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Jacob Dahlgren im Museum Ritter

Das Museum Ritter in Waldenbuch bei Stuttgart stellt seit gestern das Werk Jacob Dahlgrens vor und nimmt dabei einen Künstler in den Blick, der die konstruktiv-geometrische Tradition konsequent weiterführt, sie aber um eine neue Spielart erweitert. Zwar bezieht sich der 1970 geborene Schwede in seinem Schaffen auf Konstruktivismus, Op-Art, Minimal Art und Pop Art, doch verwendet er dabei keine „hohen“ Materialien. Die Fundgrube Dahlgrens besteht aus Alltagsgegenständen wie Plastikbügeln, Joghurtbechern, Buntstiften, Spiegelfolien, Schwämmen, Meterstäben, Handsägen, Seidenbändern oder Köperwaagen. Dahlgren komponiert die Gegenstände aus Kaufhäusern oder Baumärkten zu strengen wie sinnenfälligen Installationen mit klaren Strukturen und bunten Farben, die man auch schon einmal lustvoll benutzten darf.

Zu Dahlgrens eindrucksvollsten Werken, die konstruktive Klarheit und Serialität originell in Szene setzen, zählt die aus mehreren hundert Dartscheiben bestehende Wandinstallation „I, the World, Things, Life“. Eigens für die Ausstellung im Museum Ritter hat er eine neue monumentale Version dieser erstmals im Jahr 2004 ausgeführten Arbeit realisiert. Die Installation besticht durch ihren starken visuellen Effekt, der an die flimmernden Kompositionen der Op-Art erinnert. Hinzu kommt die erfrischend spielerische und interaktive Komponente: Indem die Ausstellungsbesucher bunte Pfeile auf die Dartscheiben werfen, „malen“ sie das Bild gleichsam weiter.

Schon bei „I, the World, Things, Life“ wird Jacob Dahlgrens Vorliebe für das Repetitive deutlich, das sich nicht nur in den Einzelwerken aus Alltagsutensilien, sondern auch in seinen konzeptuellen Projekten manifestiert. Hierzu zählt das Tragen von Ringelshirts ebenso wie täglich sich erweiternde Fotoserien. Durch das Prinzip der vielfachen Wiederholung führt er das vermeintlich qualitätssichernde Motto „Klasse statt Masse“ in diesen Arbeiten ad absurdum und beweist, dass Quantität und Qualität einander nicht ausschließen, sondern Klasse gerade auch durch Masse entstehen kann.

Die Ausstellung „Jacob Dahlgren – Quality Through Quantity“ ist bis zum bis 8. April 2018 zu sehen. Das Museum Ritter hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. An Heiligabend, 1. Weihnachtsfeiertag und Silvester bleibt das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der Ausstellungskatalog aus dem Verlag Wunderhorn kostet 14,80 Euro.

Museum Ritter
Alfred-Ritter-Straße 27
D-71111 Waldenbuch

Telefon: +49 (0)7157 – 53 51 10
Telefax: +49 (0)7157 – 53 51 190

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


15.10.2017, Jacob Dahlgren - Quality Through Quantity

Bei:


Museum Ritter

Künstler:

Jacob Dahlgren








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