16

Hans Priester II, Teller aus dem Tafelservice Kurfürst Maximilians I. von Bayern, Augsburg 1614/16

Schlicht erscheint der von Hans Priester II zwischen 1614 und 1616 hergestellte Teller, aber er schrieb Geschichte. Das Augsburger Silber ist tief eingemuldet, hat am Rand ein feines Profil und ist sonst nur durch ein graviertes Wappen auf seiner Fahne verziert. Dieses und die daneben stehenden Initialen weisen auf den ehemaligen Besitzer hin: Maximilian I. von Bayern. Soweit ist an dem Stück aus dem Tafelservice des Regenten nichts besonders, doch 1648 beginnt sein Abenteuer. Nach der Niederlage der kaiserlichen Truppen bei Zusmarshausen, der letzten großen Feldschlacht des Dreißigjährigen Krieges, ziehen die schwedischen und französischen Truppen plündernd durch Bayern. Kurfürst Maximilian und seine Familie sehen sich zur Flucht aus München nach Braunau am Inn gezwungen und lassen die notwendigsten Besitztümer bei Wasserburg auf Schiffe verladen. Das sogenannte „Kuchen-Schiff“ mit Gebrauchssilber an Bord rammt allerdings auf der Höhe von Mühldorf am Inn einen Brückenpfeiler und verliert um die 500 Teile der wertvollen Fracht. Bergungsversuche scheitern. Erst im Laufe der Zeit finden sich Teile des Tafelgeräts wieder, darunter dieser Teller, den Neumeister in München nun zu einem Schätzpreis von 12.000 bis 15.000 Euro offeriert.


Neumeister versteigert dieses museale Objekt nun zusammen mit weiteren Silberwaren sowie Kunsthandwerk und alter Kunst am 6. Dezember in München. Ein weiteres Schmuckstück ist ein Leuchterpaar von Johann Jakob Bruglocher II aus Augsburg um 1747/49. Beide bestechen durch ihr fein gearbeitetes Dekor aus Muscheln, Ornamentfriesen, Laub- und Bandelwerkbordüren sowie Ranken und den jeweils zwei elegant geschwungenen Armen (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Schon etwas klassizistisch beruhigt geben sich dagegen die Kerzenhalter des Straßburger Meisters Jean-Henri Oertels aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Taxe 2.200 bis 2.400 EUR). Ihm folgt der Stuttgarter Eberhard Sick mit einem Duo in deutlich klassizistischer Stilsprache um 1800 (Taxe 1.500 bis 1.600 EUR).

Für das Silber des jüngeren Kunstgewerbes aus dem Jugendstil steht Josef Hoffmanns formschöner Reiseleuchter aus der Wiener Werkstätte um 1910, den lediglich ein Perlkranz am weiten Fuß schmückt (Taxe 6.500 bis 7.000 EUR). Allzu tief müssen Interessenten für silbernes Tafelgerät gar nicht in die Tasche greifen. Bereits für 300 bis 400 Euro ist ein kantiger Art Déco-Leuchter zu haben, für 600 bis 700 Euro ein dreiteiliges Teeservice aus Birmingham von 1951, das gerade aufgrund seiner Reduzierung auf die Kugelgestalt zeitlos modern erscheint. Von Evald Nielsen steht eine dekorlose Schale um 1930 zur Verfügung, die allein durch ihre ausgesuchte Proportion überzeugt (Taxe 300 bis 400 EUR).

Hohe Handwerkskunst

Die Manufaktur Meißen steht in Deutschland für qualitätvolles Porzellangut. Eine Tasse mit dazugehörigem Unterteller aus den Jahren um 1745 sticht mit markantem asymmetrischen Früchte- und Insektendekor hervor (Taxe 600 bis 700 EUR). Etwas jünger, aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts, ist eine Teekanne mit zwei Tassensets und den Darstellungen von jeweils einem galanten Paar in einer Landschaft, umgeben von bunten Ranken und Rocaillen, für den Schätzpreis von 1.800 bis 2.000 Euro. Der Blumengirlandenschmuck auf zwei Meißen-Tellern der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bildet dann eine Sternform aus (Taxe 220 bis 250 EUR).

