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Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

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Karl Fred Dahmen zum 100. Geburtstag in Duisburg und Düren

Fotografien von tief zerfurchten Abraumhalden und rußigen Fabriken unweit von Stolberg bei Aachen leiten in das Werk Karl Fred Dahmens ein. Der landschaftsprägende Kupfer- und Braunkohleabbau bestimmt das Werkschaffen des dort am 4. November 1917 geborenen Künstlers. Neben Emil Schumacher, Karl Otto Götz, Fred Thieler, Gerhard Hoehme, K.R.H. Sonderborg oder Peter Brüning war Dahmen einer der prägenden Künstler des deutschen Informel. Doch sein Œuvre ist vielschichtiger als der Hauptstrom jener Bewegung. Aus diesem Grund und wegen seines frühen Tods im Jahr 1981 scheint Dahmen in der allgemeinen Wahrnehmung stets etwas an den Rand gedrängt. Anlässlich seines 100. Geburtstags wird er nun mit der bislang umfangreichsten Retrospektive geehrt. Die rund 200 Gemälde, Objektkästen und Installationen versammeln sich in der Duisburger Küppersmühle unter dem Titel „Karl Fred Dahmen. Das Prinzip Landschaft“, während sich das Leopold-Hoesch-Museum in Düren auf die Grafik beschränkt.

Im Jahr 1931 begann Karl Fred Dahmen bei Kurt Schwitters und Anton Wendling ein Studium an der Kunstgewerbeschule Aachen. Die anschließende Lehre als Gebrauchsgrafiker schloss er 1936 mit der Gesellenprüfung ab und arbeitete nach dem Kriegsdienst ab 1945 als freischaffender Künstler in Stolberg. 1953 trat er als Mitbegründer der Künstlervereinigung Gruppe 53 in Düsseldorf in Erscheinung und nahm sechs Jahre später an der zweiten Ausgabe der Kasseler Documenta teil. Als Dahmen 1967 in Nachfolge von Georg Meistermann den Lehrstuhl für Malerei an der Münchener Akademie der Bildenden Künste übernahm, bezog er ein neues Domizil im Chiemgau.

Die Werkauswahl setzt mit frühen Stadt- und Landschaftsillustrationen ein, die langsam in geometrisch-konstruktive Figurationen übergehen. Ab 1953 entstehen erste Collagen. Pastose Farbaufträge orientieren sich in ihrem braunen oder grauen Kolorit an der aufgewühlten Erde des Tagebergbaus. Wie aus verputzten Wänden reliefartig herausgekratzt, erscheinen die zwischen 1960 bis 1963 geschaffene Mauerbilder, denen Montagebilder und Objektkästen mit eingelassenen, auf Schrottplätzen gesammelten Alltagsgegenständen folgen. Inspiriert von der bergigen Idylle des Voralpenlandes kreiert Karl Fred Dahmen ab 1967 die Serie der Polsterbilder, bei denen er Kunststoffpolster unter dem Leinwandbezug platziert. Nach einer Reise in die USA im Jahr 1977 endet auch diese Serie, und Dahmen wendet sich monochromer Leinwandmalerei zu. Neben den nun dominanten, von horizontalen Lineamenten durchzogenen Furchenbildern gestaltet Dahmen in seiner letzten Schaffenszeit mit fast 200 Radierungen und Lithografien rund ein Drittel seines druckgrafischen Werkes.

Die Ausstellung „Karl Fred Dahmen. Das Prinzip Landschaft“ ist noch bis zum 5. November zu sehen. Das Museum Küppersmühle hat mittwochs von 14 bis 18 Uhr, donnerstags bis sonntags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro bzw. 2 Euro. Der Katalog kostet 34 Euro.

Museum Küppersmühle
Philosophenweg 55
D-47051 Duisburg

Telefon: +49 (0)203 – 30 19 48 11
Telefax: +49 (0)203 – 30 19 48 21

In Düren läuft die Ausstellung bis zum 26. November. Das Leopold-Hoesch-Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Leopold-Hoesch-Museum & Papiermuseum Düren
Hoeschplatz 1
D-52349 Düren

Telefon: +49 (0)2421 – 25 25 61
Telefax: +49 (0)2421 – 25 180 25 60

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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