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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Ein Streifzug durch große Namen und kleine Formate der Kunst aus den letzten 150 Jahren bei Grisebach in Berlin

Mit Liebermann in die Moderne



Max Liebermann, Konzert in der Oper, 1920

Max Liebermann, Konzert in der Oper, 1920

Dicht gedrängt und beinahe zur einheitlichen Masse verschmolzen sind die Menschen bei Max Liebermanns „Konzert in der Oper“ von 1920. Der Künstler verbindet Orchester und Publikum nicht nur inhaltlich durch die den Raum füllende Musik, sondern auch durch seine impressionistische Malweise, die teils mehr Farbflächen als Individuen zeigt. Ein Mann links im Publikum hält den Kopf gesenkt, bestimmt nicht aus Ermüdung, vielmehr im gespannten Lauschen der Musik. Liebermann lässt eine intime, düstere, aber auch glamouröse Atmosphäre entstehen, gefördert durch markante Lichteffekte und goldbraune oder rote Farbakzente. Er fängt hier eindrucksvoll eine Szene des urbanen Lebens in Berlin ein. Aufbruchsstimmung, Glanz und Ausgelassenheit bestimmen zu jener Zeit das höhere gesellschaftliche Leben in der florierenden Großstadt der noch jungen Weimarer Republik. Dieser Schwung ergreift den Künstler, dessen Gesamtwerk zwischen Realismus und Abstraktion, zwischen Tradition und Moderne changiert und so wegweisende neue Tendenzen der Kunst aufgreift.


Angeboten wird das Bild beim Auktionshaus Grisebach in Berlin am 30. November für einen Schätzwert von 350.000 bis 450.000 Euro. Max Liebermann ist dann gleich mit insgesamt sieben Werken bei den „Ausgewählten Werken“ vertreten. Das älteste ist dabei die „Junge Mutter unter Bäumen“, eine noch realistische Studie von 1882 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Ebenfalls ins Grüne stellt er 1887 ein „Holländisches Mädchen“ für 140.000 bis 180.000 Euro. Die Großstadt fängt der Maler 1898 ein, hier allerdings nicht einen Innenraum, sondern eine „Amsterdamer Gracht“ unter wolkenverhangenem Himmel (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Dass Liebermann besonders der Mensch in der Natur reizt, beweisen sein ruhiger „Reiter am Strand nach links“ von 1900 (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR), der fulminante, in Teilen schon ungegenständliche „Corso auf dem Monte Pincio in Rom“ von 1930/32 (Taxe 350.000 bis 450.000 EUR) sowie das Bild seiner „Enkelin und Kinderfrau im Nutzgarten“ seiner Villa am Wannsee von 1923 für 300.000 bis 500.000 Euro.

