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Zeitz MOCAA in Kapstadt öffnet seine Pforten

Das neue Zeitz MOCAA in Kapstadt

In Kapstadt wird heute das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (MOCAA) eröffnet. Damit erhält erstmal die zeitgenössische Kunst des Kontinents ein großes, nur ihr gewidmetes Haus in Afrika. Initiator des ehrgeizigen Projekts ist der 54jährige Deutsche Jochen Zeitz, ehemaliger Topmanager beim Sportwarenhersteller Puma, der als Kenner des afrikanischen Kontinents gilt und in Kenia eine Farm betreibt. Für das neue Museum hat Zeitz seine umfangreiche, seit 2002 aufgebaute Sammlung afrikanischer Kunst zur Verfügung gestellt. In Kooperation mit V&A Waterfront hat er im historischen Hafenbecken von Kapstadt ein altes Getreidesilo aus dem Jahr 1921 für die Museumszwecke adaptieren lassen.

Der britische Architekt Thomas Heatherwick, der seit 2014 den Umbau gestaltet hat, hielt an dem schlichten Äußeren des Silos fest. Das Innere des 57 Meter hohen Baus hat er mit einem großen Atrium bestückt, für das er die zylindrischen Röhren des Silos hat aufschneiden und teils abtragen lassen. So ist ein von einem Glasdach bekrönter, kathedralartiger Zentralraum entstanden. Wendeltreppen, gläserne Aufzüge und Brücken führen zu den 80 Galerien, die die Kunstobjekte unter anderem von Chris Ofili, Frances Goodman, Athi-Patra Ruga, Kehinde Wiley, Nandipha Mntambo, Kendell Geers, Mouna Karray oder Kudzanai Chiurai beherbergen. Daneben stehen auf den insgesamt 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auch Räume für wechselnde Präsentationen zur Verfügung. Zudem gibt es ein Restaurant, auf dem Dach einen Skulpturengarten, Forschungslabore und ein Institut für Kostüme. Viel Wert legen Zeitz und sein Team auch auf die Vermittlung mit einem Zentrum zur Ausbildung junger Kuratoren und einer kunstpädagogischen Abteilung.

Mit „All things being equal…“, einer der zahlreichen Eröffnungsausstellungen, legt Direktor Mark Coetzee sein Konzept für das Museum vor. Der Südafrikaner vertritt die Idee der Begegnung von Publikum und Kunst, von Afrika und dem Rest Welt wie auch zwischen den ausgestellten Künstlern untereinander auf Augenhöhe. Zu sehen sind unter anderem William Kentridges Panoramaprojektion „More Sweetly Play the Dance“, Masken-Portraits von Cyrus Kabiru, sich auflösende, golden schimmernde Wandbehänge aus Kronkorken von El Anatsui und Arbeiten des Fotokünstlers Roger Ballen. Letzterer schenkte dem Museum sein gesamtes Archiv und rief mit seiner Stiftung ein Zentrum für Fotografie im Zeitz MOCAA ins Leben.

Der mit nicht allzu viel Nachdruck geäußerten Kritik, dass zwei weiße Männer, Jochen Zeitz und Mark Coetzee in seiner Rolle als Museumsdirektor und Chefkurator, darüber entscheiden, welche afrikanischen Künstler repräsentativ für das Museum seien, ist Coetzee entgegengetreten. Mit der Idee der „curators at large“ und dem Selbstverständnis als panafrikanische Institution sei eine Zusammenarbeit mit mehreren führenden Kuratoren angestrebt, die etwa aus Lagos, Larare oder New York kommen, Ausstellungen gestalten, Projekte entwickeln oder über Trends ihrer Regionen berichten, so Coetzee.

Während des Eröffnungswochenendes vom 22. bis zum 25. September ist der Eintritt in das Zeitz MOCAA frei. Jugendliche unter 18 Jahren zahlen auch danach nichts. Ab dem 27. September beläuft sich der Eintrittspreis auf 180 Rand. Das Museum ist täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


Infos: zeitzmocaa.museum

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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