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Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jahrhunderts im Wiener Dorotheum

Der Architekt in der Silberkanne



Josef Hoffmann, Sahnekanne, 1904/05

Josef Hoffmann, Sahnekanne, 1904/05

Seine Eltern hatten eine andere Laufbahn für Josef Hoffmann vorgesehen, denn als Sohn des Bürgermeisters aus dem mährischen Pirnitz war eine Karriere als Jurist eine attraktive Aussicht. Josef fühlte sich jedoch schon in seiner Jugend mehr zu technischen und gestalterischen als zu juristischen Angelegenheiten hingezogen und konnte schließlich ein Architekturstudium an der Wiener Kunstakademie absolvieren. Als Mitbegründer der 1897 ins Leben gerufenen Künstlervereinigung „Wiener Secession“ erhielt er seine Anregungen für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Materialen und Formen, was 1903 in die „Wiener Werkstätte“ mündete, eine Gemeinschaft bildender Künstler, die das kunstgewerbliche Schaffen unter Hoffmanns Federführung fokussierten. In der zunehmend florierenden Produktionsstätte entstand 1904 eine silberne Sahnekanne als Teil eines Kaffeeservices, die sich der Herkunft ihres vom Architekturstudium geprägten Erschaffers nicht lossagen kann. Sie weist einen klar konturierten Korpus auf, der mit einem hochkant angelegten Viereck geprägt ist und zum Kannenrand ein ruhiges Ornament einfängt. Der aus Ebenholz gefertigte Henkel nimmt die klaren Linien in seiner rechtwinkligen Anlage auf. Fast wie ein unter architektonischen Gesichtspunkten konstruiertes Bauwerk wirkt das zarte Kännchen, das als Hoffmannscher Klassiker mit 30.000 bis 50.000 Euro die kommende Versteigerung von Jugendstil und Kunsthandwerk im Dorotheum anführt.


Ebenfalls aus Josef Hoffmanns reichem Schaffen stammt ein sternförmiger silberner Kerzenleuchter mit acht Armen, der – nicht minder klar strukturiert – 32.000 bis 40.000 Euro auf dem Etikett stehen hat, während sich seine zwei Silberaufsätze in Muschelform und ruhigem Hammerschlagdekor 30.000 bis 60.000 Euro wünschen. Für hochkarätige Anlässe schuf die Wiener Werkstätte nach Hoffmanns Idee einen auf rundem Untersatz ruhenden silbernen Kaviarbehälter, der mit seiner klar konturierten Zier von gebuckeltem Efeu einmal mehr ins Auge sticht (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Rund 400 Losnummern erwarten die Kunden am 4. Dezember in Wien. Die Bandbreite kunsthandwerklicher Erzeugnisse aus dem frühen 20. Jahrhundert reicht von Möbeln und Einrichtungsgegenständen über Murano-Glas bis hin zu Geschirr aus Keramik und Silber. Freunde von schmückenden Ziergegenständen kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Wer noch ein Hochzeitsgeschenk benötigt, könnte bei einer silbernen, geschweift ovalen Jardiniere fündig werden. Mit mindestens 30.000 Euro gehört der 1898 eigens für die Vermählung des Inhaberpaars der Firma Wolfers Frères in Brüssel von der Belegschaft geschaffene Blumenübertopf zwar nicht gerade zu den günstigsten Präsenten. Aber alleine seine silberne, zur Schauseite gearbeitete plastische Dreifigurengruppe mit dem Brautpaar, die von Flächen aus reliefiertem Elfenbein flankiert wird, dürfte Hochzeitsherzen höher schlagen lassen. Mit 31 Zentimeter Höhe bereichert sie garantiert jedes Blumenarrangement. Im belgischen Jugendstil bleibt es mit Gustave Serrurier-Bovys elegant schwingendem Wandschirm um 1900 aus Walnussholz, den Libelle und Schmetterlinge in bunter Bleiverglasung beleben (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), und seiner dagegen kantigen Kaminuhr mit Messing-Email-Ziffernblatt um 1905 (Taxe 11.000 bis 15.000 EUR). Weiche Rundungen weist dann wieder ein Hängeschrank Victor Hortas auf. Raphaël Evaldres stattete das Eschenholzmöbel 1901 zusätzlich mit floralen Verglasungen aus (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Henry van de Velde steuert einen zierlichen Stuhl aus Ulmenholz mit Ledersitz bei, der in seinem 1895 erbauten Brüsseler Wohnhaus „Bloemenwerf“ stand (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Wie Hoffmann war auch Adolf Loos in der Architektur verwurzelt, der sich jedoch jeglicher Nutzung des Ornaments streng entsagte und die klare Struktur deutlich ins Zentrum seines Schaffens rückte. Ein markantes rechtwinkliges zweiteiliges Buffet aus Mahagoniholz mit Messingbeschlägen und -bändern gilt als Variante seines Stössler-Buffets und soll sich nun mit 27.000 bis 40.000 Euro in der Auktion behaupten. Aus der Zusammenarbeit zwischen Loos und der Firma Friedrich Otto Schmidt stammt gleichfalls ein Eiche-Nussbaum-Schreibtisch, der wiederum mit Messingbeschlägen bereichert wurde. Die ruhige Optik wird durch eine helle, eingelegte Rindslederplatte unterstrichen (Taxe 25.000 bis 40.000 EUR). Für den schmaleren Geldbeutel hält das Dorotheum einen Koloman Moser oder Josef Hoffmann zugeschriebenen, schwarz gefassten Buffetschrank bereit. Mit seiner ruhigen Kubusform fügt sich das Möbel schlicht in jeden Wohnraum (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Von dem um 1900 beliebten Orientalismus ließ sich Eugenio Quarti 1898 zu einem Bibliothekstisch im maurischen Stil mit Kupferrosetten, Elfenbeinzargen, Perlmuttauflagen, Metalleinalgen beeinflussen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Die Zeit zeigt dann Christian Ferdinand Morawes fast 250 Zentimeter hohe Standuhr um 1902 aus Mahagoniholz, geometrischem Jugendstil-Dekor in Tropenhölzern und Metallziffernblatt mit elliptischen Zeigern an (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Ein 1926 für das Apartment von Alice Garrigue Masaryková auf der Prager Burg konzipierter Walnussstuhl von Josef Plecnik kann sich in jedem modernen Wohnzimmer sehen lassen (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Auffällig gestaltete Otto Prutscher 1913 eine Tischuhr für das Damenzimmer der Villa Rothberger in Baden, etwa mit dem Edelholzfurnier in Fischgrätmuster, dem versilberten Metallzifferblatt und den bunten allegorischen Darstellungen von Tag und Nacht, auf Elfenbein gemalt von Hans Strohofer (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR). Der Vielentwerfer Prutscher tritt etwa noch mit einem Stuhlpaar samt offener Schlaufenlehne um 1930 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und zwei Paar Weingläser mit violettem Überfang und unterschiedlichen Schliffdekoren an (Taxe je 9.000 bis 12.000 EUR). Aus der Glasproduktion in Nancy tut sich Emile Gallé mit seiner Vase „Pflaumenzweig“ hervor, die von warmen gelb-orangefarbenen und grünen Töne dominiert und das namensgebende Motiv als Hochrelief wiedergibt (Taxe 13.000 bis 16.000 EUR). In ähnlicher Weise hat Gallé in den 1920er Jahren auch seine Vase „Apfelzweig“ ausgeführt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Mit Blättern und Blüten einer violetten Iris in unterschiedlichen Wachstumsstadien haben die Daum Frères um 1910 ihre hohe Vase geschmückt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Für die reiche österreichische Keramikproduktion stehen die Zwei-Figuren-Gruppe „Himmlische und irdische Liebe“ von Lotte Calm um 1923/25 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), Michael Powolnys Soloauftritt des „Mädchens mit Rosen“ um 1910 im golden staffierten Gewand (Taxe 6.000 bis 12.000 EUR) oder Hilda Jessers zackig expressive Fruchtschale mit Fruchtdekor um 1921/25 (Taxe 600 bis 1.000 EUR). Nach Frankreich geht es mit zwei identischen Exemplaren einer großen Vase von Pierre Adrien Dalpayrat. Auf der Kugelform aus Steinzeug in dunklen violetten, grünen, blauen und roten Farbtönen sitzt eine eigenartig sich nach oben verjüngende Bekrönung. Die um 1900/06 entstandenen Gefäße möchten jeweils 10.000 bis 15.000 Euro sehen. Noch in Wien produzierte Lucie Rie um 1930 ihre Keramikvase aus unregelmäßig angelegten Längsrippen mit gelblich-ockerfarbener Glasur. Nach dem Anschluss Österreichs musste sie nach London auswandern (Taxe 9.000 bis 15.000 EUR).

