Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 08.12.2017 Auktion 119: Selections - Wertvolle Bücher und Kunst

© Jeschke, van Vliet Kunstauktionen

Anzeige

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Zwei Ausstellungen in Bottrop und Düsseldorf gestatten erstmals einen umfassenden Blick auf das Œuvre von Axel Hütte

Die Welt in ihrem sinnlichen Reichtum



Axel Hütte, Furkablick, Switzerland, 1994

Axel Hütte, Furkablick, Switzerland, 1994

Fast nichts außer reinem Weiß füllt die Fläche. Wie ein Watteschleier verdeckt der Nebel alles. Am rechten Bildrand ist die typische Balkonfassade eines Schweizer Berghotels angeschnitten. Straße, Brüstung und ein winziger Ausblick auf Berghänge schließen das Nichts nach unten ab. Dem irritierten Betrachter wird der Blick in die Tiefe der Natur verweigert. Durch vereitelte Aussichten in Kombination mit vielen kleinen Andeutungen im Vordergrund versteht es Axel Hütte, Neugierde im Publikum zu wecken. Das Bild „Furkablick“ aus dem Jahr 1994, mit dem die seine aktuelle Ausstellung im Museum Kunst Palast in Düsseldorf zeitlich einsetzt, ist sein erstes Werk, das bewusst mit dieser Irritation spielt.


Indem Hütte auf die seit der Renaissance angewandten Gesetzmäßigkeiten der Zentralperspektive als konstruktives, geometrisches System verzichtet, verhindert er eine genaue Verortung sowie ein Raumgefühl. Zugleich erweist er mit dem „Furkablick“ einem zauberischen Kunstort der Alpen seine Referenz, der ab 1983 Künstler wie James Lee Byars, Richard Long, Ian Hamilton Finlay, Mario Merz, Max Bill, Per Kirkeby, Lawrence Weiner, Joseph Kosuth und Jenny Holzer in die alte Herberge auf der Passhöhe unweit des Rhone-Gletschers zog und sie zu Kunstwerken inspirierte.

Auf allen Kontinenten begibt sich Axel Hütte mit seiner Plattenkamera auf die Jagd nach Motiven, die in Struktur und Komposition eine spezielle, zumeist nur kurz andauernde Situation bieten. Sein Blick ist fixiert auf Zwischentöne, auf reizende Momente, die unter Ausnutzung gegebener Licht- oder Wetterphänomene wie Nebel, Dampf, Schleier oder Gischt beeindruckende Bild- und Farbräume offenbaren. Somit überführt er seine Motive von dokumentarischen hin zu künstlerischen Werken und zwingt auf diese Weise den Betrachter zum Innehalten.

Die Düsseldorfer Ausstellung „Night and Day“ offeriert mit ihren 68 großformatigen Fotoarbeiten einen ungewöhnlichen Gang durch berauschende Landschaften, aber auch durch großstädtische Architekturen oder technische Konstrukte. Ohne digitale Nachbearbeitung gestaltet Axel Hütte seine Bilder mit dem Mittel der Reduktion sowie einer technisch hergestellten Tiefenschärfe. Sie umfasst das gesamte Motiv und erreicht in Urwaldbildern oder den sinnlich-zarten Nebelbildern aus dem Rheingau fast radikale Zustände. Die Erscheinung einer Realität, nicht die faktische Wirklichkeit steht im Zentrum seines Interesses. Dazu zählen auch Brückenbilder. Ausschnitthaft durchziehen beliebig multiplizierbare Stahlkonstruktionen das Bild in der Horizontalen. Sie schieben sich wie ein Vorhang aus Eisenstreben zwischen den Betrachter und einen undeutlichen Hintergrund, zumeist eine Landschaft ohne genaue Verortung. Auch das Brückengestell selbst lässt einen im Unklaren: Wie weit geht es? Wo sind der Anfang und das Ende? Wo führt es hin?