Von Nymphenburg verkauft Neumeister einen großen Porzellanbestand des „Bayerischen Königsservice“ aus rheinischem Privatbesitz, das ursprünglich dem Haus Wittelsbach vorbehalten war. Nach dem Modell von Dominikus Auliczek enthalten alle Stücke den typischen Perlstab am Rand sowie die feine Vedutenmalerei in der Mitte. Zwei ovale Platten mit Ansichten vom Schloss Nymphenburg und Alt-München in Grau-Camieu fordern je 1.200 bis 1.400 Euro, die Terrine 1.400 bis 1.600 Euro. Tellersets, jeweils sechsteilig mit unterschiedlichen Motiven, sind für je 1.200 bis 1.400 Euro zu ersteigern. Teils verfügen diese über Durchbrüche an den Fahnen. Sechs Dessertteller im Paket ruft Neumeister für jeweils 1.000 bis 1.200 Euro auf, die gleiche Menge an Tassen mit Untertassen je Konvolut für 1.500 bis 1.800 Euro und die Gemüseschüssel mit Saucière für 2.000 bis 2.200 Euro.

Ebenfalls aus Nymphenburg stammt die Majolika-Figur eines Papageien mit Masken, die Joseph Wackerle 1915 ursprünglich für den Botanischen Garten in München modellierte (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Im Jugendstil bleibt es mit dem 35teiligen das Tee- und Speiseservice „Stehende Herzen“ in Blau von 1903 aus der Selber Porzellanfabrik Rosenthal (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Den kunstvollen Einsatz bei älterer Keramik führt eine Saliera der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts aus Deruta vor, bei der drei Putti das Gewürzschälchen auf ihren Flügeln tragen (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Nach Deutschland geht es mit zwei Reliefkacheln aus dem 16. Jahrhundert. Während eine bunt glasiert die Auferstehung Christi zeigt (Taxe 1.500 bis 1.600 EUR), greift die zweite in monochromem Grün die perspektivische Ansicht eines Renaissanceraums auf (Taxe 400 bis 450 EUR).

Kunst, die in den Raum greift

Ein Highlight der Möbel und Einrichtungsgegenstände ist ein um 1730 in Nürnberg entstandener Himmelsglobus von Johann Gabriel Doppelmayr und Johann Georg Puschner für 6.000 bis 7.000 Euro. Eine Geschichte erzählt ebenfalls der „Trenck-Becher“ aus Magdeburg von 1763: Graviert hat das Zinngefäß Friedrich Freiherr von der Trenck laut Inschrift mit einem Brettnagel. Denn ein anderes Werkzeug stand dem Gefängnisinsassen nicht zu. War Trenck wohl wegen einer angeblichen Liebschaft mit Prinzessin Anna Amalie von Preußen zu Landesverrat verurteilt worden und saß trotz mehrerer Fluchtversuche zuletzt im Fort Berge bei Magdeburg ein (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Der um 1700 im Umkreis von Andrea Brustolon entstandene venezianische Tisch mit reichen figürlichen Schnitzereien – so tragen vier Mohrenknaben mit Lorbeergirlanden die schwarz-weiße Marmorplatte – ist in dieser Kategorie eine weitere Spitzenleistung (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Nach Norddeutschland deutet ein Schrank aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit flächigem Schmuck aus Bandelwerk, Sternen und Rosetten sowie Pilastern als vertikalen Gliederungselementen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Den Pariser Ebenisten Daniel de Loose kann man aufgrund des Brandstempels für einen noblen frühklassizistischen Damenschreibtisch um 1770/80 greifbar machen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Im Bereich des jüngeren Mobiliars listet der Katalog einen neunteiligen Salon aus Dänemark. Als Gestaltungsidee für die Stühle, den Sessel, Vitrinenschrank, das Sofa und den Sekretär aus Mahagoni griff wohl Catherine Horsboel um 1900 auf Personal der antiken Mythologie und schönlinige Jugendstil-Blumen zurück (Taxe 9.000 bis 11.000 EUR). Nach Entwürfen von Hans Wauer wurden in seinen Münchner Möbelwerkstätten in den 1950/60er Jahren ein reich mit floraler und ornamentaler Marketerie verzierter Schrank (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR) sowie ein Sideboard mit Stuhl produziert, die auf filigranen Stahlfüßen stehen (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