Skulpturenschmuck liefert unter anderem der rumänische Wahlpariser Demetre Chiparus mit seiner um 1920 entstandenen „Actress“. In Grün, Gold, Silber und Rot patiniert, zeigt die Elfenbein-Bronze eine stehende weibliche Figur mit helmartiger Kopfbedeckung und weit plissiertem Rock, dessen Zipfel die Frau in ihren Händen hält (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Dieses Preisschild trägt ihr Pendent, eine exaltierte „Dheli Dancer“ aus Elfenbein mit knappem Röcklein aus vergoldeter Bronze. Für elegante Dramatik sorgt ein bronzener „Schreitender Panther“ von 1928, den der Pariser Bildhauer Maurice Prost auf schräger Ebene entlangschleichen lässt. In der schwarz patinierten Oberfläche spiegelt sich die Umwelt (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Ebenso glänzt eine zierliche „Badende“ um 1930 von Jean Ortis, die auf einem flachen Sockel sitzt, ihre Beine leicht anwinkelt und ihren zarten Oberkörper mit ihrem linken Arm abstützt (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Die Glaskunst aus Murano wird von einem Vasenpaar aus frei zu Mann und Frau geformten Glaskörpern von Fulvio Bianconi angeführt. Er hat „Uomo & Donna“ 1978 aus zylinder- sowie kugelförmigem Korpus mit jeweils zwei angeschmolzenen Händen gebildet (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Eine verwirrende Kombination aus dicht angelegten orangefarbenen und schwarzen, horizontalen und vertikalen Bändern bildet Lino Tagliapietras kelchförmige Vase von 1986 (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), während das von Ercole Barovier um 1951 entworfene Exemplar „Alterno“ ein knalliges Netz aus apfelgrünen und hellroten Senk- und Waagrechtstreifen ausmacht (Taxe 4.000 bis 6.000 Euro). Ein Eyecatcher bei den Murano-Arbeiten ist Flavio Polis „Mondfisch“, für den er eine kreisrunde Form mit violettem und rosarotem Glas unterfangen und den Rand leicht eingeschnitten und ausgebuchtet hat (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Passend dazu wartet Poli mit einer hochovalen Vase in identischer Farbgebung auf (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Etwas tiefer in die Tasche müssen Interessenten der Amphora-Vase „Pulegoso“ von Napoleone Martinuzzi aus dem Jahr 1930 greifen. Auffällig an dem aus grünem Schaumglas gefertigten Gefäß sind die vielfach gerippten Henkel mit zerrissenen Goldfolieneinschlüssen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Auktion findet am 4. Dezember um 17 Uhr statt. Eine Vorbesichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich ohne sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



01.12.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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