In vielen weiteren Werken stellt Hütte auch die Nacht zwischen die Zentralperspektive und den Zuschauer. Die vermeintlich mittig durch einen schwarzen Streifen durchtrennte Nachtansicht von Tokio wirkt zunächst verstörend. Erst nach genauerem Hinsehen erschließt sich das Phänomen der Spiegelung der illuminierten Baukörper, die sich allerdings in der Tiefe des Raumes unwirklich gegeneinander verschieben. Trotz aller Verunsicherung offenbart das Werk in seiner flächigen Dreiteilung eine gewisse formale Strenge, die an Gemälde von Mark Rothko denken lässt. Besonders an Jackson Pollock mögen sich viele beim Verlieren im verschlungenen Geäst erinnern, das Axel Hütte in den Bildern „Hoh Rain Forest-2“ oder „Rio Negro-2“ durch leichtes Zoom in den Vordergrund rückt. Es entwickelt eigenartige Reize.

Fotografien aus zwei neuen Serien präsentiert Hütte erstmals in der Düsseldorfer Schau. So sind vor wenigen Monaten entstandene Antarktis-Bilder zu bewundern. Eine klirrend kalte Einsamkeit aus Schnee und Eis, eingetaucht in eine schummrige blauweiße Beleuchtung, eröffnen in ihrer emotionalen Wucht Bezüge zu Caspar David Friedrich, William Turner oder Gerhard Richter. Hüttes jüngste, im Vorjahr gefertigte Nachtaufnahmen greifen zur Steigerung der Irritation auf Grundzüge der Daguerreotypie zurück. Wie beim Ursprung der Fotografie verwendet der Künstler hier eine spiegelnde Metalloberfläche als Trägermaterial, auf die er seine Nachtansichten ausbelichten lässt. Die dadurch nahezu ausschließlich aus schwarzer und silbrig schimmernder Farbe erzeugten Bilder rufen positive wie negative Effekte hervor, die die Erscheinung der abgebildeten Gegebenheiten verfremden.

Diese wie auch alle anderen Sujets sind geprägt von einer unendlichen Stille und Verlassenheit. Nach diesen fahndet Hütte nicht als Tourist. Ziel ist die Erforschung subtiler Schemen in unserer Umwelt, für die seine Kunst um Feingefühl wirbt. Die Düsseldorfer Ausstellung, mit der sich nun der Generaldirektor Beat Wismer nach zehn Jahren verabschiedet, soll ein Zeichen setzen in einer für die Fotografie kritischen Zeit, in der Smartphones das Medium tiefgreifend verändern.

Innerhalb der Düsseldorfer Becher-Schule nimmt Axel Hütte eine Sonderposition ein, mit der er in der öffentlichen Wahrnehmung vielleicht hinter seinen berühmten Kommilitonen Thomas Ruff, Thomas Struth, Candida Höfer oder Andreas Gursky etwas zurücktritt. Der 1951 in Essen geborene Hütte studierte ab 1973 zunächst zwei Semester Film an der Kunstakademie Düsseldorf, ehe er als einer der ersten Studenten in die Klasse von Bernd Becher wechselte. Daran erinnern in der Düsseldorfer Schau zwei erstmals präsentierte filmische Arbeiten, die mit ihren Spiegelungen und Verfremdungen an das fotografische Œuvre anknüpfen.

Axel Hütte, der seit 1980 selbständig arbeitet, versteht sich als bildender Künstler, der lediglich das Medium der Fotografie nutzt. Bereits früh entwickelte er eine individuelle, bis heute relevante Bildvorstellung, von deren Anfängen und ästhetischen Schwerpunkten weitaus weniger publik wurde. Dem Zeitraum seines Schaffens von 1978 bis 1995 widmet sich erstmals in größerem Umfange die Ausstellung „Frühwerk“ im Bottroper Josef Albers Museum. Zu sehen sind Porträts von Kollegen aus Düsseldorf und Köln. Hinzu kommen architektonische Bestandteile wie Treppenhäuser oder Flure in Mietshäusern der Nachkriegszeit, U-Bahnhöfe in Berlin, Gebäude und Plätze in London, Venedig und Paris sowie schließlich auch Landschaften in Spanien, Italien und Portugal.

