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Amerikaner besuchen Paul Klee in Bern

In der Kunstentwicklung bereicherte Paul Klee mit seiner teils grotesken zeichnerischen Sprache und seinem Sinn für Farbgebung die Bildwelt auf originelle Weise. Nach künstlerischen Erfolgen in Deutschland wirkte der Schweizer als angesehener Gestalter viele Jahre am Bauhaus und anschließend an der Düsseldorfer Kunstakademie, bevor er 1933 von den Nazis entlassen wurde und ins heimische Bern zurückkehrte, wo er 1940 verstarb. Während er in der Schweiz recht isoliert arbeitete und der Kunstmarkt in Europa zusammenbrach, konnte der Maler in den Vereinigten Staaten große Erfolge feiern. Selber hat er jedoch Amerika nie besucht. Amerikanische Künstler begeisterten sich für Klees Fähigkeit, verschiedene künstlerische Tendenzen wie Kubismus, Surrealismus oder Konstruktivismus in einen neuen Stil einzubringen. Denn auch die Künstler der USA waren in jener Phase von der Überwindung traditioneller europäischer und amerikanischer Prägungen beseelt. Freie Linien, vereinfachte Symbole und Zeichen, Wechsel zwischen Spontaneität und Kontrolle standen bei Klee wie auch den Amerikanern im Vordergrund.

Eine Ausstellung im Zentrum Paul Klee in Bern unter dem Titel „10 Americans. After Paul Klee“ verfolgt das Ziel, den Beitrag des Künstlers Paul Klee zur Entwicklung amerikanischer Kunst im 20. Jahrhundert zu analysieren. Die Schau konzentriert sich dabei auf zehn ausgewählte amerikanische Künstler, die persönlich ihre Bewunderung für Klee zum Ausdruck brachten, und solche, die sich von Klees künstlerischer Praxis und bildnerischem Denken inspirieren ließen. Bei der Zusammenstellung von rund 100 Werken jener zehn Künstler in engem Dialog mit Arbeiten Klees war es nicht primäres Ziel, Ähnlichkeiten zu untersuchen, sondern eine gemeinsame Haltung im Schaffensprozess und verwandtes Vorgehen offen zu legen. Dazu hat Kuratorin Fabienne Eggelhöfer William Baziotes, Gene Davis, Adolph Gottlieb, Norman Lewis, Robert Motherwell, Kenneth Noland, Jackson Pollock, Mark Tobey, Bradley Walker Tomlin und Theodoros Stamos ausgewählt.

Zu den imponierenden Exponaten zählt Norman Lewis’ 1950 geschaffenes Ölbild „Promenade“, in dem er abstrakte Elemente mit geometrischen Formen auf der Basis vereinfachter Rohheit verbindet. Ein bedeutendes Starstück stellt Jackson Pollocks „Composition No. 16“ aus dem Jahr 1948 dar. Keiner interpretierte Klees Ausspruch vom „Spazierengehen einer Linie um ihrer Selbstwillen“ treffender als dieser Amerikaner, in dessen „drip paintings“ mit ihren endlosen Kompositionen die Linien weder abbilden noch abstrakte Formen umschreiben. Ein weiterer Schwerpunkt der Schau ist die Rezeption Klees im Rahmen wichtiger Ausstellungen in den USA. Auftakt ist eine im Jahr 1930 veranstaltete Retrospektive aus 63 Werken Klees im New Yorker Museum of Modern Art, die erste Einzelausstellung eines europäischen Künstlers in dem renommierten Haus. Ein separates Kapitel widmet sich dem Wirken von Klees drei Kunsthändlern Israel Ber Neumann, Karl Nierendorf und Curt Valentin in Amerika.

Die Ausstellung „10 Americans. After Paul Klee“ ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen. Das Zentrum Paul Klee hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt am 27. November und 25. Dezember. Der Eintritt beträgt 20 Franken, ermäßigt 10 Franken.

Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
CH-3006 Bern

Telefon: +41 (0)31 – 359 01 01
Telefax: +41 (0)31 – 359 01 02

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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