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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Top-Preise bei Sotheby’s in Hong Kong

Bedeutende Keramikschale aus dem Ru-Brennofen (Ru Guanyao), China, Nördliche Song-Dynastie (960-1126)

Einen Siegeszug der Sonderklasse absolvierte eine rund tausendjährige Keramikschüssel aus China bei Sotheby’s in Hong Kong. Bei der Versteigerung am Dienstag ging die kleine, bläulich schimmernde, 13 Zentimeter breite Schale, die vom kaiserlichen Hof der nördlichen Song-Dynastie (960-1126) stammt, ins Rennen. Sie diente zum Waschen von Bürsten und sollte um die 100 Millionen Hong Kong-Dollar einspielen, stattdessen kostete das unscheinbare Gefäß einem anonymen Telefonbieter schließlich netto 260 Millionen Hong Kong-Dollar, etwa 28,4 Millionen Euro. Aus der Serie befinden sich nur noch vier Stück in Privatbesitz, was die Seltenheit betont und den Preis in die Höhe trieb. Diese Schüssel hält damit den neuen Spitzenpreis für chinesische Keramik.

Mit gebührendem Abstand folgte der nächste Auktionsrekord. Eine seltene Teekanne aus weißer Jade mit Widderkopf und einem Griff mit Cloisonné-Email der Qing-Dynastie in der Amtszeit Kaiser Qianlongs (1735-1796) wechselte für 65,5 Millionen Hong Kong-Dollar, rund 7,1 Millionen Euro, die Hände. Der Schätzpreis bewegte sich zwischen 20 und 30 Millionen Hong Kong-Dollar. Kaiser Qianlong bevorzugte Jade-Arbeiten, so dass diese Handwerkskunst unter ihm eine Blüte erlebte. Arbeiten wie diese Teekanne, die mit ihrer hohen und filigranen Qualität der Ausführung besticht, gehören zu den Raritäten der Jade-Kunst aus der damaligen Zeit. Nur vier weitere Exemplare sind bekannt.

Bei der Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst konnte Yun Gees „Wheels: Industrial New York“ von 1932 überzeugen. Yun Gee (1906-1963) zog wie viele seiner chinesischen Landsleute mit seiner Familie am Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA und wuchs dort auf. Zwischen den zwei Weltkriegen reiste er durch Europa, lernte die Avantgarde kennen und gehörte zu den progressiven zeitgenössischen Malern in Amerika. Dabei nahm Yun Gee eine Sonderrolle ein, denn diese Zeit war in den USA anti-chinesisch ausgerichtet. Dennoch wurde Gee als erster chinesischer Künstler eingeladen, seine Gemälde 1932 bei der Eröffnung des Museum of Modern Art in New York auszustellen. Gees gelb gesättigtes Ölgemälde „Wheels“ gilt als das wichtigste Werk aus seinem Schaffen, das die für ihn typischen „Diamandismen“, eine kristallin gebrochene Formensprache, nutzt. Innerhalb der erhofften Werte zwischen 80 und 120 Millionen wanderte die Szene ber der New Yorker Brooklyn Bridge, vor der mehrere Menschen im Kreis reiten, schließlich für 92 Millionen Hong Kong-Dollar in ein neues Heim (etwa 10 Millionen Euro).

Eine gute Figur auf chinesischem Boden legte auch Gerhard Richters „Abstraktes Bild (679-2)“ von 1988 hin. Seit 1976 arbeitete Richter an der Serie der „Abstrakten Bilder“. Typisch für diese Malerei ist die Wahl leuchtender Farben, etwa Grasgrün, Bordeauxrot und Blau, die ähnlich einem Wasserfall die Leinwand hinabfließen und ineinander übergehen. Nach 20 Jahren betrat nun das „Abstrakte Bild 679-2“ wieder das Auktionsparkett und traf die Erwartungen mit 42 Millionen Hong Kong-Dollar (etwa 4,6 Millionen Euro). Neo Rauch beteiligte sich erfolgreich mit seinem kryptischen Figurenbild „Der Landgang“ in fahler grün-brauner Farbstellung bei 5,5 Millionen Hong Kong-Dollar, knapp 600.000 Euro (Taxe 4,7 bis 6 Millionen HKD).

Auch Yayoi Kusama dürfte sich über 36 Millionen Hong Kong-Dollar, rund 3,9 Millionen Euro, für ihr kleinteiliges Punktebild über rot-wolkigem Grund von 1972 freuen (Taxe 32 bis 45 Millionen HKD), Zao Wou-Ki über 66 Millionen Hong Kong-Dollar, knapp 7,2 Millionen Euro, für seine gestische Landschaftsabstraktion „09.01.63“ in braunen Erdfarben (Taxe 50 bis 70 Millionen HKD). Und der ebenfalls in Paris lebende, in Deutschland aber weniger bekannte Sanyu reüssierte mit seinem umrisshaft in den schwarzen Grund geritzten, auf dem Rücken liegenden „Léopard“ von 1931 bei 69 Millionen Hong Kong-Dollar, rund 7,5 Millionen Euro.

In der klassischen chinesischen Tuschemalerei überzeugte Li Keran mit seiner fantastischen Berglandschaft von 1978, aus der zahlreiche Wasserfälle entspringen, bei 107 Millionen Hong Kong-Dollar, annähernd 11,7 Millionen Euro. Einen der 14 Künstlerrekorde holte sich Hsiao Chin mit seinen breiten, leuchtend rosafarbenen Pinselstrichen „Dancing Lights 17“ auf violettem Grund von 1964 bei 4,9 Millionen Hong Kong-Dollar, zirka 534.000 Euro (Taxe 600.000 bis 1 Million HKD). Während der fünftägigen Auktionsrunde setzte Sotheby’s brutto rund 3,15 Milliarden Hong Kong-Dollar um, was etwa 343,6 Millionen Euro entspricht.


05.10.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Bedeutende Keramikschale aus dem Ru-Brennofen (Ru Guanyao), China,
 Nördliche Song-Dynastie (960-1126)
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