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Lateinamerikanische Kunst in Frankfurt

Mit seiner neuen Ausstellung „A Tale of two Worlds“ wendet das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt seinen Blick nach Lateinamerika und stellt die Kunst der 1940er bis 1980er Jahre aus diesen Ländern in einen Dialog mit der eigenen Sammlung. Die Schau entstand in Kooperation mit dem Museo de Arte Moderno de Buenos Aires in Argentinien und umfasst 500 Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen mit insgesamt 100 Künstlern aus Lateinamerika, USA und Europa. Dabei hinterfragen Victoria Noorthoorn und Javier Villa, die Direktorin und der Seniorkurator des Museo de Arte Moderno, mit MMK-Kurator Klaus Görner die Bestände des Frankfurter Hauses und betrachten sie neu. So treffen der europäisch-nordamerikanische Kanon und die experimentelle lateinamerikanische Kunst aufeinander.

Die unterschiedlichen historischen, politischen und wirtschaftlichen Hintergründe erzeugen bei dieser Zusammenführung Spannungen oder bilden auch Parallelen aus. Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich die junge Kunst des südlichen Amerikas als Antwort auf die europäische Avantgarde. Demgemäß bildete sich in den 1940er Jahren die Konkrete Kunst zum zentralen Genre der Avantgarde in Lateinamerika heraus. Künstler aus Buenos Aires und Montevideo wollten die Grenzen des rein Repräsentativen und der traditionellen Malerei überschreiten. Später konzentrierten sich die lateinamerikanischen Künstler auf ihre eigene Herkunft. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstand ein intensiverer Austausch zwischen den Kontinenten. So bereisten europäische Künstler Lateinamerika, um neue Eindrücke zu sammeln, während Künstler von dort in Europa etwa nach Möglichkeiten ihrer Projektverwirklichungen suchten.

„A Tale of two Worlds“ behandelt sowohl chronologisch als auch konzeptuell die Geschichte der Kunst auf den verschiedenen Kontinenten als assoziativen Erzählstrang entlang dreier Hauptachsen. Den Einstieg bildet das Schaffen Lucio Fontanas, das eine Antwort auf die Konkrete Kunst der Region um den Río de la Plata in den 1940er Jahren und auf die destruktiven politischen Praktiken Europas und Lateinamerikas in den 1950er Jahren war. Die erste Ausstellungsachse geht auf die verschiedenen politischen Hintergründe ein und präsentiert neo-konkrete Arbeiten brasilianischer Künstler aus den 1960er und 1970er Jahren, die als Kritik an den zahlreichen Diktaturen in den Ländern der Südhalbkugel zu verstehen sind. Die zweite Achse befasst sich mit dem Paradigmenwechsel in der damaligen Kunstwelt – von der materiellen hin zur immateriellen Dimension der Kunst, vom Kunstobjekt hin zum Kunsterlebnis, unter anderem mit Werken von Alberto Greco, Yves Klein oder Franz Erhard Walther. Die dritte Hauptachse rückt die Künstler selbst in den Vordergrund und zeigt, wie etwa Joseph Beuys, Nicolás García Uriburu und Ana Mendieta ihre Rolle innerhalb der Gesellschaft erkunden oder wie On Kawara, Arthur Bispo do Rosário oder Edgardo Antonio Vigo auf manische Weise ihre eigenen Aktionen dokumentieren.

Die Ausstellung „A Tale of two Worlds – Experimentelle Kunst Lateinamerikas der 1940er- bis 80er Jahre im Dialog mit der Sammlung des MMK“ läuft bis zum 2. April 2018. Das MMK 1 hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. An Heiligabend und Silvester bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 6 Euro.

MMK Museum für Moderne Kunst
Domstraße 10
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 212 304 47
Telefax: +49 (0)69 – 212 378 82

Quelle: Kunstmarkt.com/Katja Hock

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Veranstaltung vom:


25.11.2017, A Tale of Two Worlds. Experimentelle Kunst Lateinamerikas der 1940er- bis 80er-Jahre im Dialog mit der Sammlung des MMK

Bei:


Museum für Moderne Kunst








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