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Matisse und Bonnard in Frankfurt

in der Ausstellung „Matisse – Bonnard. Es Lebe die Malerei!“

Das Städel Museum in Frankfurt widmet Henri Matisse und Pierre Bonnard die Schau „Es lebe die Malerei“. Das Konzept der Kuratoren Felix Krämer und Daniel Zamani basiert auf der mehr als 40 Jahre langen Freundschaft der zwei Maler, die auch die Vorliebe für die Themen des Interieurs, Stilllebens, der Landschaft und des weiblichen Aktes eint. Die etwa 120 Exponate umfassen neben Gemälden auch Plastiken, Zeichnungen und Grafiken der beiden Franzosen und sollen damit, so die Kuratoren, „neue Perspektiven auf die Entwicklung der europäischen Avantgarde vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs“ bieten. Zudem ist seit 30 Jahren nun wieder in Deutschland eines von Henri Matisses Hauptwerken zugegen, der 1935 gemalte „Große liegender Akt“. Ergänzend sind Fotografien der Künstler von Henri Cartier-Bresson zu sehen.

Der Ausstellungstitel bezieht sich auf Henri Matisse, der seinen Freund Pierre Bonnard am 13. August 1925 mit „Es lebe die Malerei!“ auf einer Postkarte begrüßte. Hierauf folgte ein mehr als 20 Jahre andauernder Briefwechsel der beiden Künstler. Kurze Zeit später zogen Matisse und Bonnard aus Paris an die Côte d’Azur. Zudem überließen sie sich gegenseitig Kunstwerke, so besaß Matisse den 1907 von Bonnard gemalten „Abend im Wohnzimmer“, und Bonnard konnte sich an Matisse 1911 entstandenem Gemälde „Das offene Fenster“ erfreuen.

Trotz der Gemeinsamkeiten verkörpern sie kunstgeschichtlich unterschiedliche Strömungen. So erinnern Bonnards Pastellfarben, der lockere und luftige Pinselstrich an das Erbe des Impressionismus, wie es etwa das Flirren des Kolorits und des Lichts im Gemälde „Die sonnige Terrasse“ von 1939/46 illustriert. Henri Matisse hingegen interessierte sich vermehrt für einen flächigen Farbauftrag, starke Konturen und grelle Farben, die zur Abstraktion führen, wie es unter anderem „Der große liegende Akt“ verdeutlicht. Dieser Akt gilt als wichtiges Werk für die Reduktion der Form bei Matisse. Die junge Frau „schwebt“ auf einer blau-weiß-karierten Fläche.

Es ist wahrscheinlich, dass Bonnards „Liegender Akt auf blau-weiß-kariertem Grund“ aus der Zeit um 1909 Matisse zu seinem Werk inspirierte, da sich die Kompositionen stark ähneln. So ist es ein weiteres Ziel der Ausstellung dem Besucher das vergleichende Sehen zu ermöglichen, das die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der zwei Künstlerfreunde offenbart. Im Januar 1940 schrieb Bonnard an Matisse: „Wenn ich an Sie denke, denke ich an einen von aller überkommenen ästhetischen Konvention befreiten Geist; dies allein gestattet eine direkte Sicht auf die Natur, das größte Glück, das einem Maler widerfahren kann. Dank Ihnen habe ich ein wenig daran teil.“

Die Ausstellung „Matisse – Bonnard. Es lebe die Malerei!“ läuft bis zum 14. Januar 2018. Das Städel Museum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt am 24. Dezember und an Silvester geschlossen. Der reguläre Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 12 Euro. Für Kinder unter 12 Jahren ist er frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 39,90 Euro.

Städel Museum
Schaumainkai 63
D-60596 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 60 50 98 0
Telefax: +49 (0)69 – 60 50 98 111

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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in der Ausstellung „Matisse – Bonnard. Es Lebe die Malerei!“
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