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GASAG-Kunstpreis für Julian Charrière

Der GASAG-Kunstpreis 2018 geht an Julian Charrière

Julian Charrière erhält den GASAG-Kunstpreis 2018 der Berliner Gaswerke AG. Das teilte die Berlinische Galerie mit, die die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung gemeinsam mit dem Energieversorger vergibt. Der 1987 in Morges geborene, seit 2006 in Berlin lebende Multimediakünstler hat die Jury durch die Ernsthaftigkeit und Stringenz überzeugt, mit denen er seinen noch jungen künstlerischen Weg beschreitet. In seinen Projekten suche Charrière nicht nur den Austausch mit international operierenden Wissenschaftsinstitutionen, so die Jury. Es gelängen ihm zugleich künstlerisch überzeugende Lösungen, die komplexen Inhalte in eine schlüssige Dramaturgie und immer auch intuitiv erfassbare Bildsprache zu übersetzen.

Julian CharrieÌre befasst sich mit der Wechselwirkung von Mensch und Natur. Sein Interesse gilt der Frage, welche Auswirkungen das Eingreifen des Menschen in die vielschichtigen Beziehungsgefüge zwischen Lebewesen und ihren Lebensräumen hat. Seine unterschiedlichen Praktiken beziehen sich auf Konzepte und Begriffe von Natur in Wissenschaft und Philosophie. Dabei arbeitet CharrieÌre mit vielen führenden wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Zu diesen gehören unter anderem das National Nuclear Center of the Republic of Kazakhstan, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, das Bundesamt für Landestopographie swisstopo, das Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam, das Deutsche GeoForschungsZentrum Potsdam, das Institut für Mikrobiologie der Humboldt-Universität zu Berlin oder das Museum für Naturkunde Berlin.

Julian Charrière, der bis 2006 an der Ecole cantonale d’art du Valais in Sierre bei Valentin Carron studierte, wechselte ein Jahr später zu Christiane Möbus an die Universität der Künste in Berlin und war bis 2011 Mitglied am dortigen Institut für Raumexperimente von Olafur Eliasson. Er versteht sich als „Zukunftsarchäologe“. Mit seinen Fotografien, Skulpturen, Videos und Installationen verdeutlicht er, dass „der Mensch die größte Erosionskraft in der Natur ist“. So besitzen seine Arbeiten eine Schönheit mit latentem Schrecken: 2013 reiste er nach Island und thematisierte die Erderwärmung in seiner Performance „The Blue Fossil Entropic Stories“, indem er einen Eisberg mit einem Bunsenbrenner zum Schmelzen bringen wollte. 2015 hielt er ein radioaktiv verseuchtes Atomwaffentestgelänge in Kasachstan fotografisch fest. Seine Arbeiten, für die Charrière 2016 das Kaiserring-Stipendium der Stadt Goslar erhielt, sind aktuell etwa bei der Biennale in Venedig, im Palais de Tokyo in Paris oder bei TBA21 in Wien zu sehen.

Der GASAG-Kunstpreis wird seit 2010 in Zusammenarbeit zwischen der Berlinischen Galerie und der Berliner Gaswerke AG vergeben. Die Partner ehren mit dem Preis alle zwei Jahre einen in Berlin tätigen Künstler, dessen Schaffen sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik bewegt. Bisherige Preisträger waren Susanne Kriemann (2010), Tue Greenfort (2012) und Nik Nowak (2014) und zuletzt Andreas Greiner. CharrieÌre wird nun für die Berlinische Galerie eine Ausstellung entwickeln, die zur Berlin Art Week 2018 eröffnet wird. Der GASAG Kunstpreis umfasst neben dem Preisgeld und der Ausstellung auch die Produktion eines Katalogs.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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