Flächen und Linien als Ausdrucksweisen der Abstraktion

Berlin inspiriert nicht nur Liebermann, sondern auch Lesser Ury, der sich 1887 in der Stadt niederlässt und ihre Eindrücke einfängt. Highlight ist dabei sein Ölgemälde „Im Café Victoria, Berlin“, in dem er 1904 eine intime Gesprächsszene zwischen Mann und Frau festhält (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Impressionistische Licht- und Dunkeleffekte demonstriert Ury mit breiten Pinselstrichen bei einem Blick aus der Tür des „Café Bauer“ (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Diesen Malstil verfolgt Leo Putz in seinem Frauenbildnis „Unter Kastanien (Herbstsonne)“ um 1905 noch stärker: Jede Form wird in Farbflächen aufgelöst (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Starke Kontraste und Lichtreflexe kommen bei seinem Aktgemälde „Nach dem Bad III“ von 1914 hinzu (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Karl Schmidt-Rottluff ist mit seiner unbeschwerten Ansicht von „Ascona“ ebenfalls solcher malerischer Tendenzen zur Darstellung mit abstrakten Farbflächen zuzurechnen, allerdings gewinnt hier die Farbe mehr Raum (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Eine besonders starke Ausprägung findet diese Entwicklung bei Alexej von Jawlenskys sitzendem Halbakt, den er 1910 nur aus breiten grünen und rosafarbenen Pinselstrichen zusammensetzt (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Der Künstler treibt dies in der „Großen Meditation: Aufbegehren der Sünde“ von 1937 sogar fast bis in die Ungegenständlichkeit (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Ein Highlight der Auktion ist Max Beckmanns „Braunes Meer mit Möwen“ in einem Segelboot von 1941, das auf 1,2 bis 1,5 Millionen Euro geschätzt wird. Abstrakte Farbebenen fängt er in dicke definierende Konturen ein; dabei leuchtet das Gelb des zerrissenen Segels im Umfeld des braunen, gedeckten Kolorits als göttliches Licht der Verheißung auf bessere Zeiten hervor. Marc Chagall arbeitet zwischen 1978 und 1980 mithilfe ebensolcher Linien die Figuren in „Les mariés dans le ciel fleuri“ aus seinem blau grundierten Hintergrund heraus (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Auch Pablo Picasso, der seinen Stil im Laufe seines Lebens mehrmals ändert, changiert in seinem Aquarell „Saltimbanque en costume rouge“ wohl aus dem Jahr 1923 zwischen linienhafter und flächiger Ausführung (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Dem Zeichnerischen verhaftet bleibt August Macke und reduziert seinen „Wagen in silberner Straße“ samt Pferd und Reiter aus dem Jahr 1913 auf Striche (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Eine auf die Linie hin gerichtete Abstraktion wendet auch Gabriele Münter für den „Abendlichen Staffelsee mit Kühen“ von 1951 an. Bunte Farben füllen die Flächen zwischen ihren starken Konturen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Emil Nolde setzt in dieser Art um 1913/14 das „Südseemädchen in Landschaft“ um (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), während er in „Dahlien und Astern“ von 1937 verstärkt aus der strahlenden Aquarellfarbe arbeitet. Lyonel Feininger, bei Grisebach mit drei Werken vertreten, treibt das Zeichnerische mit „Zeppelin über Neppermin“ von 1918 bis hin zur zittrigen dynamischen Linienführung (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Paul Klee ist ebenfalls in dieser Tradition anzusiedeln. „Nach oben“ von 1939 für 80.000 bis 120.000 Euro und der fünf Jahre früher entstandene „Hörende“ für 90.000 bis 120.000 Euro weisen seinen experimentellen Zeichenstil aus. In den ersten Nachkriegsjahren trieb Willi Baumeister die Abstraktion voran. Seine zeichenhafte „Figurenmauer bewegt“ von 1946 für 40.000 bis 60.000 Euro und filigranen Linien „Auf Hellblau“ von 1949 für 50.000 bis 70.000 Euro bieten dafür Beispiele.

Ausdrucksstarke Figuren und die Menschlichkeit

Nicht weniger facettenreich prägt sich die figürlich realistische Kunst der Moderne aus. Renée Sintenis’ Bronzeplastik „Großes grasendes Fohlen“ von 1929 vermittelt eindrücklich die Verletzlichkeit und den noch unsicheren Stand des anmutigen Tieres (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Im Gegensatz dazu steht Félix Vallottons 1913 entstandene „Femme couchée“. Der zwischen Blau und Rosa schwebende Halbakt strahlt eine selbstsichere Weiblichkeit aus und fixiert den Betrachter als Voyeur mit seinem Blick (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). In einem anderen Frauenbild zeigt Rudolf Schlichter 1928 die junge Helene Weigel, die nachdenklich und unbeteiligt aus dem Bildraum blickt. Mit 200.000 bis 300.000 Euro strebt das einprägsame neusachliche Bildnis einen vorderen Platz im Auktionsranking Schlichters an. Das drei Jahre früher entstandene Frauenporträt „In Andacht“ von Lotte Laserstein fängt in monochromem Braun eine ähnlich nach innen gerichtete Haltung ein (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Georg Kolbes dynamische Bronzeplastiken „Kauernde“ von 1917 für 25.000 bis 35.000 Euro und „Kriechende“ von 1922 für 35.000 bis 45.000 Euro erscheinen dagegen weniger nach dem, was der Titel verspricht. Mit Anmut und Grazie sind beide in Bewegung und haben den Blick strickt nach oben gerichtet, nicht unterworfen und gesenkt.

