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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Picassos Frauengeschichten bei der impressionistischen und modernen Kunst von Sotheby’s in New York

Wer ist sie?



Pablo Picasso, Buste de femme au chapeau, 1939

Pablo Picasso, Buste de femme au chapeau, 1939

Mit gespaltenem Gesicht tritt sie auf. Die Augen von Picassos Geliebter sind auf unterschiedlichen Ebenen angebracht. Die Kinnpartie passt gleichfalls überhaupt nicht zur Nase und der oberen Hälfte des Kopfes. Wer ist diese zerrissene „Buste de femme au chapeau“, die Pablo Picasso am 27. Mai 1939 gemalt hat? Die Ehe mit seiner Frau Olga Koklowa lief langsam aus, als 1927 die junge Marie-Thérèse Walter auf den Plan getreten war. Doch schon 1936 begann Picasso eine neue Affäre mit der Fotografin und Malerin Dora Maar, hielt die Beziehung zu Marie-Thérèse zunächst aber noch aufrecht. Von keiner wollte er sich trennen: „Ich hatte kein Interesse daran, eine Entscheidung zu treffen … Ich sagte ihnen, sie sollten es unter sich ausmachen.“ Die Rivalität zwischen den beiden Frauen schien ihn vielmehr zu stimulieren, so auch zur „Buste de femme au chapeau“, in der Marie-Thérèse und Dora ineinanderfließen. Dieses Zeugnis von Picassos Liebes- und Frauenleben ist eines der Highlights, mit denen Sotheby’s seine Auktion „Impressionist & Modern Art Evening Sale“ in New York bestückt hat. Es soll 18 bis 25 Millionen Dollar einspielen.


Auch Olga Koklowa tritt am 14. November auf, doch nur in versteckter Form. Aus Picassos neoklassizistischer Periode um 1920 stammt die Gouache einer Hand. In ihrer dezenten skulpturalen Form sehen die Experten die Gliedmaße Olgas (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Metaphorisch äußert sich Picasso 1932 auf dem Höhepunkt seiner noch verheimlichten Beziehung zu Marie-Thérèse Walter in seinem Gemälde „Deux hirondelles“. Zwei Schwalben sind auf Beuteflug, wobei eine schon einen dunklen Wurm – Olga – gefangen hat, die andere noch hinter einem Insekt mit gelben Flügeln – Marie-Thérèse – hinterher fliegt (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Wie stark das Frauenbild Pablo Picasso inspiriert hat, macht auch die „Buste de femme“ deutlich: Die rätselhafte dunkelhaarige Dora Maar ist die einzige Gestalt, die Picasso am 8. September 1938 in dieser linienhaften Tuschezeichnung verewigt hat (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). 1943 gab er diese Beziehung zugunsten der 40 Jahre jüngeren Françoise Gilot aus. Hier war es Gilot, die 1953 das gemeinsame Leben mit Picasso beendete. 1946 hielt er sie auf einer Bleistiftzeichnung frontal und statisch mit voluminöser Haarpracht fest (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), noch 1950 in perspektivischer Doppelansicht auf einer Kohlezeichnung (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD).

Wie Picasso grundsätzlich sein Verhältnis zu Frauen sah, beschreiben in der Auktion zwei Kunstwerke: erotisch, kraftvoll, explosiv, verschlingend und auch gewalttätig. 1930 zeichnete er in „Le Baiser“ auf grauem Grund zwei deformierte Köpfe im Profil und spielte mit ihnen auf die „Vagina dentata“ an: Der Mann steckt beim Küssen seine Zunge in den gefährlichen Rachen der Frau, die gleich zubeißen könnte. Noch offensichtlicher wird Picasso am 2. Mai 1940 in „Le Viol“: Ein urwüchsiger Mann vergewaltigt eine Frau, die sich gegen seine Zudringlichkeit wehrt. Hierin sehen die Experten auch eine Allegorie auf die Besetzung Frankreich durch Nazi-Deutschland. Mit einer Schätzung von 8 bis 12 Millionen Dollar soll die Tuschezeichnung eine der teuersten Arbeiten auf Papier im Œuvre Picassos werden.

Friedlich geht dann bei Claude Monet zu. Sowohl seine diesige Winterlandschaft „Les Glaçons, Bennecourt“ von 1893 mit treibenden Eisschollen auf der Seine, als auch seine voll erblühten „Arceaux de roses“ mit dem vorgelagerten Seerosenteich aus seinem Gartenreich in Giverny aus dem Jahr 1913 gehören mit einer Schätzung von jeweils 18 bis 25 Millionen Dollar zu den Favoriten der Auktion. Gustave Caillebotte zeigt uns in „Le Jardin du Petit-Gennevilliers“ von 1891 ebenfalls blühende rote Rosen im Sommer (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Seine Freude an Blumen hatte auch Henri Fantin-Latour, als er 1865 zart sein Stillleben auf die „Fleurs de printemps avec une tasse et une soucoupe“ konzentrierte (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Für den weiblichen Akt interessierten sich Edgar Degas um 1903 in seinem typischen Pastell „Après le bain (Femme s’essuyant les cheveux)“ (Taxe 5 bis 7 Millionen USD) und Pierre-Auguste Renoir um 1882 bei seiner in undefinierter Landschaft sitzenden „Baigneuse“ (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). Renoir steuert ferner seine Tusche- und Kreidezeichnung eines innigen Paars bei der „Danse à la campagne“ von 1883 bei (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Im Zustand der Ausarbeitung befindet sich noch Paul Cézannes „Nature morte“ um 1890. Daher ist die Zuordnung der Früchte auch nicht eindeutig (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Aus der nachimpressionistischen Phase stammen zwei pointillistische Gemälde. Während einer Italien-Reise ließ Henri Edmond Cross 1908 seinen Blick in hellen Farben über die Stadt Perugia schweifen und platzierte den Campanile der Kirche Santa Maria Nuova mächtig aufragend im Vordergrund (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Einen hohen Preis strebt Sotheby’s mit Théo van Rysselberghe blau gesättigter Leinwand „Port de Cette, Les Tartanes“ von 1892 an. Die Erwartung für die mediterrane Hafenszene liegt bei 6 bis 8 Millionen Dollar und damit in der Nähe des Rekordwerts von 7,4 Millionen Pfund, den Sotheby’s erst im Juni dieses Jahres in London für eine abendliche Flusslandschaft Rysselberghes aufgestellt hat.

