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Würzburg ruft Peter Dell in Erinnerung

Peter Dell d.Ä., Allegorie auf den christlichen Heilsweg, 1534

Tilman Riemenschneider ist weltbekannt. Doch wie sieht die Bildhauertradition nach ihm im Zeitalter der frühen Reformation aus. Dazu wirft nun das Würzburger Museum für Franken ein Schlaglicht auf Peter Dell d.Ä., der im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts in Riemenschneiders Werkstatt nachweisbar ist. Die Studioausstellung mit rund 30 Arbeiten ist die erste, ausschließlich Dell gewidmete Präsentation, zeichnet die Stationen seines Wirkens nach und vermittelt exemplarisch, wie die Wirren der Reformationszeit sich in Leben und Schaffen des Künstlers niederschlugen. Neben dem hauseigenen Bestand konnte sich Kuratorin Claudia Lichte dabei auf Leihgaben aus der Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin, dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, dem Bayerischen Nationalmuseum oder dem Diözesanmuseum Freising stützen.

Peter Dell wird um 1490 in Würzburg geboren und absolviert zwischen 1500 und 1510 für zwei bis vier Jahre eine Lehre bei Tilman Riemenschneider. Danach begibt er sich nach Landshut, arbeitet in der Werkstatt Hans Leinbergers, lernt dort eine moderne Figurenauffassung kennen und zieht vermutlich weiter nach Wien. Über einen kurzen Zwischenaufenthalt am Untermain – hier ist Dell bei einigen Kirchenausstattungen beteiligt – begibt er sich im Zuge des nahenden Bauernkrieges 1525 ins albertinische Sachsen, wo er am Freiberger Hof von Herzog Heinrich dem Frommen tätig ist. Schließlich lässt sich Dell endgültig 1534 in Würzburg als Bildhauermeister nieder, wo er 1552 stirbt, und sein Sohn Peter Dell d.J. seine Werkstatt weiterführt.

Mit jeder Lebensstation wechseln Auftraggeber und die Anforderungen an die Werke Peter Dells. Stehen am Anfang noch große Heiligenfiguren für Flügelaltäre im Vordergrund, in denen sich Dell am neuen Figurenstil Hans Leinbergers orientiert, gehen mit Reformation und Bauernkrieg die Aufträge für Kirchenausstattungen deutlich zurück. Fortan schnitzt Peter Dell vor allem am sächsischen Hof im kleinen Format Figurengruppen und Reliefs und setzt sich mit den aktuellen theologischen Fragen auseinander. Diese widmen sich detailliert und mit entsprechenden Inschriften sowohl altgläubigen wie auch reformatorischen Inhalten, etwa in den häufiger wiederholten Reliefs „Von Gesetz und Gnade“. Gerade in diesen Kleinbildwerken zeigt sich noch heute seine Meisterschaft. Mit Porträtmedaillen, Grabdenkmälern und Architekturschmuck sichert Peter Dell schließlich seinen Lebensunterhalt.

Die Ausstellung „Peter Dell der Ältere. Zwischen Riemenschneider und Reformation“ ist bis zum 7. Januar 2018 zu sehen. Das Museum für Franken hat bis zum 31. Oktober täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, danach an den selben Wochentagen von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend, 1. Weihnachtstag und zu Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre ist er kostenlos. Der Ausstellungskatalog, die erste Monografie zu Peter Dell, kostet im Museum 21,50 Euro.

Museum für Franken – Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg
Festung Marienberg
D-97082 Würzburg

Telefon: +49 (0)931 – 205 94 0
Telefax: +49 (0)931 – 205 94 56

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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15.10.2017, Zwischen Riemenschneider und Reformation: Peter Dell der Ältere

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Peter Dell d.Ä., Allegorie auf den christlichen Heilsweg, 1534
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Peter Dell d.Ä., Kreuzigung Christi, um 1520/25
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Peter Dell d.Ä., Muttergottes mit Kind, um 1525
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Peter Dell d.Ä.
 zugeschrieben, Wappenstein für Fürstbischof Konrad III. von Bibra, 1543
Peter Dell d.Ä. zugeschrieben, Wappenstein für Fürstbischof Konrad III. von Bibra, 1543

Künstler:

Peter Dell d.Ä.








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