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Doppelter Geburtstag: Mit Henry Moore feiert das Arp Museum in Remagen sein zehnjähriges Bestehen und erinnert an die Gründung der Moore Foundation vor 40 Jahren

Zeichen für Leben



Henry Moore, Three Piece Sculpture: Vertebrae, 1968/69

Henry Moore, Three Piece Sculpture: Vertebrae, 1968/69

Die wohl bekannteste Skulptur Deutschlands, die bis 1999 beinahe täglich im deutschen Fernsehen und in vielen Zeitungen des Landes auf der Politikseite zu sehen war, ist „Two large Forms“ von Henry Moore. Seit 1979 standen die beiden amorphen organischen Formteile auf einer kleinen Anhöhe vor dem ehemaligen Bundeskanzleramt in Bonn und waren der markante Blickfang für viele Fernsehkameras. Hartnäckig hält sich das Gerücht – auch Wikipedia vermeldet es noch immer –, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt seinem Freund Moore den Auftrag gegeben haben soll, ein Kunstwerk zu entwerfen. Bei der Übergabe des Kunstwerkes am 19. September 1979 fand Schmidt jedenfalls eindringliche Worte: „Für mich ist dieses Kunstwerk auf dem neuen Grün des Vorplatzes ein Zeichen für Leben, ein Symbol für menschliche Verbundenheit, auch ein Ausdruck für Menschlichkeit. Und diese Wirkung teilt sich – so meine ich – dem ganzen Platz mit.“


Unweit von Bonn, aber schon in Rheinland-Pfalz gelegen, steht der ehemalige Bahnhof Rolandseck mit dem spektakulären Musemsneubau von Richard Meier, dem Arp Museum. In diesem Jahr ist Johannes Wasmuth, kongenialer Galerist, Sammler und – wie der „Spiegel“ 1997 schrieb – „Edel-Schnorrer der Nation“, 20 Jahre tot. Wasmuth ist es zu verdanken, dass der klassizistische Bahnhof Rolandseck erhalten blieb, zur Kunststätte wurde und dass der Nachlass von Hans Arp an Wasmuth und später an das Land Rheinland-Pfalz ging. Nun feiert das Arp Museum seinen zehnten Geburtstag, die Henry Moore-Stiftung ihren 40. Geburtstag – und das im beschaulichen Remagen.

Auf dem Grün der Wiese vor dem alten Bahnhofsgebäude liegt eine neun Meter lange und vier Meter hohe Frauenfigur in strahlendem Fiberglasweiß. Ein Eye-Catcher für jeden und gleichzeitig eine verführerische Einladung nachzuschauen, ob es davon nicht noch mehr gibt. Henry Moore hat mit monumentalen Skulpturen das Arp Museum besetzt. Und wieder einmal, seit Richard Meier den spektakulären Museumsbau in den Hang hinter dem Bahnhof Rolandseck geplant hat, zeigt das Museum eindrücklich, wofür es konzipiert wurde – als Ausstellungsort für Skulpturen. Moores Beziehungen zum Bahnhof Rolandseck sind alt. Johannes Wasmuth bemühte sich seit 1975 um Moore. 1977 präsentierte er Arbeiten des britischen Bildhauers mit einer Grafikausstellung, die vorher in Paris in der Bibliothèque Nationale zu sehen war.

Henry Moore und Hans Arp, zwei Künstler, die in ihrer Formensprache eine starke Ähnlichkeit aufweisen, trafen sich zum ersten Mal 1936 in der „International Surrealist Exhibition“ in London, wo sie gemeinsam ausstellten. In der direkten Gegenüberstellung werden Gemeinsamkeiten wie das Interesse an in der Natur gefundenen Formen und Objekte, wie Steine, Wurzeln oder Knochen, sichtbar. Die dritte Etage gehört den beiden Künstlerpersönlichkeiten unter dem Titel „Rendez-vous des amis: Creation“. Die beiden Kuratorinnen Astrid von Asten und Sarah-Lena Schuster haben in der schon durch die Dada-Ausstellung vorhandenen Atelierarchitektur kleine Begegnungsräume für die beiden Großmeister der Plastik geschaffen. In der zweiten Etage des Meier-Baus ist dem Museumschef Oliver Kornhoff etwas gelungen, was es so noch in keinem Museum dieser Welt zu sehen gab: Monumentale Skulpturen aus dem Außen- hat er in den Innenraum geholt. Ohne Ablenkung durch Natur, Farben und Lichtwechsel und in einer absolut neutralen Umgebung ergeben sich neue Sichtweisen. Selbst die in den Jahren im Außenraum durch Umwelteinflüsse entstandene Patina der Skulpturen bekommt hier eine neue Bedeutung.

