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Yngve Holen mit Robert-Jacobsen-Preis ausgezeichnet

Yngve Holen bei der Preisverleihung in Berlin

Yngve Holen hat den Robert-Jacobsen-Preis 2016 erhalten. Der 1982 in Braunschweig geborene, deutsch-norwegische Künstler nahm die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung der Stiftung Würth am vergangenen Donnerstag in Berlin entgegen. Er werde für ein Œuvre geehrt, das sich mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine, von Körper und Medizin befasst, teilte die Stiftung des Schraubenfabrikanten und Kunstmäzens Reinhold Würth mit. Seine Arbeiten seien von bizarren Gegenüberstellungen und verblüffenden Kombinationen des Verschiedenartigen geprägt. Holens bisheriges Werk erweise sich schon heute als ein entscheidender und analytischer Beitrag zum 21. Jahrhundert, so Jurymitglied Armin Zweite.

Yngve Holen interessiert die Schnittstelle zwischen Biologie und Technologie, die er in minimalistischen Skulpturen, vielteiligen Rauminstallationen oder auch Publikationen behandelt. Auch wenn der menschliche Körper oft nicht direkt greifbar ist, zeigen seine materialreichen Arbeiten dennoch dessen Einfluss. Alltägliche Industrieprodukte werden aufgeschnitten oder derartig platziert, dass die Frage aufkommt, wie sich Mensch und Maschine in der heutigen stark technisierten Gesellschaft gegenseitig tangieren. So verknüpft Holen die Dominanz von technologischen Entwicklungen aus dem menschlichen Alltag, wie Transportmitteln, Schönheitschirurgien und Sicherheitssystemen, mit einer auf Konsum ausgerichteten Kultur. Damit thematisiere Holen unterschwellig Abgründigkeit und Fragwürdigkeit einer gewaltsam vorangetriebenen Evolution.

Alle zwei Jahre zeichnet die Stiftung Würth zeitgenössische bildende Künstler mit dem Robert-Jacobsen-Preis aus. Der Preis wird im Andenken an den im Jahr 1993 gestorbenen dänischen Bildhauer Robert Jacobsen vergeben. Bisher ging er an Lun Tuchnowski (1993), Richard Deacon (1995), Magdalena Jetelová (1997), Gereon Lepper (1999), Stephan Kern (2001), Rui Chafes (2003), Bernar Venet (2005), Monika Sosnowska (2008), Alicja Kwade (2010), Jeppe Hein (2012) und zuletzt 2014 an Michael Sailstorfer.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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