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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die Cologne Fine Art hat ihre Tore geöffnet und präsentiert sich schon wieder anders als im vergangenen Jahr

Neue Mobilität im Alter



Friedrich Werthmann, Dyna-Ring, 1977

Friedrich Werthmann, Dyna-Ring, 1977

Mobilbleiben und Zusammenrücken sind Wünsche vieler älterer Menschen. Vielleicht ist man mit 48 schon alt. Die Cologne Fine Art ist gestern in ihre 48. Ausgabe gestartet und setzt genau auf diese Signale. So wurde ihr eine „Retro Classics“ zur Seite gestellt, die ab Freitag ein breiteres, auf Automobil-Klassiker spezialisiertes Besucherspektrum auch zur Kunstmesse locken soll. Diese zeigt sich heuer in einer abermals überarbeiteten Form konzentrierter auf einer Ebene ohne das Segment der zeitgenössischen Kunst, das im vergangenen Jahr unter mangelndem Publikumszuspruch arg zu leiden hatte. Die nunmehr 87 Aussteller sind enger zusammengerückt, die Kojen insbesondere führender Galerien spürbar kleiner geworden. Das deutsche Teilnehmerfeld ist merklich ausgedünnt, ausländische Galerien versuchen die Lücken zu füllen. Anstelle eines Kataloges wurde eine neue App entwickelt. Als „Vorteil einer Übersichtlichkeit“ wird das Schrumpfen von der Messeleitung verkauft. Die Wandlungen der Konzepte und die nicht enden wollenden Gerüchte über eine Einstellung der Cologne Fine Art sprechen Bände. Wenn man die seit Jahren rings um den Ausstellungsort herrschenden Baustellenaktivitäten mit stark eingeschränkter Erreichbarkeit, das nicht gerade ansprechende Ambiente der alten Hallen, das wenig freundliche Personal und das allgemeine schwache Marktumfeld für Antiquitäten und Alte Kunst hinzuzieht, kommt eine Gemengelage zusammen, die das Gesamtbild der Veranstaltung nicht gerade hochleben lässt.


Was wird heuer geboten? „Es soll eine klassische Kunstmesse mit zeitgenössischen Aspekten“ sein, so Katharina C. Hamma, die kaufmännische Leiterin der Koelnmesse, die Cornelia Zinken, die eigentliche Direktorin der Cologne Fine Art, auf der Pressekonferenz vertrat. So versammelt die Messe ein breites Portfolio vom Kunsthandwerk bis zur Malerei, von der Plastik bis hin zu bibliophilen, fernöstlichen oder religiösen Werken. Hochklassiges muss man eher suchen. Am Anfang steht bezeichnender Weise ein imposanter Stahlring des Düsseldorfer Künstlers Friedrich Werthmann, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag feiert. Der Kunsthandel Kirbach hat den „Dyna-Ring“ von 1977 am Halleneingang platziert, und der durchgleitende Blick rückt das Messegeschehen irgendwie in ein Korsett. Wohin mag die Reise gehen? Das fragt sich der eintretende Besucher. Neben dem Kunstwerk bietet André Kirbach auf seinem Stand eine kleine Zusammenstellung weiterer Werke Werthmanns, darunter eine titellose dynamische Tuschezeichnung von 1960 für 3.200 Euro oder die Remanit-Plastik „Ciellyon“ aus dem Jahr 1959 für 45.000 Euro.

Und so bewegt sich der Besucher weiter an einem Reigen unterschiedlicher Positionen vorbei. Die Galerie Puch aus Deisenhofen bei München hat beispielsweise russische Ikonen des 16. bis 19. Jahrhunderts mit sakralen Skulpturen westlicher Prägung kombiniert. Die Ikonen rangieren meist im vierstelligen Euro-Bereich, eine Ausnahme ist der heilige Dimitrios von Thessaloniki aus der Schule von Kostroma um 1660/80 für 22.000 Euro. Gegenüber setzt die Galerie Raphael auf grafische Arbeiten französischer und spanischer Künstler. Hier trifft etwa Georges Braques Stillleben „Théière et Citrons“ von 1949 auf Joan Mirós wunderbare Aquatintaradierung „Le Grand Ordonnateur“ von 1969 für 38.000 Euro. Der Kölner Händler Michael Kaune hat eine große Auswahl an Stühlen und Sesseln der Herman Miller Collection gestellt. Die bunte Mischung der Stoff-, Holz-, Leder- und Fiberglasmöbel ist preislich zwischen 450 und 5.200 Euro angesiedelt.

Etwas weiter macht der Ansbacher Kunsthändler Michael Nöth auf ein originelles Porträt eines Südseeinsulaners aufmerksam, für den Künstler Emil Nolde ein eher ungewöhnliches Motiv. Für die Gouache-, Aquarell- und Tuschearbeit, die Nolde im Frühling 1914 bei seiner Expedition in Neuguinea malte, erwartet Nöth 180.000 Euro. Wer eine „Mondäne Dame“ vorzieht, muss das Kunstkontor Doris Möllers aufsuchen. Otto Dix zeigt die exaltierte Gestalt für 9.800 Euro auf einer Farblithografie von 1965. Von der derzeit in München gefeierten Gabriele Münter gibt es hier das Stillleben „Zwei Welten (Madonna mit grünem Vogel und zwei Masken)“ von 1940/43 mit den von Münter geschätzten kunsthandwerklichen Gegenständen für 68.000 Euro.

Die Galerie Koch hat aus Hannover diesmal zwei besondere Hingucker mitgebracht. Der auf filigrane kinetische Drahtplastiken spezialisierte Günter Haese ist mit dem runden Werk „Zweifach“ für 22.500 Euro vertreten. Schon einen Abnehmer fand am Eröffnungstag Horst Antes’ Kopffüßler „Alte rote Figur in Grün“ aus dem Jahr 1972 für 100.000 Euro. Originell und beseelt hat die Kölner Galerie Boisserée ihren Stand mit einem Arrangement aus Skulpturen und Papierarbeiten von Eduardo Chillida bestückt, die sich zwischen 4.800 Euro und 290.000 Euro bewegen. Zudem sind hier eine titellose Farbantiquaradierung mit lustigen Vogelwesen von Max Ernst für 4.300 Euro sowie dessen frühes experimentelles Mappenwerk „Es werde Mode, die Kunst vergehe“ mit acht linearen Lithografien aus dem Jahr 1919 für 90.000 Euro zu haben.

Arbeiten auf Papier sind das Spezialgebiet das Hamburger Händlers Thole Rotermund. Im Vorgriff auf die in den nächsten Tagen anstehende Eröffnung des Bonner August Macke Hauses offeriert er eine abstrakte, aus Rechtecken zusammengefügte Farbstudie des berühmten rheinischen Expressionisten von 1913 für stolze 78.000 Euro. Bei Stockebrand & Uekermann hängt dann ein weiteres Werk August Mackes. Oft hat er Schaufenstermotive zu Papier gebracht, wie hier die „Passanten vor Schaufenster“ in einer Buntstiftzeichnung für 58.000 Euro. Highlight am Stand der Berliner ist jedoch Willi Baumeisters 1951 entstandene lichte Abstraktion „Figuren auf Gelb“ für 320.000 Euro. Inmitten der Galerienstände ist eine „Young Collectors Zone“ mit interessanten preisgünstigen Werken bis 5.000 Euro installiert. Hervorzuheben ist neben Werken von Warhol oder Lichtenstein eine Farblithografie des derzeit im Kölner Museum Ludwig geehrten Pop Art-Meisters James Rosenquist. „Highway Trust“, so Titel seines mit Schokolade überquellenden Autos aus dem Jahr 1978, kann man für 4.900 Euro mitnehmen.

Von tiefer Religiosität geprägt ist ein Ölbild Marie-François Firmin-Girards. Der Realist erfreut sich eher in Frankreich und England großen Zuspruchs, hierzulande ist er noch zu entdecken. Das beim Baden-Badener Kunsthandel Stefan Decker gesichtete Ölbild „Heilige Kommunion“ in einer gotischen Kapelle verlangt 29.000 Euro. Dass sich alte Kunst und Antiquitäten am Markt eher schwertun, ist nichts Neues. Dennoch der Kunsthandel Jansen aus Mayen in der Eifel erstmals den Schritt auf die Cologne Fine Art gewagt. Unter den vielen Truhen, Spiegeln, Kandelabern und sonstigen Möbeln des Spätbarock und Klassizismus aus Schweden, Russland und Frankreich, mit der Reinhard Jansen seine kleine Koje dicht bestücktet hat, sticht besonders das 31teilige Porzellanensemble der „Venezianischen Messe“ heraus. Wer die entzückende Figurengruppe der Porzellanmanufaktur Ludwigsburg von etwa 1765, die vor einigen Jahren in einer Ausstellung des Kölner Museums für angewandte Kunst für Furore sorgte, erwerben will, muss fast eine halbe Million Euro bereithalten.

