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Realität und Virtualität in Frankfurt

Toast, Plank Experience, 2016

Der Frankfurter Kunstverein lädt in der Gruppenausstellung „Perception is Reality“ dazu ein, über die Konstruktion der Wirklichkeit und virtueller Welten nachzudenken. Das Thema begleiten Werke von acht Künstlern, darunter von Alicja Kwade, Hans Op de Beeck, Manuel Roßner sowie eine 3D-Tatortvermessung des Bayerischen Landeskriminalamtes. Sie arbeiten mit analogen und digitalen Medien, Virtual Reality (VR), konzeptioneller Fotografie, Rauminstallationen, Applikationen aus der technischen Forensik sowie innovativen Games. Die konstruierten Bildwelten ermöglichen dem Besucher, die Grenzen von Vermutung, Illusion und Wirklichkeit auszutarieren. Das Ziel der Schau, so Kuratorin Franziska Nori, ist die Reflexion über „das komplexe Verhältnis zwischen den Bedingungen der Wahrnehmung, daraus entstehenden Konstruktionen und der Idee von Wirklichkeit angesichts der technologischen Innovation über immersive VR-Technologien“.

Immersive Technologien werden, laut Nori, vermehrt die analoge Umgebung mit virtuellen Datenräumen ersetzen und dadurch die Art verändern, wie Menschen sozial interagieren, arbeiten und ihre Freizeit gestalten. Die VR-Technologien erlauben dem Anwender, eine erweiterte Realität in Form einer digital geschaffenen Umwelt zu erfahren, die ihn vollständig umgibt sowie eine zeit- und ortsunabhängige Illusionsperspektive gewährt. Die möglichst distanzlose Wahrnehmung der Umgebung durch Datenbrille und Kopfhörer spricht die Sinne und Emotionen des Nutzers an. Die Folge ist seine Isolation von der Außenwelt zugunsten des Eintauchens und Handelns in der virtuellen Wirklichkeit. Hierbei stellen sich mehrere Fragen: Welche Industrien werden diese künstlichen Erlebnisräume weiterentwickeln und welche Ziele verfolgen sie? Wie wird der Betrachter beeinflusst oder wer konzipiert und gestaltet die Inhalte der virtuellen Erfahrung?

Auch wenn in der virtuellen Welt kriminelle Handlungen oder körperliche Grenzerfahrungen ohne Konsequenzen für die reale Welt bleiben, so üben diese Erlebnisse doch einen Einfluss auf das Gehirn aus. Schließlich wird das intensive Erlebnis vom Gehirn größtenteils als real wahrgenommen. Damit beeinflusst es seine neuronale Struktur. Die neue Kategorie des Erlebnisspektrums wirkt damit auch dauerhaft auf das Gedächtnis ein. Das führt unter anderem zu der Frage, wie und durch welche Wahrnehmung das Gehirn die Vorstellung der Wirklichkeit schafft. Der Ausstellungsparcours regt in der Gegenüberstellung von analoger Gegenwartskunst und VR-Positionen zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Wahrnehmung, Bewusstsein und wissensbasierter Vernunft an. Hinzu tritt die Frage, welche Vorstellungen von Welt der Besucher daraus ableitet.

Das VR-Spiel „Plank Experience“, das das Kollektiv Toast australischer Spielentwickler 2016 programmierte, treibt die Trennung von Körper und Geist ins Extreme. Auf einer realen, auf dem Boden liegenden Holzplanke schreitet der Besucher mit einer VR-Brille voran. In der virtuellen Welt findet er sich in einer Großstadt wieder und steht in 160 Metern Höhe auf der Planke, die aus einem Hochhaus herausragt. Er soll nun über den schmalen Holzweg balancieren, wobei ein Ventilator im Ausstellungsraum den Wind körperlich erfahrbar macht. Obwohl die Illusion klar ist, reagieren Körper und Gehirn mit Höhenagst. Mit diesem Kunstgriff wird in der Psychotherapie etwa die Überwindung der Akrophobie trainiert.

Die Frage der Realität eines Bildes ist ein zentrales Thema bei Thomas Demand. Seine Fotografie „Patio“ präsentiert eine maßstabsgetreue Situation: Ein weißer Plastikstuhl steht auf einem Balkon. Die großen Fenster sind mit einem grünen Vorhang zugezogen. Das Foto ist kein Abzug der Wirklichkeit, sondern das Bild eines im Atelier mit Papier und Pappe nachgebauten Ortes, der der Öffentlichkeit durch die Massenmedien bekannt ist. Demands „Patio“ ist dem Hinterhof eines Hauses entlehnt, das dem 19fachen Mörder, Erpresser und Bankräuber James „Whitey“ Bulger als Versteck diente. Auf der Liste des FBI war er einer der meistgesuchten Verbrecher der USA. Die Fotografie des Balkons aber bietet weder ein Spektakel, noch schürt sie die Sensationslust durch die Darstellung von Gewalt oder einer Handlung. Es ist letztlich ein Raum der Imagination.

Die Ausstellung „Perception is Reality: Über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten“ läuft bis zum 7. Januar 2018. Der Frankfurter Kunstverein hat täglich außer montags von 11 bis 19 Uhr, am donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Am 17. Oktober bleibt er geschlossen. Eingeschränkte Öffnungszeiten gelten während der Buchmesse und an den Feiertagen zwischen Weihnachten und Neujahr. Der Eintritt beträgt regulär 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Frankfurter Kunstverein
Markt 44
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 219 314 0
Telefax: +49 (0)69 – 219 314 11


10.10.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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07.10.2017, Perception is Reality: Über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten

Bei:


Frankfurter Kunstverein

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Hans Op de Beeck, The Garden Room, 2017
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Bayerisches Landeskriminalamt,
 Zentrale Fototechnik und 3D-Tatortvermessung
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Alicja Kwade, Gegebenenfalls die Wirklichkeit, 2017
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Thomas Demand, Patio, 2014
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Toast, Plank Experience, 2016
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Toast, Plank Experience, 2016
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