Die Suche nach der Sicherheit der Form ist die verbindende Komponente in allen Werken. Axel Hütte offenbart sich hier als ein Vorreiter, der schon recht früh zu Bildformeln fand, die kurz danach von weiteren Fotokünstlern in seinem Umfeld wahrgenommen wurden. Formale Reduktion und Klarheit in Verbindung mit einem zurückgenommenen persönlichen Ausdruck, der Versuch einer Durchdringung der sichtbaren Welt in ihrem sinnlichen Reichtum, ohne nur rein abzubilden, sind Aspekte, die sich auch mit der Kunst des Namenspatrons des Bottroper Museums in Verbindung bringen lassen.

Die Ausstellung „Axel Hütte. Night and Day“ ist bis zum 14. Januar 2018 zu sehen. Das Museum Kunst Palast hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags bis 21 Uhr geöffnet. Das Museum hat an Heiligabend und Silvester geschlossen. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9,50 Euro, für Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre 1 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen, der im Museum 39,90 Euro kostet.

Die Ausstellung „Axel Hütte. Frühwerk“ läuft bis zum 7. Januar 2018. Das Josef Albers Museum hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags bereits ab 10 Uhr geöffnet. Das Museum hat am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Der Ausstellungskatalog ist für 38 Euro im Museum zu haben.

Stiftung Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D-40479 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 566 42 100
Telefax: +49 (0)211 – 566 42 906

Kontakt:

Josef Albers Museum – Quadrat Bottrop

Im Stadtgarten 20

DE-46236 Bottrop

Telefax:+49 (02041) 22 578

Telefon:+49 (02041) 29 716



29.09.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 22

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (2)Adressen (1)Variabilder (18)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


23.09.2017, Axel Hütte - Night and Day

Veranstaltung vom:


24.09.2017, Axel Hütte - Frühwerk. Fotografie

Bei:


Quadrat Bottrop

Variabilder:

Axel Hütte, Rio Negro-2, Brazil, 1998
Axel Hütte, Rio Negro-2, Brazil, 1998

Variabilder:

Axel Hütte, Tokyo-1, Japan, 2010
Axel Hütte, Tokyo-1, Japan, 2010

Variabilder:

Axel Hütte, 2017
Axel Hütte, 2017

Variabilder:

Axel Hütte, Astrid Heibach, 1978/80
Axel Hütte, Astrid Heibach, 1978/80

Variabilder:

Axel Hütte, Columbarium-1, Paris, 1981/85
Axel Hütte, Columbarium-1, Paris, 1981/85

Variabilder:

Axel Hütte, James Hammett House, London, 1982/84
Axel Hütte, James Hammett House, London, 1982/84







Axel Hütte, Rio Negro-2, Brazil, 1998

Axel Hütte, Rio Negro-2, Brazil, 1998

Axel Hütte, Tokyo-1, Japan, 2010

Axel Hütte, Tokyo-1, Japan, 2010

Axel Hütte, 2017

Axel Hütte, 2017

Axel Hütte, Astrid Heibach, 1978/80

Axel Hütte, Astrid Heibach, 1978/80

Axel Hütte, Columbarium-1, Paris, 1981/85

Axel Hütte, Columbarium-1, Paris, 1981/85

Axel Hütte, James Hammett House, London, 1982/84

Axel Hütte, James Hammett House, London, 1982/84

Axel Hütte, Düsseldorf Hausflur-03, 1978/80

Axel Hütte, Düsseldorf Hausflur-03, 1978/80

Axel Hütte, Museo Archeologico, Venedig, 1985/87

Axel Hütte, Museo Archeologico, Venedig, 1985/87

Axel Hütte, Monkey’s Island, Germany, 2003

Axel Hütte, Monkey’s Island, Germany, 2003

Axel Hütte, Lemaire Channel-1, Antarctic, 2017

Axel Hütte, Lemaire Channel-1, Antarctic, 2017

Axel Hütte, Albertina Bridge, Southafrica, 2001

Axel Hütte, Albertina Bridge, Southafrica, 2001

Axel Hütte, El Hacha, Venezuela, 2007

Axel Hütte, El Hacha, Venezuela, 2007

Axel Hütte, Hoh Rain Forest-2, USA, 2007

Axel Hütte, Hoh Rain Forest-2, USA, 2007




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce