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Der dunkle Victor Hugo in Wien

Victor Hugo, Komposition, um 1856

Das Leopold Museum in Wien wendet seinen Blick aktuell auf die dunkle Seite der Romantik und besonders auf den Schriftstellers Victor Hugo (1802-1885). Die am Wochenende beginnende Ausstellung versammelt etwa 80 Blätter Hugos und stellt ihnen Arbeiten von William Turner und der Schriftstellerin George Sand gegenüber. Victor Hugo, der bereits zu Lebzeiten als eine Gallionsfigur der Romantik galt und ein aktives politisches Leben führte, wandte sich auch dem Zeichnen und Malen zu. Dabei empfand er die Zeichenkunst in erster Linie als Fortsetzung seiner schriftstellerischen Tätigkeit mit anderen Mitteln und nahm nie an Ausstellungen teil. Seine Erzeugnisse bezeichnete er selbst als „Sudeleien“. In seinen Malmittel nutzte er sowohl das traditionelle Sepia, Kohle oder Tinte, aber auch ungewöhnliche Stoffe wie Kaffeesatz oder Staub. Den Zufall integrierte er in sein Schaffen, so etwa im „Marmorierten Klecks“ von etwa 1856 oder der gleichaltrigen „Komposition“, und schuf damit schon früh vollkommen ungegenständliche Werke.

Seine Blätter thematisieren Landschaften, Wetterstimmungen, Naturerscheinungen, aber auch Geister und Randexistenzen, beeinflusst von Francisco de Goya. Im Vorwort zu seinem Theaterstück „Cromwell“ von 1827 plädierte Hugo für das Nebeneinander des Grotesken mit dem Erhabenen. Schließlich sei nicht alles im menschlichen Sinne schön. Inwieweit stehe es dem Menschen zu, Gott zu korrigieren? Einen eher melancholischen Ton formen die Bilder von Kathedralen und Schlössern der Vergangenheit, die Hugo als gefährdete kostbare Relikte ansah, wie im Helldunkel der „Ruinen eines Aquädukts“ um 1850 oder der schemenhaften Erscheinung von „Burg und Schloss von Viandem im Mondschein“ aus dem Jahr 1871.

Eine besondere Rolle nimmt der Rhein bei Victor Hugo ein, den er 1840 erstmals bereiste. Zahlreiche Reisen dorthin sollten folgen. Ihren Niederschlag fanden die Aufenthalte 1842 in Form des Buches „Le Rhin“ oder romantisch-düsteren Dämmerungsszenerien oder nebelverhangene Flusslandschaften. Ganz der Dunkelheit verschrieb sich Hugo in dem dreieckigen Kohle- und Tinteblatt „Die Erschaffung der Welt“ von 1864/69 oder dem abstrakten „Blick auf Türme mit einem Stern im Himmel“. Dunkle Wolken überziehen das Papier effektvoll. In seinem Roman „Die Arbeiter des Meeres“ beschreibt Hugo die Kraft der Finsternis: „Die nächtliche Dunkelheit ist schwindelerregend. Wer sich in sie vertieft, versinkt darin, zappelt darin. Keine Strapaze gleicht dieser Erforschung der Finsternis. Es ist das Studium einer Auslöschung.“

Die Ausstellung „Victor Hugo. Der schwarze Romantiker“ läuft vom 17. November bis zum 15. Januar 2018. Das Leopold Museum hat täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend geschlossen. Der Eintritt beträgt regulär 13 Euro, es gibt mehrere Ermäßigungsstufen. Der Katalog zur Ausstellung kostet 24,90 Euro im Museumsshop.

Leopold Museum
Museumsplatz 1
A-1070 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 525 70 0
Telefax: +43 (0)1 – 525 70 1500

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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17.11.2017, Victor Hugo - Der schwarze Romantiker

Bei:


Leopold Museum

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Victor Hugo, Blick auf Türme mit einem Stern im Himmel, o.J.
Victor Hugo, Blick auf Türme mit einem Stern im Himmel, o.J.

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Victor
 Hugo, um 1853
Victor Hugo, um 1853

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Victor Hugo, Marmorierter Klecks, um 1856
Victor Hugo, Marmorierter Klecks, um 1856

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Victor Hugo, Die Erschaffung der Welt, 1864/69
Victor Hugo, Die Erschaffung der Welt, 1864/69

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in der Ausstellung „Victor Hugo. Der schwarze Romantiker“
in der Ausstellung „Victor Hugo. Der schwarze Romantiker“

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Victor Hugo, Ruinen eines Aquädukts, um 1850
Victor Hugo, Ruinen eines Aquädukts, um 1850

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Victor Hugo, Komposition, um 1856
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