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Erstmals Sotheby’s Prize verliehen

Hugo Rivera Scott, Pop América, 1968

Das Auktionshaus Sotheby’s hat einen neuen Preis für ungewöhnliche Ausstellungsthemen aufgelegt und ihn erstmals an das Museum of Contemporary Art Chicago (MCA) und das Nasher Museum of Art at Duke University (NMA) in North Carolina verliehen. Die mit insgesamt 250.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung ehrt die Projekte „Many Tongues: Art, Language, and Revolution in the Middle East and South Asia“ ab Oktober 2019 im MCA sowie die ab September 2019 geplante Schau „Pop América, 1965-1975“ im NMA. Allan Schwartzman, Jurymitglied und Vorsitzender von Sotheby’s, sagte: „Beide Ausstellungen widmen sich Künstlern, die bis vor kurzem in der gängigen Kunstgeschichte als peripher angesehen worden sind, jede Schau repräsentiert ein anderes kulturelles Erbe und Perspektive.“ Das Preisgeld wird unter den zwei Museen geteilt.

Die Schau „Many Tongues“ widmet sich der zeitgenössischen Kunst im Nahen Osten und Asien. Laut Kurator Omar Kholeif untersucht die Schau die Beziehungen zwischen den zwei Kulturen von 1947 bis in die Gegenwart, unter anderem mit Werken von Marwan, Saloua Raouda Choucair, Yto Barrada und Nasreen Mohamedi. Weitere Themen sind die Entkolonialisierung und ihr Einfluss auf den transkulturellen Austausch der Regionen sowie die Entwicklung einer spezifischen visuellen Sprache. Mehr als 200 Exponate in diversen Medien stellen Konzepte der Abstraktion, Poesie, Form, Architektur, Landschaft, Erinnerung, Archive und Medien vor. Jurymitglied Connie Butler führte aus, dass diese Schau ein neues Gebiet betritt, indem sie den Modernismus als globales Phänomen versteht.

Die Ausstellung „Pop América“ des NMA präsentiert die Forschungen der Kuratorin und Dozentin Esther Gabara. Hierbei handelt es sich um die erste Schau, die „eine Vision der Pop Art des amerikanischen Kontinents in seiner Gesamtheit“ vorstellt, so Museumsdirektorin Sarah Schroth. Die mehr als 100 Exponate bringen diese Kunstströmung mit dem lateinamerikanischen Kunsterbe zusammen und stellen Künstler wie Judith Baca, Luis Cruz Azaceta oder Jorge de la Vega vor. Neu sei es zudem, die Pop Art als eine Bewegung anzusehen, die eine gezielte Strategie für die Vermittlung von sensiblen, politisch herausfordernden Inhalten in Nord- und Südamerika hervorgebracht habe. Der Juryvorsitzende Sir Nicholas Serota hob besonders die Facette der betont politisch ausgerichteten Pop Art Lateinamerikas hervor.

Der jährlich ausgeschriebene Sotheby’s Prize wendet sich an Museen, die bisher selten thematisierte Themen in der Kunstgeschichte behandeln. In diesem Jahr hatten sich 92 Institutionen aus 15 Ländern beworben. Neben dem Hauptpreis von 250.000 US-Dollar werden weitere lobenswerte Ausstellungen mit je 10.000 US-Dollar bedacht. Dieses Jahr dürfen sich das Institute of Contemporary Art der University of Pennsylvania in Philadelphia, Cummer Museum of Art & Gardens in Jacksonville in Florida wie auch das Crystal Bridges Museum of American Art in Bentonville in Arkansas über die Förderung freuen.

Unter dem Vorsitz von Nicholas Serota vom Arts Council in London bestand die Jury aus Connie Butler, Kuratorin am Hammer Museum in Los Angeles, Okwui Enwezor, Direktor des Haus der Kunst in München, Donna De Salvo, Kuratorin am Whitney Museum of American Art in New York, sowie Allan Schwartzman. Der Sotheby’s Prize wird am 3. November in New York verliehen.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Hugo Rivera Scott, Pop América, 1968
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