Klassiker von morgen: Kunst nach 1945

In der Kunst aus der Nachkriegszeit sticht Ernst Wilhelm Nay heraus. Für eine seiner Farbflächenkompositionen namens „Chromatische Scheiben“ ruft Grisebach einen neuen Rekordwert für den Künstler von 800.000 bis 1,2 Millionen Euro auf. Dafür ist allerdings auch ein Format von fast dreieinhalb Metern Breite zu haben. Das Scheibenbild aus dem Jahr 1960 hält seit seiner Versteigerung bei Grisebach im Mai 2011 mit 750.000 Euro den Spitzenwert für Nay. Kleiner, aber nicht weniger dem Stil des Künstlers verhaftet, ist das weitere Scheibenbild „Bernstein“ desselben Jahres für 180.000 bis 240.000 Euro. Runde Formen dominieren auch Günter Haeses titellose Drahtplastik, die aufgrund ihres filigraneren Wesens schon allein durch den Luftzug in Schwingung gerät (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mit zwei Werken von Serge Poliakoff tauchen die bunten Farbflächen noch einmal auf, allerdings in puzzleartiger verzahnter Gestalt. Die „Composition abstraite“ von 1952 für 150.000 bis 200.000 Euro und ein gleich betiteltes Ölgemälde aus dem Jahr 1966 für 120.000 bis 150.000 stehen für den russischstämmigen Avantgardekünstler. Emil Schumacher besticht in „Ganigam“ von 1975 durch ein eindrückliches Blau mit weißen Akzente von oben, die darin eindringen zu scheinen (Taxe 180.000 bis 240.000 EUR). Glänzende, metallische Materialität führen Bernhard Heiliger in der Plastik „Natare I“ von 1969 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und George Rickey mit seinem kinetischen Edelstahlobjekt „Acute L’s One Up One Down Exentric“ aus dem Jahr 1983 vor (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Für die Auktion der „Zeitgenössischen Kunst“ am 1. Dezember hat Grisebach ebenso qualitative Werke großer Namen zusammengestellt. Inhaltliche Effekte, wie in Timm Ulrichs „Bild“-Bild von 1966/99, in dem eben nur das Wort „Bild“ abgebildet ist (Taxe 5.000 bis 7.000), bestehen hier neben auf die Optik ausgerichtete Werke, wie unter anderem von Günther Uecker. Dessen 1984 entstandener „Fluß“ aus den für den Künstler typischen Nägeln beschwört ein komplexes Licht- und Schattenspiel herauf (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Als weiterer Vertreter der Gruppe ZERO tritt beispielsweise Heinz Mack mit einem frühen „Lichtrelief“ von 1961 in rechtwinkliger Struktur auf (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Die Auktion beinhaltet verstärkt große deutsche Namen. Dabei darf Joseph Beuys nicht fehlen, dessen „Erdtelephon“ – ein altes schwarzes Telefon mit Wählscheibe neben einem Lehmklumpen auf einem Holzbrett – für 100.000 bis 150.000 Euro ein Highlight bildet. Auch sein 24 Mal von René Block aufgelegtes Multiple „Silberbesen und Besen ohne Haare“ von 1972 soll schon 80.000 bis 120.000 Euro kosten. Georg Baselitz ist mit der frühen Zeichnung „Mann mit Hund“ von 1966 für 120.000 bis 150.000 Euro sowie zahlreichen Druckgrafiken zugegen. Vielfältig ist das Schaffen Gerhard Richters, der unter anderem mit seinem weichzeichnerischen silbergrauen Pigmentdruck „Vorhang“ von 2012 auf sein eigenes Schaffen reflektiert und seine verwischten Farbwelten 2008 auf einer gedruckten Magazinseite ausprobiert (Taxe je 100.000 bis 150.000 EUR).

Dass Sigmar Polke Skizzenbücher anlegte, war bis 2015 zu einer Ausstellung im Kölner Museum Ludwig kaum bekannt. In den 32 Filzstiftzeichnungen aus einem Skizzenbuch vom 30. Dezember 1969 legt er sein ironisches Verständnis für Dinge und Begebenheiten seines Alltags nieder (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Den Reigen deutscher Gegenwartskünstler setzen etwa noch Rosemarie Trockel mit einer titellosen Strickarbeit samt Rapport eines Jungenkopfes von 1989 (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR), Markus Lüpertz mit dem frühen Leimfarbengemälde eines Campingzeltes von 1967 (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), Gotthard Graubner mit einem mittelformatigen Kissenbild in Rosarot aus der Sammlung Axel Hecht (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) oder Norbert Bisky mit seinem verträumt blickenden Heranwachsenden auf dem Ölgemälde „Editor“ von 2016 fort (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Fotografische Positionen sind unter anderem mit Thomas Ruffs verschwommenem Pornobild „ft 05“ von 2000 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), mit Annette Kelms sechsteiliger Reihe einer absurd umstürzenden Tischlampe von 2010 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder mit Wolfgang Tillmans’ Stillleben „Flowerhead“ von 2001 zu haben, in dem die Blumen auch in simplen Plastikflaschen stecken (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Doch auch internationale Berühmtheiten melden sich zu Wort, etwa Roy Lichtenstein mit seiner schwarzweißen Lithografie eines Versuchslabors „Peace through chemistry III“ von 1970 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder sein Pop Art-Kollege Robert Indiana mit dem Portfolio seiner zehn bunten „Numbers“ von 1968 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). In dem Liniengewirr, das Keith Haring 1984 auf einer titellosen Gouache angelegt hat, ist der erhängte Mensch kaum zu erkennen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Minimalistisch wird’s mit den beiden braunen Pinselabdrücken auf einer Gouache Lee Ufans von 1993 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR) oder mit den zwölf L-förmigen Stahlelementen der Bodenarbeit „Evale“ von Carl Andre aus dem Jahr 1994 (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Nach Frankreich wendet sich dann das Augenmerk mit Jesús Rafael Sotos kinetischer „Vibración sobre el cuadrado“ von 1973, für die der gebürtige Venezolaner filigrane Metallstäbe vor eine mit feinen horizontalen Linien bestückte Holzplatte gehängt hat (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Von Südamerika zog Julio Le Parc gleichfalls nach Paris. In seinem Acrylgemälde „Volume Virtuel 12“ von 1974 untersucht er die Progression von zwölf Farben und von Oval zum Kreis anhand von Rundstäben mit unterschiedlich angeschnittenen Kanten (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR).

