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Rayyane Tabet verknüpft im Hamburger Kunstverein die Geschichte seiner Familie mit den großen weltpolitischen Ereignissen. Herausgekommen ist ein vielschichtiges Recherche- und Ausstellungsprojekt, das nach Stationen in Marrakesch, Paris, Berlin, Rotterdam und Beirut nun an der Elbe Halt macht

Family Affairs



Rayyane Tabet, Basalt Shards, 2017

Rayyane Tabet, Basalt Shards, 2017

In der aktuellen Ausstellung im Kunstverein in Hamburg vermischen sich historische Wahrheit, Fiktion, Rekonstruktion, Archäologie, orientalische Familiengeschichten und Spionagestorys. Im Mittelpunkt steht der deutsche Diplomat, Orientalist und Archäologe Max Freiherr von Oppenheim (1860-1946). Auf dessen Spuren hat sich der libanesische Künstler Rayyane Tabet, Jahrgang 1983, begeben. Geradezu bravourös erzählt Tabet dem Betrachter die Geschichte seines Urgroßvaters Faek Borkhoche, der 1929 von der Regierung in Beirut zum Sekretär Max von Oppenheims ernannt wurde. Zu dieser Zeit führte von Oppenheim ein großes Ausgrabungsprojekt in der Siedlung Tell Halaf in Syrien durch. Die Deutschen sammelten jedoch gleichzeitig detailliertes Kartenmaterial zur Vorbereitung eines militärischen Angriffs.


Die Gebiete standen unter britischer und französischer Herrschaft, daher war das Kartografieren mit Hindernissen verbunden. Max von Oppenheim wurde deshalb auch der Spionage verdächtigt. Tatsächlich interessierte er sich aber für die archäologischen Hinterlassenschaften am Tell Halaf, seit er dort 1899 zufällig Teile eines Tempels entdeckte. Seitdem kehrte er regelmäßig zurück, um den gesamten Komplex freizulegen. Seine Funde, darunter Teile des Tempels, brachte er nach Berlin und eröffnete in Charlottenburg sein eigenes Museum, da er seine Ausgrabungen nicht im Pergamonmuseum platzieren konnte. Während eines Bombenangriffs 1943 wurden die meisten Objekte allerdings zerstört. Es gelang aber, monumentale Basaltfiguren zu retten, die in 27.000 Einzelteile zerbrochen waren. Diese Trümmer wurden ins Pergamonmuseum gebracht und werden seit 2001 nach den Aufzeichnungen Oppenheims rekonstruiert.

Vor diesem komplexen Hintergrund entwickelt Rayyane Tabet sein künstlerisches Werk. In einer Langzeitrecherche verknüpft er die Geschichte seiner Familie mit den offiziellen historischen Fakten. An verschiedenen Orten präsentierte er bereits Ausstellungsprojekte rund um dieses Thema. Jetzt also im Kunstverein in Hamburg. Die materialreiche Schau trägt den Titel „Bruchstücke/Fragments“. Den Auftakt macht eine Wand mit Fragmenten eines Ziegenhaarteppichs, den Beduinen vom Tell Halaf Tabets Urgroßvater 1929 geschenkt hatten. Sein letzter Wille war, dass der Teppich zu gleichen Teilen an seine Kinder weitergegeben würde und sie ihrerseits den Teppich wieder unter ihren Kindern aufteilten.

Weitere in Vitrinen präsentierte Objekte wie ein Koffer, Fotografien, Postkarten, eine Visitenkarte, Bücher und Karteikarten verweisen auf die historischen Expeditionen Max von Oppenheims. Hunderte kleinformatige Frottagen und Radierungen, auf vor die Wand montierten Europaletten angebracht, spüren den archäologischen Fragmenten nach. Die Installation „Ah, My Beautiful Venus“ ist die fragmentierte Rekonstruktion einer Statue, die eine Göttin darstellt und eine zentrale Position in Max von Oppenheims Tell Halaf-Museum einnahm.

Mit einer Installation aus olivgrünen Militärzelten voller Gebrauchsspuren verweist Rayyane Tabet hingegen auf die im Laufe der jüngeren Geschichte von Bürgerkriegen gebeutelte Region und stellt auch Bezüge zum heutigen Syrienkrieg her. Und schließlich liegt ein nagelneuer Edel-Füllfederhalter des in Hamburg ansässigen Luxuswarenherstellers Montblanc in einer Vitrine, der tatsächlich in limitierter Auflage zu Ehren Max von Oppenheims produziert wurde. Rayyane Tabet zeigt auch ein großes mit Füllertinte beschriftetes Leinenbanner mit Max von Oppenheims Motto „Kopf hoch! Mut Hoch! Und Humor hoch!“.

Das Gesamtprojekt findet seinen vorläufigen Abschluss im Jahr 2018 in der Abteilung für antike Kunst des Nahen Ostens im Metropolitan Museum of Art in New York. Doch was ist wahr, was erfunden? Fest steht: Die außergewöhnliche Familiengeschichte von Rayyane Tabet war der Ausgangspunkt seiner Recherchen. Die komplexe Ausstellung, die er daraus geschaffen hat, sollte es dem Betrachter jedoch erlauben auch seine eigenen Geschichten zu imaginieren.

Die Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“ ist bis zum 18. Februar 2018 zu sehen. Der Kunstverein in Hamburg hat täglich außer montags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt an Heiligabend, Silvester und Neujahr. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Mitglieder, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Im April 2018 wird eine umfangreiche Publikation zu Tabets Projekt und Ausstellung im Verlag KAPH Books, Beirut, erscheinen.

Kontakt:

Kunstverein in Hamburg

Klosterwall 23

DE-20095 Hamburg

Telefax:+49 (040) 32 21 59

Telefon:+49 (040) 33 83 44

E-Mail: hamburg@kunstverein.de



30.11.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Rayyane Tabet, Basalt Shards, 2017
Rayyane Tabet, Basalt Shards, 2017

Variabilder:

Rayyane Tabet, Kopf hoch! Mut hoch! Und Humor hoch!, 2017
Rayyane Tabet, Kopf hoch! Mut hoch! Und Humor hoch!, 2017

Künstler:

Rayyane Tabet







Rayyane Tabet, Teile des Ziegenhaarteppichs, 2017

Rayyane Tabet, Teile des Ziegenhaarteppichs, 2017

in der Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“

in der Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“

in der Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“

in der Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“

Rayyane Tabet, Montblanc-Füller zu Ehren Max von Oppenheims, 2017

Rayyane Tabet, Montblanc-Füller zu Ehren Max von Oppenheims, 2017

Rayyane Tabet, Ah, My Beautiful Venus!, 2017

Rayyane Tabet, Ah, My Beautiful Venus!, 2017

Rayyane Tabet, Basalt Shards, 2017

Rayyane Tabet, Basalt Shards, 2017

in der Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“

in der Ausstellung „Bruchstücke/Fragments. Rayyane Tabet“

Rayyane Tabet, Kopf hoch! Mut hoch! Und Humor hoch!, 2017

Rayyane Tabet, Kopf hoch! Mut hoch! Und Humor hoch!, 2017




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