Rekordverdächtig sind zudem die 12 bis 18 Millionen Dollar, die für Marc Chagalls „Les Amoureux“ von 1928 vorgesehen sind. Bei dem träumerischen schwebenden Liebespaar stimmt alles. Es zeigt Chagall selbst mit seiner Frau Bella Rosenfeld in inniger Umarmung, spielt mit seiner bevorzugten Motivwelt aus Flora, Fauna und Kosmos, ist in warmen Farben ausgeführt und kommt marktfrisch zur Versteigerung. 1928 wurde es direkt über die Pariser Galerie Bernheim-Jeune in Privatbesitz verkauft, in dessen Familie es bis heute blieb. Hochkarätiges verspricht auch Chagalls wandfüllendes, über drei Meter breites Gemälde „Le Grand Cirque“ von 1956. Die freundliche, beinahe mystische Akrobatenszene ist in sein typisches dunkles Blau getaucht (Taxe 10 bis 15 Millionen USD). Für den Kubismus steht diesmal Georges Braque. Das frühe, in Erdfarben gehaltene Stillleben „Le Pyrogène et le quotidien Gil Bas“ von 1909 kommt direkt aus der Sammlung des 1873 geborenen Industriellen und Moderne-Zeitgenossen Roger Dutilleul (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und steht der charmanten Gouache „Guéridon jaune, avec clarinette, partition et guitare“ von 1918/21 gegenüber (Taxe 150.000 bis 250.000 USD).

Auch der Surrealismus redet ein Wörtchen mit, vor allem René Magritte. Auf seiner dämmrigen Abendlandschaft „Le Banquet“ von 1955 mit der untergehenden Sonne als rotem Kreis in dunkelgrünen Baumwipfeln ruhen hier bei 12 bis 18 Millionen Dollar die höchsten Erwartungen. Darum gruppieren sich Max Ernsts surreale wuchernde Natur „The Endless Night“ in Abklatschtechnik von 1940 (Taxe 3,5 bis 5 Millionen USD), Salvador Dalís weite sandige Ebene „Spectre du soir sur la plage“ mit Dorf und einigen schemenhaften Gestalten von 1935 (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) oder Joan Mirós freundliches Pastell- und Gouacheblatt „Femmes, oiseaux, étoiles“ von 1942 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Lediglich auf die Farbe Grau setzt Wifredo Lam bei einer titellosen Arbeit um 1950, auf der sich die stierköpfigen Körper eines Mannes und einer Frau zu vereinen scheinen (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Grau dominiert gleichfalls Paul Delvaux’ Traumszene „Le Tramway, Porte Rouge, Ephèse“ von 1946 im Steinboden und der Tempelfassade, zwischen denen sich des Nachts die Straßenbahn und zwei halbnackte Frauen apathisch bewegen (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD).

Zwei Künstlerinnen treten hier auf. Üppig, fast fleischig lagern sich die Blütenblätter der „Yellow Sweet Peas“ auf Georgia O’Keeffes Pastellbild von 1925 leuchtend aneinander (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Germaine Richiers insektenartige dunkle Menschengestalt „Le Grain“ von 1955 erinnert hingegen an Heuschrecken und evoziert eher etwas Unheimliches (Taxe 700.000 bis 1 Million USD). Auf geometrische, aber auch auf amorphe Formen hat Wassily Kandinsky 1940 bei seiner Tafel „Vert et rouge“ zurückgegriffen und stellt die beiden zotteligen Tiergebilde in diesen Farben einander gegenüber (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). Aus dem deutschsprachigen Kunstraum treten noch Paul Klee mit seinem Aquarell „Panisch-Süsser Morgen“, aus dessen kleinteiligen Rechtecken sich seit 1934 ein Tier herausschält (Taxe 450.000 bis 650.000 USD), und Egon Schiele mit seiner expressiven, verkrampft „Knienden Frau“ von 1912 hinzu (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Ungewöhnlich ist die Einordnung von Vilhelm Hammershøi in die Moderne-Auktion. Der Däne hat sonst üblicherweise im 19. Jahrhundert seinen Auftritt. Doch mit seinem spartanischen „Interieur mit Frau am Klavier“, einer charakteristischen Ansicht aus Hammershøis Kopenhagener Wohnung an der Strandgade 30 von 1901, spekuliert Sotheby’s bei 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar auf einen neuen Auktionsrekord.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



13.11.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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