Große Kunst bescheiden klein

Diesen Herbst bietet Grisebach zudem in einem eigenen Katalog Kunst in kleinen Formaten an. Favoriten sind hier handbemalte Postkarten Franz Marcs, für die ein Schätzwert von je 100.000 bis 200.000 Euro angesetzt ist. „Rotes und gelbes Reh“, „Zwei liegende schwarze Katzen“ und „Zwei gelbe Tiere“ adressierte der Künstler 1913 an seinen Kollegen Erich Heckel. Nur ein Jahr jünger ist eine Kohlezeichnung von August Macke, in der er seine Gattin Elisabeth beim Lesen in einem Buch verewigt hat (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Für sein 24 auf 19 Zentimeter kleines Ölgemälde nutzt Marc Chagall 1948/50 seine typische Motivwelt aus Blumenstrauß und Liebespaar auf blauem Grund (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR). Die Collage „C 31“ von Kurt Schwitters aus dem Jahr 1946 bannt dessen Drang zum Zerlegen und Neu-Zusammensetzen auf beinahe Postkartenformat (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Auch plastische Arbeiten, wie ein golden glänzender „Stier“ Karl Hartungs aus den Jahren um 1939/45, verlieren durch ihre geringe Größe nicht an Ausdruckskraft, die sie oft aus eben solchen Vereinfachungen beziehen. Andy Warhol kann die kleine Kunst mit „$ 1.57 Giant Size“ aus dem Jahr 1963 nicht ganz ernst nehmen und betitelt seinen Druck auf die Hülle einer Schallplatte unbescheiden (Taxe je 10.000 bis 15.000 EUR). Richard Pettibone nimmt sich dann die Großformate Warhols her und dampft sie wie bei der „Marilyn“ von 1978 fast auf Briefmarkengröße ein (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Das kleinste Kunstwerk ist die nicht einmal fünf Zentimeter hohe Fotografie František Drtikols. Der Vintage eines weiblichen Aktes um 1925/30 bringt dennoch 3.000 bis 4.000 Euro auf die Waage.

Benefizauktion für die Kayany Foundation

Auf dem Programm bei Grisebach steht in diesem Herbst zudem eine Benefizauktion in Zusammenarbeit mit der Galerie Max Hetzler. Die Erlöse kommen der Kayany Foundation zugute, die die Bildung von Kindern in syrischen Flüchtlingscamps unterstützt und dafür eigene mobile Schulen baut. Die von Künstlern oder Galeristen spendierten Werke reichen dabei von zwei rot-blau-weißen Paris-Grafiken des Illustrators Christoph Niemann für jeweils 600 bis 800 Euro bis hin zu Ai Weiweis 2011 erstelltem Polyeder „F Size“ in Huali-Holz aus seiner Serie „Divina Proportione“ für 200.000 bis 300.000 Euro. Dazwischen tummeln sich etwa Ida Ekblads titelloses Gemälde von 2015, auf der die Norwegerin ihren anarchischen Geist über Kunstgeschichte und Stile fegen lässt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), Edmund de Waals Sammel- und Archivierdrang in der mit Porzellangefäßen bestückten Vitrine „another sky“ von 2016 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), Inge Mahns humorvoll mit schwarzen Gummischuhen unterfütterte „Gestiefelte Säule“ aus weißem Gips von 2016 (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder Akram Zaataris Inkjetprint „The Times of Struggle“ von 2017, in dem sich der Libanese mit Auswirkungen territorialer Konflikten und Mechanismen der Archivierung auseinandersetzt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Die Auktion „Ausgewählte Werke“ beginnt am 30. November um 17 Uhr, „Small is Beautiful“ folgt um 18:30 Uhr. Am 1. Dezember steht um 17 Uhr die Benefizauktion für die Kayany Foundation auf dem Programm, gegen 18 Uhr dann die „Zeitgenössische Kunst“. Die Vorbesichtigung ist bis zum 28. November täglich von 10 bis 18 Uhr möglich, dienstags bis 15 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.grisebach.com abrufbar.

Kontakt:

Villa Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@villa-grisebach.de



27.11.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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