Den Raum erobern zudem Skulpturen. Im Umkreis des Meisters von Rabenden lokalisieren die Experten eine weibliche Heiligenfigur um 1520, die aufgrund fehlender Attribute nicht genauer bestimmt werden kann (Taxe 20.000 bis 22.000 EUR). Dem Zeitstil des Barock entsprechend bewegt präsentiert sich die Statuette des heiligen Paulus von František Preiss um 1700 in voluminösem Gewand mit tief gefurchtem Faltenwurf (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Der böhmische Kulturkreis macht bei Neumeister zudem mit einer holzsichtigen Mater Dolorosa auf sich aufmerksam, die im exaltierteren Gestus von dem nach Prag ausgewandeten Oberpfälzer Richard Prachner oder seinem Sohn Peter Prachner um 1760/70 geschnitzt wurde (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Mit der demütigen „Marguerite“ von Eugène-Antoine Aizelin kommt eine bronzene Schönheit im historistischen Gestus des 19. Jahrhunderts aus Frankreich hinzu (Taxe 8.000 bis 9.000 EUR).

Streifzug durch die europäische Malerei

Malerei schlägt Neumeister aus verschiedenen Ländern und Epochen dem Kunden vor. Gut vertreten ist bei den Alten Meistern die niederländische Kunst mit der Adriaen Isenbrant zugeschriebenen und um 1480/90 gemalten „Thronenden Maria mit Kind“ für 20.000 bis 30.000 Euro an vorderster Front. Dasselbe Motiv – aber mit Engeln und Landschaftshintergrund – bildete ein unbekannter Meister der Niederlande in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ab (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Ein Höhepunkt der frühen deutschen Kunst ist eine Anbetung der Könige vom Mittelrhein, wohl aus Köln, die um 1500 mit ihrem weiten Ausblick in eine Hügelgegend schon die Errungenschaften der Renaissance ins Bild holt (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Die Auswahl geht von Jan Thomas’ fein entwickelter Allegorie der Hoffnung mit Anker und Engelchen von 1663 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) über Philipp Peter Roos’ ländliche Idylle „Hirtin mit Kind und Herde in Ruinenlandschaft“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und eine innige Maria mit dem Kind, die Jacopo Amigoni zugeschrieben wird (Taxe 15.000 bis 16.000 EUR), bis zu Johann Christian Vollerdts „Arkadischer Landschaft mit Tempelruine und Figurenstaffage“, die 1755 schon ein klassizistisches Empfinden einfängt (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Mit 12.000 bis 14.000 Euro hat Neumeister nochmals einen höheren Preis für ein virtuoses Blumen- und Früchtestück vom Anfang des 18. Jahrhunderts vergeben, für den der Stilllebenexperte Carlo Volpe den oberitalienischen Maler Giuseppe Vicenzino ins Gespräch gebracht hat.

In der Malerei des 19. Jahrhunderts berückt vor allem Wilhelm von Kobells zarte frühbiedermeierliche Schilderung „Hirtenkinder und Ziegenherde vor Schloss Nymphenburg“ von 1831 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Während Heinrich Bürkel 1828 mit seinem „Scharmützel zwischen Chevaulegers und Tiroler Bauern“ eine wilde Szene aus den Tiroler Befreiungskriegen malt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), herrscht bei Ernst Kaisers Blick auf die Osterseen mit der Zugspitze im Hintergrund eine friedliche Sommerstimmung vor (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Im spätnazarenischen Stil hat Alexander Bruckmann 1842 sein „Mädchen aus der Fremde“ gefertigt, das als Segensbringerin an die Menschen Blumen verteilt (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Etwas unsicher ist die junge Mutter, die in Felix Schlesingers Genre „Ein Anliegen“ einen Arzt um Hilfe für ihre kranke Tochter bittet (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Im Bereich des Porträts stellt uns Franz von Stuck 1922 ohne symbolistische Zutaten die Industriellengattin Adele Klönne vor (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Noch in impressionistischen Bahnen bewegt sich Henri Morissets lichtüberflutete „Dame am Schreibtisch“, als diese Epoche schon längst vorüber war (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Sammlung Karl Wormser

