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Furchtlos mit Alicia Framis in der Kunsthalle Nürnberg

Alicia Framis, Room for Forbidden Books, 2014

Zum Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis, den die fränkische Metropole am kommenden Sonntag an die syrische Gruppe „Caesar“ verleiht, stellt die Kunsthalle Nürnberg aktuell das Werk von Alicia Framis vor. Die 1967 in Barcelona geborene Künstlerin greift Themen in Staat und Gesellschaft auf, die der 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zuwiderlaufen. Diese Diskrepanz zwischen Ideal und Wirklichkeit bildet den Hintergrund für das Œuvre der heute in Amsterdam lebenden Spanierin. Mit ihren Installationen, Kostümen, Objekten und Performances macht Framis dezidiert auf soziale, kulturelle oder politische Probleme aufmerksam, bietet aber zugleich auch alternative Denkmodelle und Handlungsweisen an. Die Auswahl ihrer Werke in der Kunsthalle Nürnberg umspannt einen Zeitraum von zwanzig Jahren und reicht von interaktiven Installationen bis hin zur Dokumentation von Performances und Projekten in Fotografien und Videofilmen.

In dem Projekt „Anti_Dog“ von 2002/03, vorgestellt im niederländischen Pavillon auf der 50. Biennale in Venedig, verbindet Alicia Framis die Frage nach dem Schutz von Frauen in der Öffentlichkeit mit der Protestform der Demonstration. Die durch französische Haute Couture inspirierten, goldfarbenen Kostüme aus kugelsicherem Material sollten Frauen furchtlos auf die Straße gehen lassen und zugleich das Demonstrieren als attraktives und machtvolles Handeln bewusst machen. Die Dimension der Angst wird dann in ihren „100 Ways to Wear a Flag“ von 2007 deutlich. Dazu lud Framis junge Modedesigner ein, aus chinesischen Flaggen Kleidungsstücke zu entwerfen und das Ergebnis fotografisch zu dokumentieren. Aus Furcht vor Konsequenzen wegen Missbrauchs des Staatssymbols verbergen die Models auf den Dokumentationsfotos der Designer ihre Identität. In ihrer aktuellen Werkgruppe der „Forbidden Rooms“ setzt Alicia Framis ebenfalls Kunst und Leben miteinander in Beziehung. Begehbare Architekturen laden dazu ein, laut zu schreien, verbotene Bücher zu lesen oder die zeitgenössische, urbane Gesellschaft anders zu denken als im Modell der traditionellen Familie.

Die Ausstellung „Alicia Framis – fearless“ ist bis zum 12. November zu sehen. Die Kunsthalle Nürnberg hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt regulär 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Mittwochs ab 18 Uhr ist er frei. Zur Ausstellung liegt der Katalog „Framis in Progress“, der zur ihrer ersten Retrospektive 2013 erschienen ist.

Kunsthalle Nürnberg
Lorenzer Straße 32
D-90402 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 231 28 53
Telefax: +49 (0)911 – 231 37 21

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


14.09.2017, Alicia Framis. fearless

Bei:


Kunsthalle Nürnberg

Variabilder:

Alicia Framis, Room for Forbidden Books, 2014
Alicia Framis, Room for Forbidden Books, 2014

Variabilder:

Alicia Framis, Anti_Dog, 2002
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Künstler:

Alicia Framis








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