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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Eine Löwenjagd sorgt für die Überraschung beim Saisonauftakt von Lempertz in Köln

Ein echter Delacroix?



Frankreich Frankreich, Französischer Maler, Löwenjagd nach Rubens, 19. Jahrhundert

Frankreich Frankreich, Französischer Maler, Löwenjagd nach Rubens, 19. Jahrhundert

Damit hatte niemand gerechnet! Beim Auktionshaus Lempertz schoss eine dramatische Löwenjagd den Vogel ab. Dabei hatten die Experten des Kölner Versteigerers die querformatige Holztafel vorsichtig einem französischen Künstler des 19. Jahrhunderts zugeordnet, der sich hier auf ein Gemälde Peter Paul Rubens’ bezog, sie auch nur klein im Katalog abgebildet und mit 3.000 bis 4.000 Euro bewertet. Als das Los 123 dann aufgerufen wurde, sorgte ein lang anhaltender Bieterkampf für die Sensation des Tages. Zwei an den Telefonen zugeschaltete, internationale Kunden ließen nicht locker. Ging es zunächst in tausender Bietschritten los, war man schnell über die fünftausender bei zehntausendern angelangt. Erst bei 250.000 Euro fiel der Hammer. Die beiden hartnäckigen Käufer haben in dem Gemälde wohl die Urheberschaft Eugène Delacroix’ gesehen, der Rubens sehr geschätzt und ihn häufiger kopiert hat. Dafür spricht auch die furiose Qualität der Szene. Lempertz gibt sich aber immer noch zurückhaltend und spricht davon, dass das Bild möglicherweise von Delacroix stammen könnte. Jedenfalls habe ein „großer Meister die Kleinmeister-Auktion mit großem Erfolg gekrönt“.


Alte Meister

Seinen Auftakt in die Herbstsaison bestritt Lempertz am 20. September wieder mit einer knapp 200 Positionen umfassenden Auswahl an günstigen Gemälden vom 16. bis zum frühen 20. Jahrhundert, die losbezogen zu akzeptablen 47 Prozent übernommen wurde. Das meiste lief geschäftsmäßig ab, und das Publikum pickte sich seine Lieblingstücke heraus. Vor allem bei den Alten Meistern ließen sie vieles links liegen und griffen nur bei zwei Fünftel des Angebots zu. Schön waren zu Beginn die 8.500 Euro für ein schmackhaftes Stillleben mit rot leuchtendem Hummer, saftigem Schinken, Wein, Brot und Brötchen des Antwerpener Malers Alexander Adriaenssen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) oder auch die beiden Szenen aus dem Leben der heiligen Barbara eines frühen deutschen Renaissancemeister um 1520 zur unteren Schätzung von 7.000 Euro.

Da die meisten Gemälde nur in das Umfeld bekannter Maler eingeordnet werden konnten, zählte nicht so sehr der Name, sondern die malerische Qualität. So war es etwa bei dem Bildnis einer Dame mit großem Mühlensteinkragen eines holländischen Meisters aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die bei 10.500 Euro leuchtend aus dem Dunkel hervortrat (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), oder bei dem Portrait der Henriette Catharina von Oranien-Nassau als Jägerin mit Pfeil, Bogen und zwei Hunden, das aufgrund seines charakteristischen Figurentypus’ auf einen Maler aus dem Umkreis Gerrit van Honthorst verweist. Sie erwirtschaftete 6.500 Euro (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR). Mit Leuchtkraft und dramatischem Gestaltungswillen überzeugte „Abrahams Opfer“, eine Wiederholung nach Johann Liss’ nur wenig größerem Gemälde aus den Uffizien in Florenz, die Sammler zu 8.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und eine monochrom braune Ansicht von Antwerpen, Frans de Momper zugeschrieben, zu 8.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Die Beichte eines Bauern vor einem Mönch konnte sicher dem Haarlemer Bauernmaler Egbert van Heemskerck d.Ä. zugewiesen werden, was sich in 5.500 Euro niederschlug (Taxe 3.500 bis 4.5000 EUR). Auch bei einer Landschaft an einem Wassergraben, der von einer Stadtbefestigung mit mehreren Türmen und einigen Häusern mit Bauern gesäumt wird, stand als Urheber Joost Cornelisz Droochsloot fest. Seine 1646 entstandene Holztafel erreichte mit 10.000 Euro die untere Schätzung. Typisch für das Schaffen von Egbert Lievensz van der Poel sind Explosionen oder Feuersbrünste. Sein effektvoller Brand eines Hauses in der Nacht, den unzählige Menschen einzudämmen versuchen, kam ebenfalls auf die unteren anvisierten 5.000 Euro. Louis Vidal war mit seinem wohlgeordneten, schon klassizistischen Stillleben mit Blumen und Früchten bei 7.500 Euro erfolgreich (Taxe 4.000 bis 7.000 EUR).