Bei der Galerie Hirschmann aus Berlin gleitet der Besucher ins Kosmische ab, wenn ein vielarmiger, in Italien gefertigter Messingkronleuchter aus den 1950er Jahren bei 5.900 Euro auf ihn zusteuert. Rar geworden sind auf der Messe die Erzeugnisse des Jugendstil, insbesondere Vasen. Lediglich bei der Galerie Kovacek aus Wien finden sich schöne Exemplare von Emile Gallé und den Daum Frères, darunter einige um 1900 für die Pariser Weltausstellung gefertigte Serienstücke, die preislich zwischen 5.500 Euro und 75.000 Euro liegen. Wer jedoch ein klassisches Schlachtengemälde vorzieht, ist im Trinity House aus London richtig. Hier tobt Emil Hüntens Sicht auf die martialische „Schlacht bei Mars-La-Tour, 16. August 1870“ aus dem Deutsch-Französische Krieg für 65.000 Euro.

Das 20. Jahrhundert behält auf der Cologne Fine Art aber die Oberhand. Der Düsseldorfer Händler Klaus Schwarzer glänzt diesmal mit einem titellosen blauen Farbfleck auf Rasterpunktestruktur von Sigmar Polke aus dem Jahr 1987 für 230.000 Euro sowie dem grazilen „Tänzelnden Pferd“ von Ewald Mataré aus dem Jahr 1943 für 78.00 Euro. Beethoven-Fans werden sich über eine außergewöhnliche Farbkombination des beliebten Portraits von Andy Warhol freuen. Gerald Hartinger aus Wien hat den einmaligen Siebdruck daher mit 215.000 Euro hoch bewertet. Sonia Delaunay gestaltete auch Accessoires, darunter Wandteppiche. 1971 ließ sie eine farbenfreudige Tapisserie aus geometrischen Grundformen mit der titelgebenden „Serpent noir“ im Atelier Pinton in Aubusson weben, die nun die Pariser Galerie Boccara auf der Cologne Fine Art für 175.000 Euro präsentiert.

Viel gelobt wird der Stand der Galerie Judith Andreae aus Bonn, die mit einer Personale von Rune Mields aufwartet. Ihr Acrylbild „Tikatoutine“ mit einer schwarz-weißen Jagdszene in Manier der Höhlenmalerei aus dem Jahr 2004 kostet hier 16.000 Euro. Der Hauptmeister der Op-Art, der Ungar Victor Vasarely, täuscht bei der Galerie von Vertes dem Besucher mit „Sans titre“ um 1987 für 285.000 Euro einen Harlekin plastisch vor. Gegenüber hat sich die Düsseldorfer Galerie Ludorff wie gewohnt mit exquisiten Gemälden ausgebreitet. Zu den Favoriten gehört diesmal Gabriele Münters winterlicher „Moorbach mit Häusern im Schnee“ von 1932 für 390.000 Euro. Die nahen Niederlande vertritt der Kunsthändler Floris van Wanroij mit Gemälden aus dem Goldenen Zeitalter und stellt das ungewöhnliche Kircheninterieur einer gotischen Kathedrale bei Nacht von Pieter Neefs d.Ä. für 28.000 Euro vor. Zum Schluss holt die ZERO-Bewegung wieder ins Rheinland zurück. Die Düsseldorfer Galerie Setareh hat direkt aus dem Atelier Christian Megerts ein neues titelloses Spiegelobjekt in Gelb für 45.000 Euro mitgebracht. Möge das gebrochene Gelb hier keine Warnfarbe für die Cologne Fine Art vor dem roten Aus sein.

Die Cologne Fine Art läuft vom 23. bis zum 26. November auf dem Kölner Messegelände. Geöffnet ist täglich von 11 bis 19 Uhr, am 26. November nur bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 18 Euro. Die Abendkarte ab 16 Uhr gibt es für 13 Euro ebenso den ermäßigten Eintritt.

Kontakt:

KölnMesse GmbH

Messeplatz 1

DE-50679 Köln

Telefax:+49 (0221) 821 2574

Telefon:+49 (0221) 8210

E-Mail: info@koelnmesse.de

www.colognefineart.de



23.11.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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August Macke, Farbstudie, 1913

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Jugendstil-Gläser von Emile Gallé und Daum Frères

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