Das Werk „Oval with points“ von 1968/70 offenbart Spitzen, die sich nicht berühren, aber ein körperlich spürbares Spannungsfeld aufbauen. Die „Three Piece Sculpture“ oder aber die vier Meter hohe Skulptur „Large standing figure: Knife Edge“ von 1961 geben dem Mooreschen Diktum „Das durchschnittliche Mittelmaß trennt eine Idee nicht genügend vom prosaischen Alltag...“ den figürlichen Inhalt. „Alles was ich tue, beabsichtige ich, in großem Maßstab zumachen“, ließ er zudem verlauten. Im Außenbereich weiden dann Schafe neben einem weiteren Schwerpunkt – im Wortsinn – der Ausstellung, der „Large Four Piece Reclining Figure“, vorsichtig eingezäunt. In der Moore Foundation in Perry Green in Hertfordshire dürfen die Tiere sich an den Skulpturen reiben. Soweit wollte man im Arp Museum nicht gehen.

Wer oder was hat Moore inspiriert? Die Kunstkammer Rau im Arp Museum zeigt zwei kaum bekannte Aspekte des Bildhauers. Begeistert war er für die italienische Renaissance, besonders für Pisano und Crivelli, an denen er die „spiritual vitality“ schätzte, die konzentrierte Kraft ihrer Formfindungen, die er als geistigen Nährboden für seine Arbeit ansah. Aber auch die französische Malerei des 19. Jahrhunderts von Gustave Courbet und Pierre-Auguste Renoir beeindruckte ihn. Eigenwillige Kohlezeichnungen, ein Skizzenbuch und kleine Skulpturen stehen sich in der Kunstkammer gegenüber. Jeder Winkel im Arp Museum scheint bespielt zu sein. Ungewöhnliche Korrespondenzen an ungewöhnlichen Orten, wie dem unterirdischen Übergang vom Bahnhof zum Meier-Bau, präsentieren den mikroskopischen Blick Moores auf Objekte der Biologie und des Lebens. Die Ausstellung eine Obsession? – Auf jeden Fall!

Die Ausstellung „Henry Moore – Vision. Creation. Obsession“ ist bis zum 28. Januar 2018 zu sehen. Das Arp Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bliebt an Heiligabend und Silvester. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Kinder bis 12 Jahre ist er kostenlos. Der Ausstellungskatalog aus dem Hirmer Verlag kostet 49,90 Euro.

Kontakt:

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1

DE-53424 Remagen

Telefon:+49 (02228) 94 250

Telefax:+49 (02228) 94 25 21

E-Mail: info@arpmuseum.org



20.09.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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28.05.2017, Henry Moore – Vision. Creation. Obsession

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28.05.2017, Kunstkammer Rau: Vision – Henry Moore & die alten Meister

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Arp Museum Bahnhof Rolandseck

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Henry Moore, Three Standing Figures, 1945
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Henry Moore, Reclining Figure, 1984
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Lothar Wolleh, Henry Moore im Bahnhof
 Rolandseck, 19. September 1979
Lothar Wolleh, Henry Moore im Bahnhof Rolandseck, 19. September 1979

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Henry Moore, Oval with Points, 1968/70
Henry Moore, Oval with Points, 1968/70

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im Ausstellungsteil „Obsession“
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Henry Moore, Large Four Piece Reclining Figure, 1972/73
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Henry Moore, Three Standing Figures, 1945

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Henry Moore, Reclining Figure, 1984

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Lothar Wolleh, Henry Moore im Bahnhof Rolandseck, 19. September 1979

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Henry Moore, Oval with Points, 1968/70

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im Ausstellungsteil „Obsession“

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Henry Moore, Large Four Piece Reclining Figure, 1972/73

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Henry Moore, Goslar Warrior, 1973/74

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im Ausstellungsteil „Creation“

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Hans Arp, Die drei Grazien, 1961

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Henry Moore, Working Model for Mother and Child: Hood, 1982

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