Kunst des 19. Jahrhunderts

An die Löwenjagd kam bei den Neueren Meistern niemand mehr heran. Auf Platz 2 positionierte sich Ferdinand Lepie mit dem spätbiedermeierlichen, etwas abgezirkelten Panorama seiner Heimatstadt Prag von der Moldau aus. Die Leinwand aus dem Jahr 1858 verdreifachte ihren Wert auf 18.000 Euro. Die Genremalerei war vorherrschend, die etwa in Rudolf Jordans Almosenspeisung „Suppentag in einem französischen Kloster“ von 1868 bei taxkonformen 5.000 Euro oder in Johannes Jelgerhuis’ liebevoller Mutter-Kind-Szene „Am Waschtrog“ von 1821 bei 4.000 Euro würdige Vertreter fand (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Humorvoller ging es bei Francisco Domingo y Marqués zu. Der spanische Maler hatte sich 1885 seinen Berufsstand vorgenommen und ihn im historistischen Gewand des Rokoko etwas karikiert, was mit 8.000 Euro honoriert wurde (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Jagdliche Motive fanden mit Hugo Mühligs „Förster mit Hund“ auf herbstlicher Wiese bei 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder Richard Frieses tief verschneiter norwegischer Winterlandschaft, in der ein Braunbär eben einen Elch erlegt hat, bei 7.000 Euro positive Aufnahme (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Wilhelm Schreuer ließ in seiner charakteristischen fahl-farblosen Palette ein historisches Ereignis aus den napoleonischen Kriegen aufleben und schilderte russische Soldaten, wie sie im Januar 1814 bei Schnee den Rhein in Düsseldorf überqueren. Die erwarteten 5.000 Euro sprangen dafür heraus. Aus der großen Düsseldorfer Malertradition war zudem Max Stern anwesend. Sein Interesse am bescheidenen Alltagsleben der einfachen Bevölkerung und an ihrer sozialen Interaktion wird bei seinem Gemälde einer Prozession in einem italienischen Dorf sichtbar, für die sich zahlreiche schwarz gekleidete Frauen und ihre Männer getrennt mit Kerzen aufgestellt haben. Das Werk des Realismus spielte 7.000 Euro ein (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



28.09.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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 Förster mit Hund
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Alexander Adriaenssen, Stillleben mit Hummer und Schinken

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Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

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 Deutschland, Deutscher Maler, Zwei Szenen aus dem Leben der heiligen Barbara, um 1520

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Taxe: 7.000 - 10.000 EURO

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Louis Vidal, Stillleben mit Blumen und Früchten

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Taxe: 4.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 7.500,- EURO

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 Niederlande, Holländischer Meister, Bildnis einer Dame mit großem Mühlensteinkragen, 1. Hälfte 17. Jahrhundert

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Richard Friese, Norwegische Winterlandschaft mit Elch und Braunbär, 1909

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