An Neumeisters Zugpferd – der Kunst des 19. Jahrhunderts – hat diesmal die Sammlung Karl Wormser wesentlichen Anteil. Der im Januar verstorbene Nürnberger Teppichhändler liebte die Münchner Malerschule und trug für seine Kollektion einen bunten Querschnitt durch Landschafts-, Tier- und Genremalerei zusammen. Seine Spitzenstücke sind zwei Werke von Carl Spitzweg. Der große Münchner Humorist tut im „Stelzfuß“ subtil sein pazifistisches Wesen kund. Ein alter Soldat, der mit ein Bein verloren hat, sitzt als Wachtposten auf einer Bastion, hat sein Gewehr abgestellt und strickt viel lieber einen blauen Socken, als dass er sich um mögliche Kriegsgefahren kümmern würde. Auch der Spatz, der sich auf der Kanone niedergelassen hat, und das Gras, das aus ihrem Lauf heraushängt, wollen keinen Krieg mehr (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Etwas günstiger liegt mit 70.000 bis 90.000 Euro Spitzwegs Ölstudie eines „Spanischen Ständchens“ mit Musikertruppe vor einem Erker, auf dem ein Mädchen der Serenade lauscht.

Für die Gattung Kinderbild steht Hermann Kaulbach mit einer Suite an anrührenden Szenen in verschiedenen Stimmungslagen: das verhalten Schüchterne „Beim Dorfschuster“ (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), die ausgelassene Spielerei „Der Eilzug kommt“ (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder die herzliche „Kinderspeisung im Kloster“ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auch bei Franz von Defregger spielen Kinder eine zentrale Rolle. Mit älteren Zeitgenossen lauschen sie etwa andächtig „An Resei sei Zithern“ von 1879 (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Wormser schätze gebürtige Nürnberger wie Johann Adam Klein, der auf seiner Leinwand „Vor einem italienischen Wirtshaus“ von 1846 eine südliche Atmosphäre erzeugt (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Auch Paul Ritter d.Ä. stammt aus Nürnberg. Seine Kunst schwelgt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem figurenreichen Historismus mit Szenen aus seiner fränkischen Heimat, etwa bei der „Einbringung der Reichskleinodien 1424“ von 1881 vor der Nürnberger Frauenkirche (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder dem aus mehreren Versatzstücken zusammengestellten „Fränkischen Marktplatz zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges“ aus dem Jahr 1906 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Heinrich Bürkel kommt bei Karl Wormser nochmal zum Zug, diesmal mit einem humorvollen „Pferdegang in der Puszta“ um 1861/63 und einer pittoresken jahreszeitentauglichen „Schmiede im Winter“ für jeweils 15.000 bis 20.000 Euro. Vom hohen Norden Hamburgs zog es Hugo Kauffmann ebenfalls nach Bayern, wo er in der vermeintlichen ländlichen Unbeschwertheit seine Themen fand, etwa 1892 „Zwei Jäger mit Fuchs und Mädel“ (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). 1881 malte er ähnliche Figuren beim Erzählen „Schlechter Witze“ (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Wie bei Kauffmanns Jägern spielt sich auch Konrad Grobs häusliche Szene einer Bauernfamilie von 1886 in einer urtümlich-einfach eingerichteten Stube ab (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Mit Typen in ihren jeweiligen Lebensumfeldern, vom Bauern bis zum Klerus, beschäftigte sich Eduard von Grützner. Fulminant lässt er 1872 Falstaff aus den „Lustigen Weibern von Windsor“ auftreten, der eben von Frau Fluth und Frau Reich in den Wäschekorb versteckt und vor ihren eifersüchtigen Männern entsorgt wird (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Anton Braith und Christian Mali zeigen im Gegensatz dazu auf ihren Bildern Nutzvieh und ihre Hüter, etwa den Hirten mit einigen brav trottenden Rindern und einer Schafherde oder einen Ziegenhirten im Gebirge (Taxe je 10.000 bis 12.000 EUR). Mit einer Prise Humor greift Heinrich von Zügel 1875 ebenfalls dieses Motiv auf: Seine Schafe blicken erstaunt auf einen bunten Schal, den die vornehme Dame einer Spaziergängergruppe im Hintergrund eben verloren hat (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Beliebt ist Julius Adam d.J. für seine entzückenden Katzenbilder. Ungewöhnlich ist aber, dass sich seine Katzenmutter und ihre vier Jungen um einen Kupferkessel mit abgenagten Knochen scharen. Neumeister macht hier ein Memento Mori-Motiv aus (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Die Auktion „Alte Kunst“ beginnt am 6. Dezember um 14 Uhr bei Neumeister in München. Die Vorbesichtigung findet bis zum 4. Dezember täglich von 9 bis 17:30 Uhr statt, am Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Montags ist zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Die zum Verkauf stehenden Werke sind online unter www.neumeister.com abrufbar.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



04.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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